Panorama

Polizei verhaftet VerdächtigenMehrere Verletzte durch Schüsse vor Schule in der Türkei

22.09.2026, 12:23 Uhr
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Berichten zufolge sind Schüler unter den Opfern. (Foto: AFP)

Mit einer Waffe nähert sich ein Jugendlicher einer Schule im Westen der Türkei - dann fallen Schüsse. Mehrere Menschen werden verletzt, zwei davon schwer. Die Polizei nimmt den Verdächtigen fest. Der Fall erinnert an einen tödlichen Angriff Anfang des Jahres.

Ein bewaffneter Angreifer hat nahe einer berufsbildenden Schule im westtürkischen Manisa das Feuer eröffnet. Nach ersten Erkenntnissen sind mindestens elf Menschen verletzt worden, zwei davon schwer, teilte Justizminister Akin Gürlek auf X mit. Der Vorfall habe sich im Bezirk Turgutlu nahe Izmir im Westen des Landes auf dem Schulweg ereignet. Der mutmaßliche Angreifer flüchtete zunächst, wurde nach Angaben des Provinzgouverneurs jedoch rasch gefasst und festgenommen. Ermittlungen wurden eingeleitet.

Wie der Justizminister nun mitteilte, nahm die Polizei auch den Vater, die Mutter und den Großvater des minderjährigen Täters fest. Der Großvater soll die Tatwaffe in Gebrauch gehabt haben. Es werde untersucht, wie die Waffe in die Hände des Angreifers gelangen konnte und ob die Eltern ihre Aufsichtspflicht verletzt hätten, so Gürlek. Die Hintergründe des Vorfalls waren zunächst unklar. Auch Berichte über mögliches Mobbing im Vorfeld des Angriffs würden von den Ermittlern untersucht, sagte Gürlek.

Medienberichten zufolge sind mehrere Schüler unter den Opfern. Von der Nachrichtenagentur IHA verbreitete Aufnahmen einer Überwachungskamera zeigten den mutmaßlichen Angreifer, einen jungen Mann oder Jugendlichen mit schwarzer Hose und schwarzer Jacke, außerdem sieht man ein Gewehr in seiner Hand. Zahlreiche Krankenwagen und Polizeiautos waren im Einsatz. Auf Bildern waren besorgte Eltern zu sehen, die zur Schule eilten. Das Bildungsministerium erklärte, der Unterricht werde für einen Tag ausgesetzt. 

Ein Augenzeuge sagte der Nachrichtenagentur IHA, er habe den Verdächtigen nur Augenblicke nach den Schüssen von seinem Balkon aus gesehen: "Er schimpfte, während er in Richtung einer Seitenstraße lief. Er schrie." Ein weiterer Zeuge beobachtete den Vorfall: "Wir konnten nichts tun, weil er ein Gewehr hatte", sagte er.

Nicht der erste Vorfall an einer Schule

Erst im April hatte ein 14-Jähriger in seiner Schule im Südosten der Türkei um sich geschossen und neun Schüler und eine Lehrerin getötet. Auch der Schütze kam damals bei der Amoktat ums Leben. Er hatte den Ermittlern zufolge eine Waffe seines Vaters verwendet. Die Eltern müssen sich seit Anfang September vor Gericht verantworten. 

Nur einen Tag zuvor hatte ein Jugendlicher an seiner ehemaligen Oberschule in der südöstlichen Provinz Sanliurfa 16 Menschen durch Schüsse verletzt, bevor er sich das Leben nahm. Die Vorfälle führten zur Entlassung des damaligen Bildungs-Staatssekretärs. Präsident Recep Tayyip Erdogan kündigte zudem eine Verschärfung des Waffenrechts an.

Der jüngste Vorfall ereignete sich nur einen Tag, nachdem die Regierung neue Sicherheitsmaßnahmen zum neuen Schuljahr präsentiert hatte. Dazu gehört laut Innenminister Mustafa Ciftci die dauerhafte Stationierung von Polizisten an als besonders gefährdet eingestuften Schulen. Als weniger gefährdet eingestufte Schulen sollen über spezielle Verbindungsbeamte Kontakt zur Polizei halten.

Quelle: ntv.de, mwa/AFP/dpa

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