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Zwei Wochen nach König HaraldNorwegen nimmt Abschied von Prinzessin Astrid

23.09.2026, 16:20 Uhr
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Nach der Trauerfeier wurde der Sarg von Prinzessin Astrid aus der Kirche auf den Friedhof getragen und dort beigesetzt. (Foto: picture alliance/dpa/Pool NTB)

Hinter der norwegischen Königsfamilie liegen tragische Wochen. Nur zwei Tage nach der Beisetzung von König Harald starb auch dessen ältere Schwester Astrid. Die Prinzessin ist nun ebenfalls in Oslo zur letzten Ruhe gebettet worden.

Nur zwei Wochen nach der Beerdigung von König Harald V. hat die norwegische Königsfamilie erneut eines ihrer Mitglieder zu Grabe tragen müssen. Prinzessin Astrid, die ältere Schwester des verstorbenen Monarchen, wurde auf dem Friedhof der Ris-Kirche in Oslo beigesetzt.

Zuvor war der Prinzessin in einer Trauerfeier gedacht worden. An der Zeremonie nahmen neben König Haakon und Königin Mette-Marit auch Kronprinzessin Ingrid Alexandra und Königin Sonja teil. Sie saßen in der ersten Reihe der voll besetzten Kirche. Ebenso waren Prinzessin Märtha Louise und ihr Ehemann Durek Verrett mit ihren Töchtern Maud Angelica, Leah Isadora und Emma Tallulah Behn vertreten.

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Bischöfin Sunniva Gylver streute während der Zeremonie Erde auf den Sarg der Prinzessin. (Foto: picture alliance/dpa/Pool NTB)

Prinz Sverre Magnus stand dagegen nicht auf der Gästeliste. Er hat inzwischen sein Studium in Lissabon begonnen. Auch Marius Borg Høiby, Mette-Marits Sohn aus einer früheren Beziehung, war nicht unter den Trauergästen. Er wartet mit einer Fußfessel im Hausarrest auf den Beginn des Berufungsprozesses, nachdem er im Juni unter anderem wegen zwei Vergewaltigungen verurteilt worden war. Während er an der Beerdigung von König Harald noch teilgenommen hatte, stellte er diesmal keinen Antrag auf einen Haftausgang.

Gedenkrede von Jens Stoltenberg

Zu den Gästen aus anderen europäischen Königshäusern, die zu Astrids Beisetzung anreisten, zählte etwa Schwedens Kronprinzessin Victoria als Vertreterin ihrer Familie. Aus Belgien nahmen Prinzessin Astrid und ihr Ehemann Prinz Lorenz an der Zeremonie teil. Das britische Königshaus entsandte hingegen niemand nach Oslo.

Besonders persönlich wurde die Zeremonie bei der Gedenkrede des norwegischen Finanzministers und früheren Nato-Generalsekretärs Jens Stoltenberg. Er erinnerte an Astrids direkte Art, ihren Humor und ihre lange Freundschaft zu seinem Vater Thorvald Stoltenberg. Einige seiner Anekdoten sorgten dabei auch für Lachen unter den Angehörigen und Gästen.

Am Ende seiner Rede kam Stoltenberg auf Astrids Rolle als große Schwester von König Harald zu sprechen. Harald sei ihr kleiner Bruder gewesen - und ein kleiner Bruder bleibe dies ein Leben lang. Astrid sei bei seiner Geburt ebenso dabei gewesen wie bei seinem Tod. "Astrid passte auf Harald auf", fasste Stoltenberg die besondere Verbindung der Geschwister zusammen.

Der Satz erhält auch deshalb eine besondere Bedeutung, weil Astrid ihren Bruder nur wenige Tage überlebte. Die 94-Jährige war am 11. September gestorben, zwei Tage zuvor hatte sie noch im Rollstuhl an Haralds Beerdigung teilgenommen. König Haakon würdigte seine Tante anschließend als wichtige Stütze seines Vaters und der gesamten Familie. Sie habe das Königshaus über Jahrzehnte "warm und pflichtbewusst" vertreten.

Beerdigung bewusst eher gewöhnlich

Stoltenberg wiederum griff in seiner Rede auch Astrids Liebesleben auf. Ihre Hochzeit mit dem bereits geschiedenen Johan Martin Ferner im Jahr 1961 hatte damals für Diskussionen gesorgt. Astrid habe jedoch für den Mann eingestanden, den sie liebte. Damit habe sie späteren Mitgliedern der Königsfamilie bei der Wahl ihrer Partner gewissermaßen den Weg bereitet, erklärte Stoltenberg.

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Finanzminister Jens Stoltenberg hielt eine Gedenkrede. (Foto: Getty Images)

Die Trauerfeier hatte mit "Pie Jesu", vorgetragen von Sissel Kyrkjebø, und mit dem Knabenchor Sølvguttene begonnen. Astrids mit der norwegischen Flagge bedeckter Sarg war von Blumen in herbstlichen Farben umgeben. Zwei Gardisten hielten daneben Ehrenwache. Zum musikalischen Programm gehörte auch Rolf Løvlands Ballade "You Raise Me Up".

Anders als die große staatliche Trauerfeier für König Harald im Osloer Dom war der Abschied von Prinzessin Astrid bewusst näher an einer gewöhnlichen Beerdigung gehalten. Die Ris-Kirche ist das Zentrum ihrer Heimatgemeinde. Das Gotteshaus wurde während der Zeremonie auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Quelle: ntv.de, vpr/spot

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