Panorama

"Besorgniserregende Entwicklung"Unbekannte schießen vor Berliner Polizeiwache auf 22-Jährigen

28.09.2026, 12:21 Uhr
00:00 / 02:23
547652942
Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen. (Foto: picture alliance/dpa)

Die Schusswaffengewalt in Berlin nimmt deutlich zu. Mitten in der Nacht schießen Unbekannte aus einem fahrenden Auto auf einen 22-Jährigen - direkt vor einer Polizeiwache. Die Polizeigewerkschaft spricht von einer Entwicklung, die "niemand mehr schönreden kann". Die Täter fliehen.

Aus einem vorbeifahrenden Fahrzeug ist vor einem großen Polizeigelände in Berlin ein Mann angeschossen und schwer verletzt worden. Der 22-Jährige erlitt in der Nacht eine Schussverletzung am Bein und wurde im Krankenhaus operiert, wie die Polizei mitteilte.

Als der Mann von dem Schuss getroffen wurde, stand er laut einer Polizeisprecherin in einer Gruppe von mehreren Personen auf dem Gehweg. Weitere Hintergründe zu der Tat im Stadtteil Moabit seien noch unklar. Es gebe noch keine Hinweise zu einem Verdächtigen, teilte die Sprecherin mit. Die Kriminalpolizei ermittelt.

Die Gewerkschaft der Polizei sprach von einer besorgniserregenden Entwicklung. "Natürlich ist es nichts Neues, dass auf Berlins Straßen Schüsse fallen. Aber dass hier jemand einen Menschen direkt vor einem Polizeiabschnitt skrupellos niederschießt, zeigt eine Dimension, die niemand mehr schönreden kann." International agierende Banden würden in Berlin mit Waffengewalt Geschäftsfelder neu ausloten.

Die Schusswaffengewalt in Berlin hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verschärft. 2025 registrierte die Polizei 1119 Fälle von Schusswaffengebrauch. Dazu zählen auch Drohungen ohne einen tatsächlichen Schuss. Die Täter stammen nach Erkenntnissen der Polizei zum Teil aus Kreisen der türkischen Mafia, die in mehreren europäischen Ländern Inhaber von Geschäften und Restaurants bedrohen und erpressen.

In Berlin hat das Landeskriminalamt mit seiner Sondereinheit "Ferrum" inzwischen weit mehr als 600 Ermittlungsverfahren eingeleitet. Mehr als 4000 Fahrzeuge und Hunderte Lokale und Geschäfte wurden überprüft. Mehrere 100 Menschen wurden laut Polizei im Rahmen der Maßnahmen vorübergehend festgenommen.

Quelle: ntv.de, mwa/dpa

Gewerkschaft der PolizeiWaffenBerlinPolizei