Bei Renovierung in DänemarkPaar entdeckt geheime Weltkriegsverstecke in Wohnhaus

Bei der Renovierung einer alten Villa stößt ein Ehepaar aus Dänemark auf rätselhafte Geheimkammern. Wie sich herausstellt, spielten diese eine wichtige Rolle in einem der wohl düstersten Kapitel des Landes.
Line Hjardemaal und Christoffer Sögaard haben geahnt, dass ihr neues Zuhause eine besondere Geschichte hat. Das Ehepaar hatte sich eine knapp 100 Jahre alte Villa in Hasseris gekauft, einem Nobelviertel der dänischen Großstadt Aalborg, und war von dem mysteriösen Charme des Hauses sofort begeistert. Doch mit dem, was sie bei der Renovierung entdeckten, hätten sie wohl nie gerechnet.
Bei den Arbeiten stießen sie in gleich mehreren Zimmern auf kleine, versteckte Räume. Einer davon befand sich etwa hinter einem eingebauten Wandregal, ein weiterer hinter einer Wandschräge im Schlafzimmer. Insgesamt fand das Ehepaar drei solcher Räume, wie der dänische Sender DR berichtet.
Verstecke für Nazi-Widerstand
Um mehr über ihr neues Zuhause und die Bedeutung ihrer Entdeckung zu erfahren, wendeten sich Hjardemaal und Sögaard an die DR-Sendung "Huse med hemmeligheder" (Häuser mit Geheimnissen), die sich genau solchen rätselhaften Fällen widmet.
Wie sich bei den Recherchen herausstellte, wurde das Haus ursprünglich von dem dänischen Geschäftsmann Alfred Springborg erbaut. Historischen Erkenntnissen zufolge hatte seine Familie enge Verbindungen zur Widerstandsbewegung, die sich gegen die Besatzung Dänemarks durch die Nazis wehrte. Auch sein Sohn soll in der Gruppe aktiv gewesen sein.
Springborg selbst soll die Bewegung unterstützt haben, indem er etwa Verfolgten Unterschlupf bot oder Scheinanstellungen in seinem Betrieb möglich machte. Es wird davon ausgegangen, dass im Jahr 1940, kurz nach dem Einmarsch der Wehrmacht, ein Umbau des Hauses stattgefunden haben soll, bei dem wohl die Geheimkammern eingebaut wurden.
Laut DR zog im Jahr 1943 zudem Poul Ib Gjessing, ein führender Kopf des regionalen Widerstands, in ein Nebengebäude im Garten. Er nutzte das kleine Haus offenbar als Versteck und soll dort Sprengstoff und Handgranaten hergestellt haben. Gjessing wurde 1944 durch die Gestapo verhaftet und mit nur 35 Jahren hingerichtet.
Das Ehepaar zeigte sich im Gespräch mit dem Nachrichtenportal ligeher.nu tief beeindruckt von der Geschichte der Villa. "Unser Zuhause hat noch mehr an Charakter gewonnen", sagte Sögaard. "Ich war zutiefst bewegt, nachdem ich die Geheimnisse erfahren habe. Da ich jetzt weiß, was sich hier während der Besatzung ereignet hat, liebe ich unser Haus und unsere Stadt noch mehr", so Hjardemaal.