Einige Personen noch vermisstLeiche nach Sturzflut am Grand Canyon geborgen

Am Wochenende verwüstet eine Sturzflut stark besuchte Teile des Grand-Canyon-Nationalparks in Arizona. Die reißenden Wassermassen zerstören Brücken und wichtige Infrastruktur. Das Schicksal von mehr als ein Dutzend Menschen ist unbekannt, in zwei Fällen herrscht nun traurige Gewissheit.
Nach einer Sturzflut im Grand Canyon im Westen der USA hat sich die Zahl der Todesopfer auf mindestens zwei erhöht. "Zwei Leichen wurden geborgen", erklärte die Nationalparkverwaltung (National Park Service, NPS) am Montag im Onlinedienst X. Zur Identität des zweiten Todesopfers machte der NPS keine Angaben. Von der Sturzflut erfasst wurde demnach ein bei Touristen beliebtes Gebiet: die Phantom Ranch und der Bright Angel Canyon. Beide liegen tief im Inneren des Grand Canyon unweit des Colorado River.
Die Such- und Bergungsmaßnahmen würden fortgesetzt, die betroffenen Wanderwege in den Canyon blieben vorerst geschlossen, erklärte der Nationalparkdienst.
Die Flut beschädigte laut US-Medien Campingplätze und Wanderwege im Nationalpark. Fast alle Fußgängerbrücken über den Bach Bright Angel seien zerstört worden, teilte der National Park Service (NPS) weiter mit. Auf Bildern und einem Video war zu sehen, dass das Gebiet rund um die Phantom Ranch verwüstet und mit Schlamm bedeckt wurde. Die Leiche eines 46-Jährigen sei am Sonntagabend am Colorado River, unweit von Crystal Rapids, geborgen worden, teilte der NPS auf X mit. Weitere Einzelheiten wurden bislang nicht veröffentlicht.
In einem früheren Beitrag in den sozialen Medien hatte der NPS zunächst mitgeteilt, dass mehr als ein Dutzend Menschen vermisst würden oder nicht auffindbar seien. Bis zum Sonntagmorgen seien 62 Menschen von der Phantom Ranch und dem unteren North Kaibab Trail gerettet worden, hieß es zudem. Weitere Evakuierungen seien geplant. Berichte über Verletzte liegen bislang nicht vor.
Die von der Sturzflut betroffenen Teile des Parks bleiben laut Mitteilung bis auf Weiteres geschlossen. Der Park teilte zudem mit, dass durch die Sturzflut Wasserleitungen beschädigt worden seien, und warnte vor Gewittern und Starkregen am Montag, die erneut zu Sturzfluten führen könnten.
Jährlich besuchen Millionen Menschen den Grand-Canyon-Nationalpark, der weltweit für seine beeindruckende Schluchten-Landschaft bekannt ist. Die meisten Touristen besuchen den bekannteren Südrand. Wegen der beschädigten Wasserleitung gelten laut Mitteilung am Südrand des Parks von Montag an strenge Wassersparmaßnahmen: So seien etwa Hotelübernachtungen nicht mehr überall möglich, auch mehrere Campingplätze und Wanderwege blieben zunächst geschlossen.