Panorama

Sieg vor GerichtChrista Pike hat neue Überlebenschance

09.10.2026, 12:48 Uhr
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Die Anwälte von Christa Pike kämpfen seit der gescheiterten Hinrichtung an mehreren juristischen Fronten. (Foto: dpa)

Die Giftspritze sollte Christa Pike töten, doch sie überlebte. Jetzt ist die verurteilte Mörderin wieder wach - und kämpft gegen einen erneuten Hinrichtungsversuch. Ihre Anwälte können dabei einen ersten Erfolg verzeichnen.

Christa Pike hat nach ihrer missglückten Hinrichtung einen juristischen Sieg errungen. Richterin I'Ashea Myles entschied, dass der Fall vor dem Chancery Court des Davidson County in Nashville wieder aufgenommen werden soll. Das berichten mehrere US-Medien.

Die verurteilte Mörderin sollte am 30. September als erste Frau seit mehr als 200 Jahren im US-Bundesstaat Tennessee hingerichtet werden. Die 50-Jährige überlebte jedoch als erste Todeskandidatin des Landes die tödliche Injektion.

Bereits im Januar reichte ihr Anwaltsteam eine Klage vor Gericht ein, in der es das staatliche Protokoll zur tödlichen Injektion angefochten hatte. Diese Klage wurde im Mai vom Obersten Gerichtshof von Tennessee abgewiesen, wie aus Gerichtsakten hervorgeht. In der Klage war das Gericht aufgefordert worden, die Anwendung der tödlichen Injektion gegen Pike zu stoppen, da diese in ihrem Fall verfassungswidrig sei.

"Das neue Hinrichtungsprotokoll von Tennessee, das nur ein einziges Medikament (Pentobarbital) vorsieht, ist mit denselben Problemen behaftet, die seit Jahrzehnten misslungene Hinrichtungen kennzeichnen: Geheimhaltung, absichtliches Auslassen, mangelnde Detailgenauigkeit und ungeschultes und nicht lizenziertes Gefängnispersonal, das versucht, die medizinische Rolle zu übernehmen", schrieben Pikes Anwälte. Sie argumentierten außerdem, dass Pikes "körperliche Merkmale" - unter anderem enge Venen - das Einführen einer Nadel erschwerten. Nach Ansicht des Richters hatte Pikes Anwaltsteam aber nicht nachweisen können, dass für sie ein erhebliches Risiko von Schmerzen, schwerer Krankheit oder unnötigem Leiden bestand, sodass ihre Hinrichtung vollzogen werden konnte.

Beinahe hirntot

Myles schrieb nun, Pike habe "extreme, einzigartige, außergewöhnliche oder außerordentliche Umstände" dargelegt, die es ihr nun erlaubten, vor Gericht Rechtsschutz zu suchen. Nach der zweiten fehlgeschlagenen Hinrichtung im Bundesstaat Tennessee seit Mai setzte Gouverneur Bill Lee alle verbleibenden Todesurteile für dieses Jahr aus und ordnete eine unabhängige Untersuchung der Ursachen an. Bei einer Gerichtsverhandlung vor Richter Myles am Mittwoch antwortete der stellvertretende Generalstaatsanwalt von Tennessee, William Ayers, auf die Frage des Richters, ob die Hinrichtung neu terminiert würde: "Diese Frage kann ich nicht beantworten."

Pikes Anwaltsteam gab in der Verhandlung an, dass ihr mit mindestens sieben Nadeln zwei Dosen Pentobarbital verabreicht worden waren, wobei eine Nadel aus ihrem im 90-Grad-Winkel angewinkelten Arm austrat. Die verurteilte Mörderin blieb danach bewusstlos und in einem kritischen Zustand.

Ihre Anwälte sagten, ihnen sei am Montag mitgeteilt worden, dass sie hirntot sei und die lebenserhaltenden Maßnahmen am folgenden Tag eingestellt würden. In einer überraschenden Wendung der Ereignisse wachte Pike jedoch am Dienstag auf und kann nun angeblich sprechen und gehen. Am Mittwoch sagte ihr Anwalt Randy Spivey auf einer Pressekonferenz, sie habe nach ihrer missglückten Hinrichtung ein Blutgerinnsel im Arm, eine Lungenentzündung und könne nicht essen.

Quelle: ntv.de, sba

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