Unterhaltung

"Feindseliger Akt"Alphaville regen sich öffentlich über Festivalabsage auf

02.09.2026, 15:36 Uhr
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Alphaville-Frontmann Marian Gold will sich keinen "Maulkorb" verpassen lassen. (Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress)

Die Band Alphaville behauptet, kurz vor einem Festivalauftritt ausgeladen worden zu sein - weil sich Sänger Marian Gold zuvor politisch geäußert hatte. Während die Musiker von einem "Maulkorberlass" sprechen, verteidigt der Veranstalter sein Vorgehen.

Alphaville werden am kommenden Freitag nicht wie geplant beim "Glücksgefühle"-Festival am Hockenheimring auftreten. In einem Instagram-Beitrag erklärt Frontmann Marian Gold, dass sich die 80er-Jahre-Band auf ihren Auftritt gefreut habe, der Veranstalter sie jedoch kurzfristig ausgeladen habe. "Und dies mit einer Begründung, die uns einigermaßen fassungslos gemacht hat", so Gold.

Der Grund für die Auftrittsabsage sei, dass Markus Krampe, seines Zeichens der Veranstalter des Musikevents, angeblich "keine politischen Themen oder Äußerungen jeglicher Art" auf der Bühne dulde. "Diese Begründung gleicht aus unserer Sicht einem Maulkorberlass - uns allen bestens bekannt aus Diktaturen", schreibt Gold bei Instagram. "Dass eine derartige Einschränkung der Meinungs-, Rede- und Kunstfreiheit nun auf einem der größten Popfestivals Deutschlands angekommen zu sein scheint, empfinden wir als absolut untragbar und erschütternd."

"Alphaville halten Meinungsfreiheit, Toleranz und Demokratie noch immer für hohe Güter, die mit allen legalen Mitteln verteidigt werden müssen, auch und gerade von Künstlerinnen und Künstlern", fährt der Sänger in seinem Beitrag fort. Die Ausladung empfinde die Band als "feindseligen und vollkommen unnötigen Akt", der "tief blicken lasse", was das "Demokratie- und Weltverständnis des Verantwortlichen betrifft".

Eine ntv.de Anfrage bezeichnete der Festival-Veranstalter das Verhalten von Alphaville und Marian Gold als "inakzeptabel". "Wir lassen uns nicht in irgendeine politische Ecke drängen und werden uns hier mit allen Mitteln wehren", hieß es. Das Festival solle "komplett unpolitisch" bleiben - und zwar in Bezug auf jegliche politische Richtung. "Unsere Bühne soll der Musik gehören - nicht politischen Auseinandersetzungen."

Der Veranstalter verwies darauf, dass Alphaville kürzlich bei zwei anderen von ihm organisierten Veranstaltungen aufgetreten waren. Beim ersten Auftritt der Band im Rahmen der Reihe "Die 80er live" habe sich Sänger Marian Gold auf der Bühne politisch geäußert. Tatsächlich hatte der Alphaville-Frontmann während seines Auftritts bei der Show in Hamburg erklärt, es dürfe nicht sein, dass mit der AfD "uns die Nazis unser Land wegnehmen".

Im Anschluss will Veranstalter Markus Krampe Gold darauf hingewiesen haben, dass solche Aussagen auf den Bühnen seiner Veranstaltungen nicht gewünscht seien. Bei einem zweiten Auftritt wurde diese Vorgabe demnach eingehalten. Vor dem am Freitag geplanten "Glücksgefühle"-Festival habe er seinen Standpunkt nochmals deutlich gemacht. "Uns geht es dabei ausdrücklich nicht um die politische Haltung von Marian Gold oder Alphaville und auch nicht darum, jemandem seine persönliche Meinung abzusprechen. Es geht ausschließlich darum, welchen Rahmen wir als Veranstalter für unsere Veranstaltungen und unsere Bühnen setzen."

Markus Krampe möchte glückliche Fans

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Für Eventmanager Markus Krampe sind politische Themen auf seinen Festivals tabu. (Foto: picture alliance / Panama Pictures)

Weiter hieß es in dem Pressestatement: "Selbstverständlich wissen wir, dass die Meinungsfreiheit in Deutschland ein hohes Gut ist, und wir respektieren und schützen dieses Recht. Gleichzeitig haben auch wir als Veranstalter das Recht, den Rahmen für unsere Veranstaltungen festzulegen."

Man wolle den Besucherinnen und Besuchern des Glücksgefühle-Festivals "einfach eine gute Zeit" ermöglichen. Das bedeute, dass das Festival ein Ort sei, an dem "jeder seine Sorgen des Alltags vergessen kann und soll". "Wir möchten die Menschen für drei Tage in eine andere Welt entführen - mit Musik, Freude und gemeinsamen Erlebnissen." Genau deshalb sei darum gebeten worden, politische Äußerungen auf der Bühne zu unterlassen. "Darauf konnten wir uns mit Alphaville letztlich nicht einigen, weshalb es nicht zu einem Auftritt gekommen ist." Die Haltung des Veranstalters sei klar: Das Festival ist und bleibe "unpolitisch".

Quelle: ntv.de, csp

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