Mette-Marit musste absagenKönig Haakon VIII. legt Eid auf die Verfassung ab

Norwegens neuer König Haakon VIII. hat vor dem Parlament in Oslo den Eid auf die Verfassung abgelegt. Königin Mette-Marit musste ihre Teilnahme aus gesundheitlichen Gründen absagen.
König Haakon VIII. hat im Storting in Oslo seinen Eid auf die Verfassung abgelegt. Die Vereidigung ist ein wichtiger Schritt eines Machtwechsels in der Monarchie und soll verdeutlichen, dass die Befugnisse und Vorrechte des Königs durch die Verfassung begrenzt und geregelt sind. Krönungen wurden in Norwegen 1908 abgeschafft. Die königlichen Aufgaben sind im Wesentlichen symbolischer und repräsentativer Natur.
Im Parlament sprach Haakon die Worte: "Ich gelobe und schwöre, das Königreich Norwegen gemäß seiner Verfassung und seinen Gesetzen zu regieren, so wahr mir der allmächtige und allwissende Gott helfe." Er wiederholte außerdem seinen Wahlspruch "Alles für Norwegen", den er von seinem Vater übernommen hat. Mit dem Tod von König Harald V. am 28. August war Haakon mit sofortiger Wirkung der neue König von Norwegen geworden.
Als Haakon VIII. am Dienstagmittag in einer offenen Limousine vom Schloss zum Parlament fuhr, um dort den Eid abzulegen, hatten sich viele Menschen am Straßenrand versammelt, um einen Blick auf den neuen Monarchen zu erhaschen. Über einen roten Teppich schritt der König anschließend in das Parlament. Haralds Witwe, Königin Sonja, sowie die Kinder des Königs, Kronprinzessin Ingrid Alexandra und Prinz Sverre Magnus, begleiteten Haakon.
Bei der Vereidigung saß Kronprinzessin Ingrid Alexandra neben ihrem Vater. Sie steht nun auf Rang eins der Thronfolge und sollte im Laufe des Tages ebenfalls schriftlich einen Eid ablegen. Auch König Haralds Witwe Sonja, war anwesend, ebenso wie Prinz Sverre Magnus.
Königin Mette-Marit unter Beobachtung
Norwegens neue Königin Mette-Marit konnte wegen Komplikationen nach ihrer Lungentransplantation nicht bei der Vereidigung ihres Mannes dabei sein. Sie musste ihre Teilnahme an der Zeremonie kurzfristig absagen. "Die Königin hatte seit der Operation in einigen Fällen Komplikationen, auch heute", erklärte Lungenarzt Are Holm vom Reichskrankenhaus in Oslo laut einer Mitteilung des Hofs. "Daher muss die Königin im Laufe des Tages beobachtet und überwacht werden."
Das Parlament legte in Gedenken an den verstorbenen König eine Schweigeminute ein. Harald V. hatte seit 1991 auf dem Thron gesessen. Er litt unter gesundheitlichen Problemen und starb am Freitag im Alter von 89 Jahren. Seine Beisetzung ist für den 9. September geplant.
Bis zum Tag vor dem Begräbnis kann sich das Volk ab Dienstagnachmittag in der Schlosskapelle von dem beliebten Monarchen verabschieden: Dort dürfen Besucherinnen und Besucher langsam an dem geschlossenen Sarg des Monarchen vorbeigehen, um Harald persönlich die letzte Ehre zu erweisen. Viele Menschen standen dafür schon am Mittag an.