Das war Montag, der 27. Juli 2026
Liebe Leserinnen und Leser,
der Anschlag beim CSD in Berlin wirkte auch heute noch nach. Mittlerweile gibt es massive Kritik an der Justiz, die den Islamisten Abdul B. auf Bewährung freiließ. Auch die Polizei schaffte es anschließend trotz mehrerer Überwachungsmaßnahmen nicht, den Anschlag zu verhindern. Mehr dazu können Sie hier lesen.
Was war sonst noch wichtig?
Ich wünsche Ihnen einen erholsamen Schlaf. Der Tag ist morgen wieder für Sie da.
Rumänien schaltet Atomreaktor ab
Rumänien schaltet wegen des niedrigen Wasserstands der Donau ab Dienstag einen seiner beiden Atomreaktoren ab. Das Energieministerium in Bukarest teilte mit, die Maßnahme diene dem Schutz der Kühlsysteme. Der Pegel des Flusses sei auf den niedrigsten Stand seit 30 Jahren gesunken.
Der staatliche Betreiber Nuclearelectrica verfügt über zwei Reaktoren mit einer Leistung von jeweils 706 Megawatt, die etwa ein Fünftel der rumänischen Stromproduktion ausmachen. Um den geschätzten Spitzenbedarf von 7300 Megawatt in dieser Woche zu decken, muss das Land bei einer eigenen Erzeugung von bis zu 4300 Megawatt die Differenz durch Importe ausgleichen.
Tornado an der Elbe "macht in zehn Sekunden alles kaputt"
Ein Wirbelsturm zieht über eine Gemeinde in Schleswig-Holstein und richtet enorme Schäden an. Anwohner berichten, der Spuk sei nach wenigen Augenblicken vorbei gewesen. Zurück bleiben abgedeckte Dächer, zerstörte Hallen und Glassplitter in den Gärten:
Ausschließeritis vor Wahl: Es sieht finster aus für Sachsen-Anhalt
Derzeit sieht es nicht so aus, als würde in Sachsen-Anhalt nach der Landtagswahl eine Regierungskoalition zustande kommen. CDU-Ministerpräsident Sven Schulze schloss auf einer Veranstaltung des Redaktionsnetzwerks Deutschland eine Koalition sowohl mit der AfD als auch mit der Linken aus. AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund setzt dagegen auf eine Alleinregierung der in dem Bundesland als gesichert rechtsextrem eingestuften Partei und lehnt Koalitionen mit allen anderen Parteien ab. In der letzten Umfrage von INSA kam die AfD auf 41 Prozent, die CDU auf 24 Prozent, die Linke erreichte 14 Prozent und die SPD fünf Prozent. Die FDP, Grüne und BSW würden mit vier Prozent nicht in den Landtag einziehen, sonstige Parteien lagen ebenfalls bei vier Prozent.
Das würde bedeuten, dass die AfD die absolute Mehrheit knapp verfehlen würde. Da die CDU nicht mit der Linkspartei koalieren will, würde keine Konstellation für eine Mehrheit reichen. Die Kampagne "Taktisch Wählen 2026" ruft dazu auf, Parteien wie SPD oder Grüne durch strategische Kreuze bei den Erst- und Zweitstimmen vor dem Scheitern an der Fünf-Prozent-Hürde zu bewahren und so eine absolute Mehrheit der AfD im Landtag zu verhindern.
Angreifer mit Messern verletzt mehrere Frauen in Paris
In Paris attackiert ein Mann mit zwei Messern mehrere Frauen. Ein Augenzeuge filmt, wie der mutmaßliche Angreifer offenbar verwirrt durch die Straßen läuft. Kurz darauf überwältigt ein Polizist den Mann, bringt ihn zu Boden. Seine Kollegen können ihn festnehmen:
Deutscher Urlauber stirbt in Italien
Ein 84 Jahre alter deutscher Urlauber ist vor der toskanischen Küste ertrunken. Der Mann geriet nach Angaben italienischer Rettungskräfte vor einem Strandbad in der Gemeinde Marina di Castagneto Carducci in der Provinz Livorno in Not und konnte nur noch leblos aus dem Meer geborgen werden.
Der Notruf ging laut Berichten italienischer Medien kurz nach 15 Uhr ein. Rettungskräfte, darunter ein Notarztteam, ein Rettungswagen und ein Rettungshubschrauber. Sie versuchten, den aus dem Wasser gezogenen Mann wiederzubeleben. Trotz der Maßnahmen starb der 84-Jährige noch am Unglücksort. Die genauen Hintergründe des Unglücks waren zunächst unklar.
Nach jahrelangem Streit wegen Straße: Stadt zahlt Bauer 9 Millionen Euro
Im hohen Norden geht anscheinend eine jahrelange Auseinandersetzung zu Ende - die für den Steuerzahler ziemlich teuer wird. Wie der "Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag" (SHZ) berichtet, kassiert ein Bauer aus dem Ort Tarup ganze 9 Millionen Euro von der Stadt Flensburg für Grundstücke, auf denen sich unter anderem eine Umgehungsstraße befindet. Diese wurde ohne seine Zustimmung gebaut und 2019 eröffnet. Dann erklärte ein Gericht den Bebauungsplan für rechtswidrig, ein Enteignungsverfahren war gescheitert.
Zu einer Einigung zwischen der Stadt und dem Bauern kam es in der Folge nie. Millionenzahlungen lehnte er immer wieder ab. An der Umgehungsstraße stellte er auf seiner Fläche ein Schild mit dem Aufdruck "Privat-Straße" auf. Zuletzt kündigte die Stadt an, nicht weiter verhandeln zu wollen und ein neues Enteignungsverfahren anzustreben. Bis heute Mittag wurde eine Frist zur Annahme des Angebots über 9 Millionen Euro gesetzt. In letzter Minute gab es laut SHZ die Einigung.
Polizei soll Abdul B. kurz vor dem CSD-Anschlag noch gefilmt haben
Weil der mutmaßliche CSD-Attentäter Abdul B. auf Bewährung freigelassen wurde, steht die Justiz derzeit massiv in der Kritik. Doch auch Sicherheitsbehörden haben die Gefahr möglicherweise nicht kommen sehen. Laut einer Recherche von "Süddeutscher Zeitung", NDR und WDR soll der 21-Jährige eine Stunde vor dem Anschlag noch gefilmt worden sein - durch eine vom Landeskriminalamt Berlin gegenüber seinem Hauseingang installierte Kamera. Auch sein Handy wurde demnach überwacht, genau wie seine Social-Media-Kanäle. Observationsteams seien ihm regelmäßig gefolgt. Trotzdem kam es zu der Tat.
Laut RTL Informationen soll es die Kamera gegeben haben, aber sie hätte den Anschlag nicht verhindern können, da Abdul B. sich im Vorfeld extrem unauffällig verhalten haben soll und es keinerlei Anzeichen für sein Vorhaben gegeben habe. Dem Bericht von "Süddeutscher Zeitung", NDR und WDR zufolge wurden die Aufnahmen der Kamera jeweils nach 24 Stunden ausgewertet.
Internationaler Strafgerichtshof wird um eine Nation ärmer
Der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) steht vor dem Verlust eines Mitglieds. Die Regierung des Tschad hat den Austritt angekündigt. Die Entscheidung erfolge nach einer "eingehenden Überprüfung der Arbeitsweise" des IStGH seit dessen Tätigkeitsbeginn 2002 sowie "seiner Bilanz", teilte ein Regierungssprecher mit. Die Effektivität des IStGH sei "begrenzt und unausgewogen". Zudem wirft der Tschad dem Gerichtshof einen unverhältnismäßigen Fokus auf afrikanische Länder vor.
Von den 13 Verfahren, die der Gerichtshof eingeleitet habe, beträfen neun afrikanische Staaten, gegenüber vier Fällen mit Bezug zu anderen Regionen der Welt, erklärte die Regierung weiter. Laut einer Erklärung auf der Website des Außenministers von vergangener Woche erfolgte der Schritt auf Ersuchen der USA. US-Außenminister Marco Rubio hatte eine Kampagne zur Isolierung des IStGH angekündigt. Der Strafgerichtshof und seine Befürworter führten "einen Krieg gegen unser Land", behauptete Rubio.
Tragisches Unglück an Einfamilienhaus: Arbeiter tot
In Schleswig-Holstein ist ein Bauarbeiter bei Erdarbeiten an einem Einfamilienhaus tödlich verletzt worden. Der 46-Jährige war am Sonntagvormittag in Leezen unter einem Treppenaufgang zu einem Hauseingang beschäftigt, als sich ein massives Stahlbetonteil löste und auf den Mann herabstürzte, wie die Polizei in Bad Segeberg und die Staatsanwaltschaft Kiel mitteilten.
Der Mann erlitt schwere Verletzungen und wurde zusätzlich durch herabrutschendes Erdreich verschüttet. Er wurde mithilfe des Technischen Hilfswerks geborgen, eine Notärztin konnte aber nur noch den Tod des Mannes feststellen. Die Polizei nahm Ermittlungen zum Unfallhergang und zur Klärung der Todesursache auf.
"Sensible Kontenpunkte" - Huthi-Miliz startet Angriffe
Auch wenn die USA ihre Attacken pausiert haben, gehen die militärischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten weiter. Die jemenitische Huthi-Miliz hat nach eigenen Angaben Drohnenangriffe auf die saudiarabische Ölinfrastruktur ausgeführt. "Sensible Knotenpunkte" für den Transport von Öl aus dem Osten Saudi-Arabiens nach Janbu im Westen am Roten Meer seien "mit mehreren Drohnen" attackiert worden, erklärte Huthi-Sprecher Jahja Saree. Die Angriffe sind demnach eine Reaktion auf das Eindringen von saudiarabischen Drohnen in den jemenitischen Luftraum.
Die vom Iran unterstützte Miliz hatte unlängst eine Blockade saudiarabischer Häfen am Roten Meer verkündet, wo auch Janbu liegt. Gleichzeitig ist die Schiffsroute durch die Straße von Hormus für den Transport von saudiarabischen Öl durch die iranischen Revolutionsgarden blockiert. Nach der Blockade-Ankündigung attackierten die Huthis eigenen Angaben zufolge zwei Öltanker im Roten Meer, Saudi-Arabien griff Ziele in von den Huthis kontrolliertem Gebiet an.
Sechs Polizeitransporter in Unfall verwickelt
Einen bizarren Unfall hat es am Wochenende auf der A115 in Berlin-Nikolassee gegeben. Gleich sechs Polizeitransporter krachten dort ineinander. Eine 43 Jahre alte Autofahrerin wollte am Sonntagvormittag einer Polizeikolonne aus acht Fahrzeugen Platz machen, wie die Polizei mitteilte. Die Frau bremste und fuhr dann nach rechts. Der Fahrer des ersten Polizeifahrzeugs bremste darauf ebenfalls und es kam zum Unfall.
Laut Polizei fuhren sechs Kleingruppenwagen ineinander, ein Fahrzeug prallte auch gegen den Wagen der Frau. Fünf der sechs Transporter waren nach der Karambolage nicht mehr fahrbereit, verletzt wurde niemand. Die Wagen der Bundespolizei waren mit eingeschaltetem Blaulicht und Martinshorn unterwegs. Zu welchem Einsatz sie wollten, war zunächst nicht bekannt.
Drei Menschen springen bei Delfinshow in Duisburg plötzlich ins Becken
Während einer Delfinshow im Duisburger Zoo sind drei Tierschutzaktivisten in ein Wasserbecken gesprungen und haben gegen die Haltung der Tiere protestiert. Die Show wurde daraufhin abgebrochen und das Delfinarium mit rund 1200 Zuschauern geräumt, wie die Polizei in der nordrhein-westfälischen Stadt mitteilte. Gegen die drei wurde Anzeige wegen Hausfriedensbruchs erstattet.
Bei den Aktivisten handelte es sich demnach um zwei Männer im Alter von 34 und 41 Jahren und eine 29-jährige Frau. Sie hielten laut Polizei bei der Protestaktion am Sonntag Transparente mit Aufschriften wie "Sie verdienen den Ozean" oder "Kein Tier wählt die Gefangenschaft" hoch.
Neue Eskalation? Geheimdienst hält Bodenoffensive im Iran für möglich
Bodentruppen der Vereinigten Staaten waren im Iran bislang nicht im Einsatz. Möglicherweise könnte sich das aber ändern. Gut informierte Quellen aus Pakistan halten eine limitierte US-Bodenoffensive für immer wahrscheinlicher. Die Bewertung pakistanischer Geheimdienste sei, dass US-Präsident Donald Trump Warnungen seines eigenen Militärs ignorieren und mit einer begrenzten Offensive iranische Küstenregionen einnehmen könnte, hieß es aus Sicherheitskreisen in Islamabad. Die Bewertung stütze sich auf militärische Beobachtungen.
Pakistan ist im Iran-Krieg ein zentraler Vermittler zwischen Washington und Teheran. Der Konflikt war Anfang Juli im Streit um die für den weltweiten Energiehandel wichtige Straße von Hormus erneut eskaliert, nachdem Irans Streitkräfte Schiffe in der Meerenge beschossen hatten. Das US-Militär bombardierte daraufhin zahlreiche Ziele an der iranischen Südküste. In den vergangenen drei Nächten pausierten die Kriegsparteien ihre Angriffe wieder.
Erneut taucht ein Wal im Hafen von Wismar auf
Im Hafen von Wismar ist erneut ein Wal aufgetaucht. "Das Tier wurde der Wasserschutzpolizeiinspektion Wismar gegen 9 Uhr durch das Hafenamt Wismar gemeldet und wird seitdem beobachtet", teilte das Schweriner Umweltministerium mit. Um welche Walart es sich handelt, könne bislang nicht abschließend gesagt werden. Auch die Größe lasse sich bislang nur schätzen. "Nach ersten Beobachtungen ist der Wal etwa acht Meter lang." Er wirke vital. Die Wasserschutzpolizei sei im Einsatz. "Ziel aller Maßnahmen ist es, dem Tier einen störungsarmen Rückweg in tiefere Gewässer zu ermöglichen und eine Strandung oder andere Gefährdungen des Tieres zu verhindern."
Anfang März war der später als "Timmy" bekanntgewordene Buckelwal im Hafen von Wismar aufgetaucht. Sein anschließendes Schicksal samt aufwendiger Rettungsversuche hatten international Aufsehen erregt. Danach war Mitte Juli erneut ein großer Wal vor der schleswig-holsteinischen Küste gesehen worden, etwa vor Heiligenhafen. Und am vorigen Freitag hatte das schleswig-holsteinische Umweltministerium die Sichtung eines Buckelwals in der Flensburger Förde bestätigt. Dabei handelte es sich den Angaben zufolge vermutlich um ein Tier, das zuvor bereits in Schottland, Dänemark und in der Kieler Förde beobachtet worden war. Offen blieb aber, ob es dasselbe Tier war wie bei Heiligenhafen.
Schichtwechsel
Liebe Leserinnen und Leser,
mein Kollege Tobias Hauser befindet sich im Feierabend, nun ist die Spätschicht da. Mein Name ist Robin Grützmacher und bei Fragen, Anregungen oder Kritik schreiben Sie gerne eine Mail an: robin.gruetzmacher@ntv.de.
Keine Wertschätzung: Landtagsfraktion sagt Merz-Termin mit scharfen Worten ab
Friedrich Merz steht nach dem Kabinettsumbau unter Druck - auch aus der eigenen Partei. In einem Brief von der CDU-Landtagsfraktion Rheinland-Pfalz an den Kanzler heißt es: "Aufgrund der Ereignisse in den vergangenen Tagen im Zusammenhang mit Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder haben wir uns nach internen Beratungen in der Fraktion dazu entschieden, von einem gemeinsamen Termin mit Ihnen und unserer Fraktion Abstand zu nehmen."
Offenbar stand zwischen dem Kanzler und der Fraktion bereits ein Termin - der wegen der Situation rund um Schnieders Entlassung abgesagt wurde. Der Umgang mit Schnieder sei für die Fraktion schwer nachvollziehbar. "Ein persönlicher Austausch zwischen der CDU-Landtagsfraktion Rheinland-Pfalz und Ihnen setzt aus unserer Sicht ein Mindestmaß an gegenseitigem Vertrauen und Wertschätzung voraus", schreibt der Vorsitzende Christoph Gensch stellvertretend in dem Brief. Das sei durch die aktuelle Situation leider nicht gegeben.
Wegner gibt mehr Informationen zu CSD-Todesopfer
Die bei dem mutmaßlich islamistischen Anschlag am Rande des CSD in Berlin getötete Frau stammt aus Polen. Das sagte Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner am Vormittag bei der Eröffnung einer Ausstellung zum Warschauer Aufstand 1944 im Roten Rathaus. Bei dem Todesopfer handele es sich um eine polnische Staatsangehörige, die mit ihrer Tochter in Berlin gewesen und Opfer des Terroranschlags geworden sei, so der CDU-Politiker.
Wegner sprach dem Geschäftsträger der Republik Polen, Jan Tombinski, seine Anteilnahme aus. "Es bewegt mich sehr, was am Samstag passiert ist, und meine Gedanken sind bei Ihnen und vor allen Dingen bei der Tochter, der Familie der Ermordeten", sagte Wegner. Umso wichtiger seien solche Ausstellungen wie die über den Warschauer Aufstand. "Dieser Terroranschlag ist begründet durch Hass. Wir brauchen mehr Zusammenarbeit, mehr Zusammenhalt, weniger Hass und weniger Kriege auf der Welt", so der Regierende Bürgermeister. Warschau ist eine der Partnerstädte Berlins.
Mega-Highway in Afrika wird nach Trump benannt (sagt Trump)
Dass der US-Präsident gerne Bauwerke oder Einrichtungen nach sich benennt, ist hinlänglich bekannt. Jetzt soll angeblich auch eine Fernstraße nach Donald Trump benannt worden sein - in Marokko. Das gibt er selbst in sozialen Medien bekannt.
Gute Nachrichten von schwer verletzten CSD-Opfern
Den schwer verletzten Opfern des Terroranschlags vom Samstag, die in der Berliner Charité behandelt werden, geht es besser. "Der körperliche Gesundheitszustand der vier Patienten stabilisiert sich erfreulicherweise weiter", sagte ein Sprecher des Krankenhauses. "Drei Patienten konnten inzwischen auf eine Normalstation verlegt werden, einer ist weiterhin auf einer Intensivstation, aber auch auf dem Weg der Besserung."
Bei dem Terrorangriff am Rande des Christopher Street Day (CSD) am Samstagabend war eine Frau getötet worden. 29 Menschen wurden verletzt, sie waren auf unterschiedliche Kliniken verteilt worden. Die Charité hatte acht Verletzte versorgt, von denen vier noch am Sonntag wieder nach Hause konnten. Die übrigen vier mussten nach Angaben des Klinik-Sprechers zum Teil notoperiert und anschließend intensivmedizinisch behandelt werden. Sie erlitten demnach vor allem Stichverletzungen, zum Teil aber auch mehrere Knochenbrüche infolge des Zusammenstoßes mit dem Fahrzeug.
Riesiger Militär-Airbus A400M wird zu Löschflugzeug
Die A400M ist eigentlich ein Militärtransporter - doch jetzt löscht sie Waldbrände mit einer gewaltigen Ladung Löschmittel. Wie das ohne aufwendigen Umbau möglich ist und was das Flugzeug so besonders macht, zeigen beeindruckende Aufnahmen eines ersten Einsatzes in Frankreich.
Zentralrat der Muslime äußert sich zu CSD-Anschlag
Islam ist nicht gleich Islamismus, das veranschaulicht auch der Zentralrat der Muslime (ZMD): In einem Statement verurteilt der ZMD den Anschlag am Rande des Christopher Street Day in Berlin. "Wo Menschen aufgrund ihrer Identität oder ihrer Lebensweise zur Zielscheibe von Gewalt werden, werden die Grundwerte unseres Zusammenlebens angegriffen", teilte der ZMD in Köln mit. "Unsere Gedanken und Gebete sind bei den Opfern, ihren Angehörigen sowie allen Menschen, die diese schreckliche Tat miterleben mussten." Sollte sich der Verdacht der Behörden bestätigen, dass der Anschlag islamistisch motiviert war, "wäre dies ein weiterer Fall, in dem eine extremistische Ideologie religiöse Bezüge missbraucht, um Hass und Gewalt zu rechtfertigen sowie Menschen gegeneinander aufzubringen", erklärte der ZMD.
Der Schutz des menschlichen Lebens gehöre zu den grundlegenden Prinzipien des Islam. Gewalt gegen Unschuldige finde dort keine Rechtfertigung. "Niemand darf aufgrund seiner sexuellen Orientierung, seiner geschlechtlichen Identität, seiner Religion, seiner Herkunft oder anderer persönlicher Merkmale Ziel von Gewalt werden", hieß es weiter. "Gerade in Zeiten, in denen extremistische Ideologien unsere Gesellschaft spalten und Menschen gegeneinander aufbringen wollen, braucht es Besonnenheit, Entschlossenheit, Zusammenhalt und eine klare Haltung gegen jede Form von Menschenfeindlichkeit."
Deutschrap-Legende beendet Karriere
Erst im Untergrund, später in den Charts: Er ist eines der prägendsten Gesichter im Deutschrap gewesen. Jetzt hört Prinz Pi auf. Der Berliner Rapper hatte seine Abschiedstour für den Herbst 2026 bereits angekündigt, jetzt erklärte er, überhaupt keine Musik mehr veröffentlichen zu wollen. Am liebsten würde er "noch zehn weitere Touren und zehn weitere Alben machen, aber das läuft leider nicht", schilderte er in einem Video auf seinem Instagram-Kanal. Verantwortlich macht er die Bedingungen der Branche im Streaming-Zeitalter, in dem sich nicht mehr mit dem Verkauf von Alben und Singles direkt Geld verdienen ließe. Die Musikwelt habe sich "extrem gewandelt", so Prinz Pi. Mit seinen Songs passe er zudem nicht mehr "zum Zeitgeist" und könne sich auch nicht anpassen.
Das Ende seiner jahrzehntelangen Karriere falle ihm nicht leicht, betonte der Musiker weiter: "Ich war die letzten Jahre sehr, sehr traurig, weil es natürlich für keinen Musiker schön ist, seine Karriere beenden zu müssen." Über seine Zweifel habe er bewusst geschwiegen, statt sie öffentlich zu thematisieren. Er machte sich Ende der 90er unter dem Namen Prinz Porno in der Rap- und Graffiti-Szene der Stadt einen Namen. Von 2002 bis 2004 stand er beim berühmten Untergrund-Label Royal Bunker unter Vertrag. 2005 wurde aus Prinz Porno Prinz Pi, seine Texte drehten sich fortan stärker um gesellschaftliche Themen. Der große Durchbruch gelang Prinz Pi 2013 mit "Kompass ohne Norden", das die Chartspitze und Gold brachte.
Wird Bordeaux evakuiert? Feuer nährt "explosive Gewitterwolken" - Teufelskreis
Für die 250.000 Einwohner von Bordeaux im Süden Frankreichs liegt bereits ein Evakuierungsplan auf dem Tisch. ntv-Reporterin Alexandra Callenius schildert die dramatische Lage in der von schweren Waldbränden heimgesuchten Region. Ein besonderes Phänomen sorgt dort dafür, dass die Feuer kaum zu kontrollieren sind.
"Das ist ein so großer Brand, wie man ihn noch nie gesehen hat", sagte der Bürgermeister des Vororts Cestas, Jerome Steffe. Aus dem Gebiet mussten bereits Tausende Menschen in Sicherheit gebracht werden, darunter zahlreiche Touristen, die dort ihren Urlaub verbringen wollten. Im Laufe des Tages sollte sich auch das Kabinett mit der Lage befassen. Die Brände waren vergangene Woche an der nur wenige Kilometer entfernten Atlantikküste ausgebrochen. Aber auch in anderen Gegenden Frankreichs tobten Brände, begünstigt durch Winde und extreme Trockenheit infolge von Hitzewellen.
"Glatzköpfiger Abschaum": Milei löst diplomatische Krise aus
Nach abfälligen Äußerungen des argentinischen Präsidenten Javier Milei über Brasiliens Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva und weitere Amtsträger ist zwischen Argentinien und Brasilien eine diplomatische Krise ausgebrochen. Die brasilianische Regierung rief ihren Botschafter in Buenos Aires zurück und bestellte den argentinischen Botschafter ein, um ihm ihre "Empörung" zu übermitteln und Erklärungen zu verlangen.
Milei hatte Lula am Samstag bei einer Parteiveranstaltung in São Paulo indirekt als "Dieb" und "Verurteilten" bezeichnet. Den Richter am Obersten Gericht, Alexandre de Moraes, beschimpfte der ultrarechte Präsident als "glatzköpfigen Abschaum". Nach Angaben des brasilianischen Außenministeriums griff Milei damit den Staatschef, weitere staatliche Institutionen, das brasilianische Volk und die Demokratie des Landes an. Es gebe keinen vergleichbaren Fall, bei dem ein ausländischer Präsident auf brasilianischem Boden derart viele Angriffe gegen den Staatschef und andere Institutionen gerichtet habe.
Nach dem Regen rollt die nächste 40-Grad-Welle an
Was sich gegenwärtig in weiten Teilen Deutschlands eher nach kühlem und nassem Herbstwetter anfühlt, ist nur eine kurze Hochsommer-Pause. Der Regen verzieht sich im Laufe des Tages. In seinem Schlepptau zieht kräftiger Wind auf, der die Woche buchstäblich anheizt: Bald drohen wieder über 40 Grad.
Feuerwehr fischt Ungewöhnliches aus Schornstein
In einem vierstündigen Einsatz hat die Feuerwehr im niedersächsischen Celle vier Waschbären aus einem Schornstein geholt. Die Helfer wurden nach eigenen Angaben am Sonntag zunächst darüber informiert, dass womöglich ein Marder hinabgestürzt sei. "Vor Ort stellte sich dann heraus: Es war kein Marder, sondern ein Waschbär - und der Waschbär war nicht allein", hieß es.
Mit "speziellen Gerätschaften" machte sich die Feuerwehr an die Arbeit. "Die Rettung gestaltete sich jedoch schwierig - rund vier Stunden dauerte es, bis die vier Tiere befreit waren", erklärten die Einsatzkräfte. Sie seien letztlich über die Wartungsklappe und über eine Drehleiter herausgeholt worden.
Das wird heute wichtig
Als "Angriff auf unsere Gesellschaft" bezeichnete Bundeskanzler Friedrich Merz den mutmaßlich islamistisch motivierten Anschlag am Rande des Berliner CSD - und sprach vom "Gift des Terrorismus". Eine Tote und 29 Verletzte sind zu beklagen. Der tatverdächtige 21-Jährige wurde am Sonntagabend bei einem Polizeieinsatz in einer Kleingartenanlage in Berlin-Spandau getötet. Nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden hatte er sich radikalisiert und gehörte der islamistischen Szene an. Merz kündigte an, in der Regierung darüber zu beraten, welche Konsequenzen aus dem Anschlag zu ziehen sind. Das werde mit Besonnenheit, aber auch Entschlossenheit geschehen.
Es wird erwartet, dass Merz in einer Pressekonferenz um 12 Uhr bekanntgeben wird, wer den künftigen Gesundheitsminister Carsten Linnemann als CDU-Generalsekretär ablösen soll. Zwar gilt in der Union die bisherige Schatzmeisterin Franziska Hoppermann als gesetzt für das Amt, eine offizielle Bestätigung gibt es aber noch nicht.
Sechs Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt treffen die Spitzenkandidatinnen und -kandidaten ab 17.30 Uhr in Magdeburg aufeinander. Das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) hat zu einem Wahlforum eingeladen.
Der ifo-Geschäftsklimaindex wird in München veröffentlicht.
Audi veröffentlicht die Geschäftszahlen zum ersten Halbjahr.
Ex-General sorgt mit KI-Videos für Empörung
Mit KI-Videos, in denen er als Kaiser aus dem alten Rom zu sehen ist, sorgt der Rechtsaußen-Politiker Roberto Vannacci in Italien für Aufregung. Der Ex-General und Gründer der neuen Rechtspartei Futuro Nazionale (FN) zeigt sich dabei als Imperator, der Italiens heutigen Politikern seinen Willen aufdrückt. Für Empörung sorgte ein mit Hilfe von künstlicher Intelligenz (KI) erstellter Clip, in dem Vannaccis Doppelgänger im Kolosseum über politische Konkurrenz von heute das Todesurteil spricht.
Zu erkennen sind unter anderem die früheren Ministerpräsidenten Romano Prodi und Giuseppe Conte sowie die sozialdemokratische Oppositionsführerin Elly Schlein. Conte wehrte sich gegen eine "Botschaft, die zu Gewalt anstiftet und Fanatiker aufhetzen könnte". Auch von anderen kam Kritik. Im aktuellsten Video setzt Vannaccis Doppelgänger beim amtierenden Staatspräsidenten Sergio Mattarella eine Begnadigung durch.
Mehrere Tote in Seattle durch Schüsse nahe Space Needle
In der Innenstadt von Seattle im US-Bundesstaat Washington sind nahe der berühmten Space Needle mindestens zwei Menschen durch Schüsse getötet worden. Der Vorfall ereignete sich auf dem Veranstaltungsgelände des Seattle Center, wie die Polizei auf der Online-Plattform X mitteilte. Neben den zwei Todesopfern gebe es mehrere Verletzte, sagte eine Sprecherin der städtischen Feuerwehr US-Medien - darunter sei ein Kleinkind. Die Polizei rief die Bevölkerung auf, die Gegend zu meiden. Ob der oder die Täter gefasst wurden und welche Hintergründe das Gewaltverbrechen hat, war zunächst unklar.
Auf dem Gelände des Seattle Center, das im Zentrum der Stadt im Nordwesten der USA liegt, fand am Wochenende das "Bite of Seattle"-Festival statt - ein Food Festival mit Dutzenden Ständen, das nach Angaben der Organisatoren jedes Jahr mehrere Hunderttausend Besucher anzieht. Die "Seattle Times" und andere Medien zitierten Augenzeugen, nach deren Schilderungen plötzlich Panik infolge der Schüsse ausgebrochen sei und verängstigte Menschen die Flucht ergriffen hätten.