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VIP VIP, Hurra!Von Hammerfrauen, Vampiren und einem finsteren Heiden

25.09.2026, 17:06 Uhr Bildschirmfoto 2026-02-21 um 21.32.44Die Promikolumne von Verena Maria Dittrich
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Stilikone, Schauspielerin und ziemlich gute Gärtnerin: Pamela Anderson. (Foto: Getty Images for Vogue)

Berlin wird von Vampiren bedroht, bei den Windsors ist selbst 30 Jahre nach Dianas Tod noch keine Familiengeschichte auserzählt und Uschi Obermaier wird 80. Dazu gibt's ein fettes Gerstenkorn, eine geschminkte Pamela Anderson und Reinhard Mey mit dem lieben Gott. Kann eine Woche mehr bieten?

Nach wie vor ist Berlin in aller Munde, und wer die Nachrichten verfolgt, könnte zu dem Schluss kommen, dass die Hauptstadt ihrem Ruf mit geradezu preußischer Pflichterfüllung gerecht wird. An allen Ecken und Enden wird nicht nur gespart, nein, es scheppert jetzt auch, und während in den guten alten, urigen Eckkneipen bei Bier, Buletten und Sülze noch ganz traditionell über den Untergang des Abendlandes vor sich hinberlinert wird, streitet der Rest der Stadt über Clans, die Linke und die Frage, ob Berlin nun endgültig verloren ist.

Aufmerksame Leser dieser Kolumne werden sich allerdings erinnern, dass ich vergangene Woche, knallhart und unbestechlich, beschlossen hatte, mich auf die positiven Dinge des Lebens und dieser angeblich dem Untergang geweihten Stadt zu konzentrieren. Und das ziehe ich jetzt gnadenlos durch, Freunde der Freiheit und natürlich auch des Grünen Gewölbes.

Proletarier aller Länder, vereinigt euch vor den Litfaßsäulen der Hauptstadt! Sehet, wie gut es uns (noch) geht! Denn die Plakate an den Litfaßsäulen zeigen auf, was uns bevorsteht: Berlin wird in der Zukunft nämlich zur "City of Blood". Niemand kommt an der Werbung für das apokalyptische Serien-Spektakel vorbei. Und diese Serie, ja, die sollte uns allen ein Mahnmal sein, denn was uns erwartet, ist alles andere als berauschend. Die Hauptstadt ist zu einem Stadtstaat geworden, die Spree ist ausgetrocknet, der Tiergarten zur Wüste verdorrt, draußen herrschen unerträgliche Hitze, Kriminalität und Korruption und die Privilegierten leben unter einem vollklimatisierten Dome.

Und als wäre das alles nicht schon irre genug, kontrollieren Vampire Teile des organisierten Verbrechens. Da möchte man den Berlinern der Gegenwart doch zurufen: Genießt das Jetzt, solange ihr noch könnt! Bald schon werden blutrünstige Typen mit langen Eckzähnen hinter euch her sein. Und nein, für all jene, die jetzt an "Interview mit einem Vampir" denken und meinen, von einem, der aussieht wie Brad Pitt oder Tom Cruise, gebissen zu werden, könne ja durchaus seinen Reiz haben: nix da. Der Berliner Vampir sieht aus wie Lars Eidinger in einer Variante von "Buffalo Bill" aus "Das Schweigen der Lämmer". Romantik ist also auch gestrichen. Lars, wenn du das liest, nicht persönlich nehmen. Bleib bissig!

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Wer würde gern von Lars Eidinger gebissen werden? (Foto: The Walt Disney Company)

"City of Blood" und natürlich auch meine Wenigkeit lehren uns also, das Hier und Jetzt mehr zu schätzen. Freuen wir uns: Die Spree führt noch Wasser, Berlin ist noch kein von Vampiren kontrollierter Stadtstaat und selbst die Windsors gibt es noch. Ein Glück! Was wären wir, das gemeine Fußvolk, ohne die wöchentlichen Meldungen aus dem britischen Palast, die uns immer wieder aufs Neue aufzeigen, dass die Royals auch nichts anderes sind als eine schrecklich nette Familie.

Eine schrecklich royale Familie

Die 300-Jährigen unter Ihnen oder jene, die bereits von einem Vampir gebissen wurden, erinnern sich vielleicht noch an diverse 80er-Jahre-Serien. Etwa an Al Bundy und seine Peggy oder an den ZDF-Kracher "Ich heirate eine Familie". Und so in etwa muss man sich das tatsächlich auch bei den Windsors vorstellen, nur mit dem Unterschied, dass "die Dumpfbacke" keinen Adelstitel trägt. Dafür aber reichte Peggy Bundys modischer Einfluss bis nach Berlin-Hellersdorf und wirkt sich bis heute auf Cindy aus Marzahn aus. Darüber müsste die "Vogue" mal eine Fotostrecke machen! Aber dazu kommen wir später.

Jetzt erst mal zu Folge 42.423 der "schrecklich royalen Familie". Es sind schlechte Zeiten. Die guten gibt's nur bei unserem RTL. Drama diese Woche: Dianas Bruder Charles Spencer hat ein Buch geschrieben. Der Titel: "Swan Song: Diana, meine Schwester".

Seit Tagen herrscht helle Aufregung, denn der Earl of Spencer, der in den Medien auch schon mal als "royaler Wutbürger" bezeichnet wird, hat auf 384 Seiten seine Erinnerungen an seine Schwester zusammengetragen und dabei vor allem ihren Ex-Mann und heutigen König Charles porträtiert. Mensch, das muss da schlimmer ablaufen als beim "Denver-Clan". Man kann wahrlich von Glück reden, dass im Hause Windsor aktuell noch niemand die Treppe runtergesegelt ist.

Unter anderem schildert der Earl einen heftigen Streit nach Dianas Tod, darüber, ob William und Harry hinter dem Sarg ihrer Mutter herlaufen sollten. Spencer war dagegen, Charles dafür. Der Buckingham-Palast hat auf das Buch des schwatzenden Schwagers scharf reagiert und sinngemäß erklärt, Trauer könne Erinnerungen vernebeln.

Man muss sich das mal vorstellen: Diana ist seit fast 30 Jahren tot, ihre Ehe mit Charles noch länger Geschichte und trotzdem schafft diese Familie es zuverlässig, jeden alten Streit aufzuwärmen wie Wirtin Moni vom "Bolle Eck‘" die Königsberger Klopse vom Vortag.

Falls RTL+ noch Stoff für eine neue royale Serie braucht: Harry hat ein Buch über die Familie geschrieben, Charles Spencer ein Buch über Diana und Charles, William redet nicht mehr mit Harry, der Palast redet über Spencer und Meghan redet im Podcast. Fehlt eigentlich nur noch, dass der erste Windsor ins Dschungelcamp zieht. Nun ja, auch da war mit Mike Tindall, dem Mann der Charles-Nichte Zara Tindall, zumindest ein angeheiratetes Mitglied der Königsfamilie bereits.

80 Jahre Uschi und noch immer Rock'n'Roll

Genug von den Windsors. Wenden wir uns einer echten Königin zu: Uschi Obermaier wird in dieser Woche 80. Und natürlich könnte man angesichts dieses runden Geburtstags über ein Leben schreiben, für das andere ungefähr vier benötigen würden: alle nackig in Kommune I, Rainer Langhans, Mick Jagger, Keith Richards und Rock'n'Roll, vor allem im Herzen. Ja, man könnte darüber schreiben, wie eine junge Frau aus München zu einem Gesicht der 68er und der sexuellen Revolution wurde, ganz ohne Insta und Tiktok.

Oder man titelt, wie so manche Medien, in heiterer Einfalt: "So sieht Uschi Obermaier heute aus." Klar sieht Uschi mit 80 nicht mehr aus wie Uschi mit 20. Das ist, soweit mir bekannt, der natürliche Lauf der Dinge, und ob man das jetzt glaubt oder nicht, man munkelt, dass es sogar Männer betrifft. Während Frauen sich leider immer wieder die journalistisch anspruchsvolle Frage gefallen lassen müssen, ob man ihnen ansieht, dass seit ihrem 25. Geburtstag tatsächlich 55 Jahre vergangen sind. Glückwunsch, Uschi! Ich wünsche jenen, die dir an deinem Geburtstag mit der Lupe ins Gesicht kriechen, ein richtig fettes Gerstenkorn im Auge.

Noch so eine "Hammerbraut" wie Uschi, um es mal im "Playboy"-Sprech zu sagen, ist Pamela Anderson. 14-mal war sie allein auf dem US-Cover des Magazins, und seitdem hat sie sich immer wieder neu erfunden. Vom Sexsymbol zur ungeschminkten Stilikone, die in ihrem Garten Gurken erntet und auf ihrem eigenen Substack über das Leben philosophiert. Jahrelang war sie zuletzt "pur" zu sehen und ihre natürliche Schönheit inspirierte viele Frauen, auch auf Make-up zu verzichten.

Jetzt aber machte die Schauspielerin eine Ausnahme vom Nude-Look. Bei der "Vogue World" in Mailand erschien sie mit schwarzen Smokey Eyes und platinblonden Old-Hollywood-Locken. Die Frau ist der Knaller!

Reinhard Mey und der liebe Gott

Und weil wir uns vorgenommen hatten, auch diese Woche wieder nach den guten Dingen Ausschau zu halten, endet diese Kolumne mit einem Mann, bei dem das Tempo inzwischen auch ein anderes ist. Reinhard Mey, 83 Jahre alt, veröffentlicht heute sein mittlerweile 30. Studioalbum "Schatzhauser", ein spätes, melancholisches Album, auf dem einer, der fast sein ganzes Leben lang über das Leben gesungen hat, inzwischen naturgemäß auch darüber nachdenkt, wie es endet.

Mey bezeichnet sich als "finsteren Heiden", erzählt aber gleichzeitig, wie tröstlich er die Vorstellung findet, auch als Agnostiker am Ende "in Gottes Hand" zu liegen. Auf dem neuen Album zitiert er Psalm 23, und obschon seine Eltern, wie er sich erinnert, keine besonders frommen Leute waren, seien Nächstenliebe und Verzeihen für ihn hohe Ideale.

Hallo, kann bitte mal einer den Windsors Meys neues Album zukommen lassen? Bitte bleiben Sie positiv und denken Sie einfach daran, dass die Vampire bis dato weder die politische Macht übernommen noch Sie gebissen haben!

Bis nächste Woche!

Quelle: ntv.de

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