Panorama

Hämmer, Zangen, FoliePolizei entdeckt Folterraum an der Costa del Sol

23.09.2026, 08:17 Uhr
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Ermittler stufen den Fund als eine typische "Narco-Folterkammer" ein. (Foto: Policía Nacional)

Ein Anruf nach 40 Minuten rettet zwei Männer vermutlich vor dem Tod: In einem Haus an der Costa del Sol entdeckt die Polizei einen mutmaßlichen Folterraum - mit Plastikplanen, Hämmern und Sturmgewehren.

In einem Haus an der Costa del Sol hat die spanische Polizei nach einem verstörenden Vorfall eine mit Plastik ausgekleidete Folterkammer entdeckt. Medienberichten zufolge kam es zu dem Polizeieinsatz Anfang September, nachdem eine Frau sich mit der Befürchtung gemeldet hatte, dass ihr Partner möglicherweise in Gefahr sei.

Er hatte seiner Freundin gesagt, er gehe zu einem Arbeitstreffen in ein Haus, bat sie aber, die Polizei zu rufen, falls sie innerhalb von 20 Minuten nichts von ihm höre. Nachdem 40 Minuten lang kein Kontakt zustande gekommen war, rief die Frau die Polizei. 

Als die Beamten das Anwesen betraten, kam der Mann blutüberströmt heraus und schrie: "Sie wollen uns töten!" Die Polizei rief Verstärkung und durchsuchte anschließend das gesamte Haus. Dabei fanden die Beamten einen unheimlichen Raum, in dem Bandenmitglieder offenbar Folter und Misshandlungen durchführten. 

Professionelle Ausrüstung

Quellen aus dem Umfeld der gerichtlichen Ermittlungen sagten der spanischen Nachrichtenagentur El Español: "Es gab einen mit Plastikplanen ausgekleideten Raum. Es war ein Folterraum, denn er enthielt Werkzeuge wie Zangen und Hämmer." Aufnahmen aus dem Inneren des Hauses zeigen einen Stuhl und Wände, die mit Plastikfolie abgedeckt sind, damit Blut entfernt werden kann, ohne Spuren zu hinterlassen. 

Die Polizei beschlagnahmte außerdem zwei AK-47-Sturmgewehre und mehrere Handfeuerwaffen. Ein weiterer Mann - ein spanischer Staatsangehöriger - wurde an einen Stuhl gefesselt und blutüberströmt aufgefunden. Beide Männer waren nackt, blutüberströmt und wiesen sichtbare Verletzungen auf, als sie gerettet wurden. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Folterungen eine Vergeltungsmaßnahme im Zusammenhang mit einer Drogenangelegenheit waren. Die Motive reichen von Diebstahl über ausstehende Gelder bis hin zu einem missglückten Auftrag. 

Sieben serbische Staatsangehörige, die mutmaßlich mit dem Anwesen in Verbindung stehen, wurden festgenommen. Die polizeilichen Ermittlungen sind jedoch nicht abgeschlossen. Die Polizei sucht nach weiteren Verdächtigen, die mit der Bande in Verbindung stehen. 

Spaniens Costa del Sol, zu der Touristenhochburgen wie Marbella, Estepona und Fuengirola gehören, hat sich zu einem Operationszentrum des organisierten Verbrechens entwickelt. Entlang des rund 150 Kilometer langen Küstenabschnitts sollen mehr als 100 Mafia-Gruppen aktiv sein. Der beliebte Urlaubsort ist dank seiner strategischen Lage Anlaufpunkt für Haschisch und Waffen aus Afrika sowie Kokain aus Südamerika. 

Quelle: ntv.de, sba

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