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Die Frau hinter der MondlandungComputerpionierin Margaret Hamilton gestorben

08.10.2026, 11:28 Uhr
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"Ich war die erste Programmiererin, die zum Team stieß, und die erste Frau, die sie einstellten", sagte Hamilton über ihre damalige Arbeit. (Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS)

Die Computerpionierin Margaret Hamilton ist verstorben. Unter ihrer Leitung wurde die erste bemannte Mondlandung möglich. Ohne sie hätten die Astronauten kurz vor der Mondoberfläche Probleme bekommen.

Die unter ihrer Leitung entwickelte Software trug entscheidend zur ersten bemannten Mondlandung bei: Nun ist die US-Wissenschaftlerin Margaret Hamilton im Alter von 90 Jahren verstorben. Ihr Todestag war bereits am 30. September, wie das Massachusetts Institute of Technology (MIT), an dem sie lange forschte, mitteilte.

Hamilton lernte das Programmieren zu einer Zeit, in der Berufsbezeichnungen wie "Softwareentwicklerin" oder "Informatikerin" noch nicht geläufig waren. Sie war nach ihrem Mathematikstudium 1959 nach Boston im US-Bundesstaat Massachusetts gezogen und arbeitete am MIT daran, die Computerprogramme für die geplanten Mondlandungen zu entwickeln. 1968 übernahm sie die Leitung des Forschungsteams, das für die Bordsoftware der Apollo-Missionen zuständig war.

"Man befürchtete, die Männer könnten rebellieren. Das taten sie aber nicht", sagte Hamilton dem Guardian 2019. "Mich reizte sowohl die Idee an sich als auch die Tatsache, dass so etwas noch nie zuvor gemacht worden war. Ich war die erste Programmiererin, die zum Team stieß, und die erste Frau, die sie einstellten."

1969 gelang den USA die erste bemannte Mondlandung mit der Mission Apollo 11. Hamiltons Software war dabei entscheidend. Wenige Minuten vor der Landung auf der Mondoberfläche meldete der Bordcomputer eine Überlastung. Es stand die Entscheidung im Raum, ob die Mission abgebrochen werden sollte. Doch die Software funktionierte genauso, wie Hamilton und ihr Team es vorgesehen hatten.

"Es wurde schnell klar, dass die Software nicht nur alle darüber informierte, dass ein hardwarebezogenes Problem vorlag, sondern dieses auch ausglich - indem sie die Aufgaben mit der höchsten Priorität neu startete und wiederherstellte. Die Mechanismen zur Fehlererkennung und -behebung haben die Situation gerettet", sagte Hamilton dem "Guardian".

Von Obama ausgezeichnet

Der damalige US-Präsident Barack Obama bezog sich auf diesen Vorfall, als er ihr 2016 die Presidential Medal of Freedom verlieh. "Unsere Astronauten hatten nicht viel Zeit, aber glücklicherweise hatten sie Margaret Hamilton", sagte er. Die Medaille ist eine der höchsten zivilen Auszeichnungen in den USA.

"Es gab keine zweite Chance. Das wussten wir", sagte Hamilton über ihre damalige Arbeit. "Rückblickend waren wir die glücklichsten Menschen der Welt; wir hatten keine andere Wahl, als Pioniere zu sein."

Der Leiter des Fachbereichs für Luft- und Raumfahrttechnik am MIT, Olivier de Weck, würdigte Hamiltons Verdienste. "Zu sagen, Margaret Hamilton sei eine Pionierin gewesen - zu sagen, sie sei ihrer Zeit voraus gewesen -, wäre eine dramatische Untertreibung", erklärte er. "Sie war Softwareentwicklerin zu einer Zeit, als dieses Fachgebiet noch in den Kinderschuhen steckte, und sie entwickelte nicht nur selbst fortschrittlichen Code, sondern leitete auch ein Team, das diese noch junge Technologie nutzte, um eines der komplexesten Systeme zu entwickeln, das die Menschheit je geschaffen hatte", fügte Weck hinzu.

Hamilton veröffentlichte mehr als 130 wissenschaftliche Fachartikel und gründete nach ihrer Zeit am MIT ein eigenes Softwareunternehmen. Sie hinterlässt eine Tochter, zwei Enkel und vier Urenkel.

Quelle: ntv.de, raf/AFP

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