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"Nicht wie geplant"Konzerte von Kanye West in Russland abgesagt

01.10.2026, 00:37 Uhr
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Kanye West bei einem Auftritt in New Orleans. (Foto: Getty Images)

Im Oktober soll Kanye West eigentlich in Russland spielen. Nun werden die Konzerte spontan abgesagt, Gründe nennt der Konzertveranstalter nicht. Ob es an der Hitler-Begeisterung des Rappers liegt, ist unklar.

Die zwei Konzerte des umstrittenen US-Rappers Ye, auch bekannt als Kanye West, im russischen St. Petersburg sind abgesagt worden. "Liebe Freunde, wir müssen euch leider mitteilen, dass die Ye-Konzerte in St. Petersburg zu den geplanten Terminen nicht stattfinden können", teilte der Moskauer Konzertveranstalter Say-agency bei Telegram mit. "In Kürze werden wir Euch eine offizielle Erklärung zum Stand des Projekts und zu den weiteren Plänen zukommen lassen."

Ab dem 12. Oktober werde die Kostenrückerstattung für die bereits verkauften Karten anlaufen. Die Preise bewegten sich zwischen umgerechnet knapp 100 und bis zu 1700 Euro. Details dazu würden später bekanntgegeben. Einem Bericht der Wirtschaftszeitung "Kommersant" zufolge sollen Behörden gegen die Veranstalter Ermittlungen wegen möglichen Betrugs eingeleitet haben.

Mitte September waren die Konzerttermine von der Tourliste des Rappers bereits verschwunden. Zuvor hatte die als Konzertort vorgesehene Gazprom Arena mit Platz für 80.000 Zuschauer in St. Petersburg über fehlende Verträge für die Shows informiert. "Dementsprechend kann das Konzert nicht auf unserem Gelände stattfinden", hieß es bereits wenige Tage nach der Ankündigung im August.

"Statt seiner Setlist soll er russische Lieder spielen"

Medien spekulierten über politischen Druck, da der Rapper unter anderem auch als Verehrer von Adolf Hitler negativ aufgefallen war. Zuvor löste die Ankündigung selbst in kremltreuen Kreisen für Aufregung. Der Parlamentsabgeordnete Nikolai Nowikow forderte etwa, dass der Rapper, wenn er schon in Russland Geld kassieren wolle, vor dem Auftritt seine "moralische Unterstützung" für den Krieg gegen die Ukraine bekunden solle. Sonst müsse das Konzert abgesagt werden.

Andere Abgeordnete wiederum warfen West eine Vorliebe für den Diktator Adolf Hitler vor. Ultranationalisten der antiwestlichen Bewegung Sorok Sorokow kündigten an, die Texte des Rappers auf in Russland verbotene Inhalte - wie die Verherrlichung von Drogen - unter die Lupe zu nehmen. Die BBC berichtete, dass der konservative Politiker Vitali Milonov zudem forderte, dass der Musiker statt seiner gewohnten Setlist traditionelle russische Lieder spielen solle.

Dagegen lobte etwa die im Kulturausschuss des Parlaments tätige Abgeordnete Jelena Drapeko, dass sie dem Musiker "vor dem Hintergrund einer allgemeinen antirussischen Hysterie" im Westen dankbar sei für sein Kommen.

Hakenkreuz-Shirts und Hitler-Lied

Der US-Musiker hatte Auftritte in der Heimatstadt des russischen Präsidenten Wladimir Putin für den 10. und 11. Oktober geplant. Nach Bekanntwerden der Daten gab es einen Ansturm unter anderem auf Bahntickets in die russische Metropole an der Newa. Die günstigsten Karten für die Konzerte für umgerechnet rund 100 Euro waren Medienberichten zufolge innerhalb kürzester Zeit ausverkauft.

Kanye West zählt zu den einflussreichsten und zugleich am stärksten polarisierenden Musikern. Immer wieder fiel der Ex-Mann von Kim Kardashian mit rassistischen und antisemitischen Aussagen auf. So verkaufte er beispielsweise T-Shirts mit Hakenkreuzen darauf und veröffentlichte einen Song mit dem Titel "Heil Hitler". Deshalb kassierte er auch schon Absagen von Konzerten in anderen Ländern - etwa im Juli in Italien.

Quelle: ntv.de, kaz/dpa

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