Panorama

In Familienvilla gelockt"Looksmaxxing"-Influencer soll Minderjährige vergewaltigt haben

23.09.2026, 14:18 Uhr
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Der Influencer zeigt sich oft umgeben von Frauen. (Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com)

Der Influencer Clavicular ist mit radikalen Selbstoptimierungstipps bekannt geworden. Nun gibt es schwere Vorwürfe gegen ihn: Er soll eine damals 17-Jährige unter Drogen gesetzt und missbraucht haben.

Der umstrittene Streamer und Influencer Braden Peters, auch bekannt als Clavicular, wird angeklagt, eine damals 17-Jährige im Mai 2025 in der Villa seiner Eltern in Massachusetts mit Alkohol abgefüllt und dann vergewaltigt zu haben. Die Anklage lautet Vergewaltigung, Verabreichung von Drogen zum Zweck des Geschlechtsverkehrs und Abgabe von Alkohol an eine Minderjährige, berichtet die "New York Post".

Die Anklagepunkte stimmen mit Anschuldigungen überein, welche die junge aufstrebende Influencerin Aleksandra Vasilevna Mendoza in einer separaten Zivilklage im April gegen Peters erhoben hat. Mendozas Anwältin bestätigte gegenüber der "New York Post", dass Mendoza in beiden Fällen das Opfer sei.

Mendoza und Peters lernten sich online kennen, als Mendoza 16 Jahre alt war. Peters ist ein selbst ernannter "Looksmaxxer", der Männern vermittelt, sie müssten ihr Aussehen optimieren. Die Szene propagiert teils gefährliche Schönheitsideale und Frauenfeindlichkeit. Peters wollte Mendoza zum "weiblichen Gesicht des Looksmaxxing" machen, berichten Medien.

Peters lockte die junge Influencerin im Mai 2025 mit dem Versprechen eines gemeinsamen Livestreams in die Villa seiner Familie im noblen Chatham, Massachusetts, schildert die Polizei in einem Bericht. Seine Mutter und Großmutter sollen ebenfalls im Haus gewesen sein. Peters führte sie in sein Schlafzimmer und überredete sie dazu Alkohol zu trinken, wie Mendoza der Polizei berichtete.

"Becher voller Wodka"

Das Treffen streamte er live auf der Plattform Twitch. Dabei soll er Mendoza angewiesen haben, zu sagen, sie sei 18 und der Wodka sei Wasser, um die Regeln der Plattform zu umgehen. Sie habe "so zwei, drei Schnäpse getrunken, die eher wie Becher voller Wodka waren", sagte sie der Polizei und fügte hinzu, dass sie "ein Leichtgewicht" sei, das schnell zu betrunken war, um rationale Entscheidungen zu treffen.

Ausschnitte aus dem Livestream zeigen, wie die beiden darüber diskutieren, ob Mendoza betrunken wirkte, wie Peters sie dazu bringt, ihn zu küssen und er sein Hemd auszieht, heißt es in der Strafanzeige. Mendoza sagte, dass sie "wirklich betrunken" war, als der Livestream endete. Peters soll sie mit ins Schlafzimmer genommen haben, um Sex mit ihr zu haben, wobei er sie "in verschiedene Stellungen warf". Sie habe niemals mündlich zugestimmt, sagte die Teenagerin.

Das Mindestalter für sexuelle Handlungen liegt in Massachusetts bei 16 Jahren und Menschen können auch im betrunkenen Zustand ihre Einwilligung geben, jedoch nicht, wenn sie "handlungsunfähig" sind. Dazu gehört auch, zu betrunken zu sein, um Entscheidungen zu treffen. Am nächsten Morgen soll Peters erneut Sex mit Mendoza gehabt haben. Sie war zu schockiert und verängstigt, um sich zu wehren oder später überhaupt jemanden von dem Vorfall zu erzählen, berichtete sie der Polizei.

Injektion im Livestream

Etwa sechs Monate später traf die Teenagerin in Miami zufällig erneut auf Peters. Er soll sie und ihre Freunde überredet haben für einen weiteren Livestream zu ihm Nachhause zu gehen. Sie gab an, sie habe mitgemacht, weil es gut für ihre Karriere sei. Mit ihren Freunden habe sie sich sicher gefühlt, hieß es in der Zivilklage. Peters habe sie schließlich dazu genötigt, sich vor laufender Kamera von ihm ein fettabbauendes Mittel in die Wangen spritzen zu lassen. Dieses war ihrer Meinung nach mit Methamphetamin versetzt, so die Klage.

Die amateurhaft durchgeführten Injektionen hinterließen Löcher in ihren Wangen. Zu diesem Zeitpunkt wusste Peters, dass Mendoza minderjährig war, da er online kommentierte: "Sie ist noch minderjährig. Ich bin 19 du (Schimpfwort)", heißt es in der Klage.

Mendoza arbeitete monatelang weiter mit Peters zusammen, doch als sie Anfang 2026 ihren Durchbruch hatte, in Form eines Sponsorenvertrags über 15.000 US-Dollar pro Monat, nutzte Peters laut Anklage "seine enorme Fangemeinde und Popularität im Internet", um sie zu diskreditieren und den Deal zu torpedieren. Daraufhin leitete Mendoza rechtliche Schritte ein.

Peters drohen 20 Jahre Haft

Im April reichte sie die Zivilklage ein und warf Peters offiziell Körperverletzung, Betrug und das unbefugte Werben mit ihrer Person nach dem angeblichen Vorfall mit der Gesichtsinjektion in Miami vor. Im Juni meldete sie den mutmaßlichen sexuellen Übergriff von Mai 2025 bei der Polizei in Chatham. Infolgedessen wurde Anfang dieses Monats Strafanzeige gegen Peters erstattet.

Peters Anwalt reichte Antrag auf Abweisung mehrerer Klagepunkte der Zivilklage ein. Ein Sprecher des Influencers behauptete in einer Stellungnahme gegenüber dem Portal TMZ, dass Peters mehr als in der Lage sei, Mendozas Anschuldigungen zu widerlegen. Peters ging bisher nicht direkt auf die Vorwürfe des Strafverfahrens ein. Auf X kritisierte er aber die im April eingereichte Klage und behauptete, Mendoza sei nur auf sein Geld aus und "versuche seine Aufmerksamkeit zu erregen". Ihm drohen bei Verurteilung bis zu 20 Jahre Haft.

Quelle: ntv.de, raf

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