Das war Montag, der 6. Juli 2026
Liebe Leserinnen und Leser,
mehr Geld für Verteidigung, deutliche höhere Schulden und Einschnitte beim Klimafonds: politisch stand der heutige Tag ganz im Zeichen des Bundeshaushalts. Das Kabinett hat die Pläne von Finanzminister Lars Klingbeil für das kommende Jahr abgesegnet, somit kann es in den parlamentarischen Prozess gehen. Der SPD-Chef erntete für seinen Entwurf von vielen Seiten scharfe Kritik, steht aber vor einem Problem, das er alleine nicht lösen kann, wie mein Kollege Sebastian Huld kommentiert:
Auch diese Themen haben uns heute beschäftigt:
Russland setzt auf neue Taktik bei Angriffen in Kiew, von Uladzimir Zhyhachou
Reisners Blick auf die Front: "Das ist eine entscheidende Wendung in diesem Konflikt"
Trumps rotes Telefon: Jetzt muss Europa ultimativ mit WM-Boykott drohen, von Martin Armbruster
Russlands Versorgungskrise weitet sich aus, von Artur Weigandt
Schattenflotte transportierte arabisches Öl im Dunkeln durch die Straße von Hormus, von Max Borowski
Damit verabschiede ich mich in den Feierabend. Kommen Sie gut durch die Nacht!
Liebe Grüße aus Berlin
Ihr David Schäfer
Israel: Auflösung von Hamas-Regierung ohne Entwaffnung nur ein "Trick"
Israel hat die von der Hamas verkündete Auflösung ihrer Regierung im Gazastreifen als "Trick" bezeichnet und die Entwaffnung der islamistischen Palästinenserorganisation gefordert. "Solange die Hamas ihre Waffen behält, wird natürlich jede zivile Regierung so handeln, wie es die Hamas vorschreibt", schrieb der israelische Außenminister Gideon Saar im Onlinedienst X.
Saar schrieb weiter, Israel bestehe auf der Umsetzung des "Trump-Plans" für Frieden im Gazastreifen. Dessen "Kernprinzipien" seien "die Entwaffnung der Hamas und aller anderen terroristischen Organisationen sowie die vollständige Entmilitarisierung des Gazastreifens". Die Hamas hatte zuvor nach eigenen Angaben ihre Regierung in dem Küstenstreifen aufgelöst und so den Weg für ein mit Fachleuten besetztes Gremium zur Verwaltung des Palästinensergebiets freigemacht. Dadurch solle die Übergabe der Verwaltungs- und Regierungsgeschäfte an das Nationale Komitee für die Verwaltung des Gazastreifens (NCAG) erleichtert werden, erklärte ein Hamas-Vertreter.
Streit eskaliert: Mann stiehlt Auto und schleift Besitzer mit
Nach einem Streit eskaliert die Situation mitten in der Dortmunder Innenstadt plötzlich. Ein Mann stiehlt das Auto des Kontrahenten und schleift ihn mit sich. Auf seiner Flucht beschädigt der Dieb Absperrpfosten, Verkehrsschilder und Tische.
Retter evakuieren Gondel-Insassen aus luftiger Höhe
Ein Sturm legt eine Seilbahn in der russischen Stadt Nischni Nowgorod lahm. Mindestens elf Personen hängen zwischenzeitlich in den Gondeln fest. Rettungskräfte seilen die Insassen ab und bringen sie in Sicherheit.
Anschlag auf jüdisches Gedenkprojekt in NRW - Polizei sucht Zeugen
Unbekannte haben in Mönchengladbach einen Sprengstoffanschlag auf einen Blumenkübel verübt, der an die von den Nazis ermordete Jüdin Amalie Jung erinnern soll. Der Staatsschutz habe die Ermittlungen aufgenommen, teilte die Polizei mit. Die Explosion, bei der auch vier Autos beschädigt wurden, hatte sich bereits in der Nacht zum Samstag ereignet. Der hölzerne Pflanzenbehälter, Teil des Gedenkprojekts "Amaliengarten", sei dabei stark beschädigt worden.
Die 1941 ermordete Amalie Jung hatte einige Jahre an der Goethestraße in der nordrhein-westfälischen Stadt Mönchengladbach gewohnt. Die Polizei sucht Zeugen, die verdächtige Beobachtungen gemacht haben, oder Hinweise auf mögliche Täter geben können.
25 Euro pro Monat weniger: Regierung will bei Millionen armen Kindern kürzen
Für von Armut betroffene Kinder und Jugendliche soll ein staatlicher Zuschlag in Höhe von 25 Euro pro Monat gestrichen werden. Das geht aus einem vom Bundeskabinett auf den Weg gebrachten Gesetz hervor. Der Zuschlag kommt als Teil des Kinderzuschlags bisher Millionen Minderjährigen zugute. Seit Juli 2022 erhalten von Armut betroffene Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene den monatlichen Zuschlag, der anfangs 20 Euro betrug. Der Sofortzuschlag sollte ihre Chancen verbessern - bis zur damals noch geplanten Kindergrundsicherung.
Mit einer Kindergrundsicherung wollte die Ampel-Regierung aus SPD, FDP und Grünen unter Kanzler Olaf Scholz die Familienleistungen des Staats bündeln und verbessern. Doch die Reform scheiterte. Der Kinderzuschlag wird an einkommensschwache Familien für Kinder unter 25 Jahren gezahlt. Er beträgt pro Kind bis zu 297 Euro im Monat, der Sofortzuschlag von monatlich 25 Euro je Kind ist darin enthalten. Die Streichung des Sofortzuschlags wurde mit dem Haushaltsbegleitgesetz auf den Weg gebracht.
Groß wie Lissabon: Ägypten zeigt gigantischen Militär-Bau
Ein neuer Militärkomplex in Ägypten erstreckt sich über eine Fläche so groß wie Lissabon. Damit übertrifft der achteckige Bau das US-Verteidigungsministerium. Die enormen Kosten stehen allerdings in einem starken Kontrast zur Lage des Landes.
Stromkunden zahlen per Umlage: Bau neuer Gaskraftwerke dürfte deutlich teurer werden
Die Koalition aus Union und SPD will den Bau neuer Gaskraftwerke mit deutlich höheren Förderanreizen und gelockerten Regeln vorantreiben, um Investoren anzulocken. Die Koalitionsfraktionen wollen den Preisdeckel in den Ausschreibungen von ursprünglich 173.000 auf 244.000 Euro je Megawatt anheben, was die Finanzierung über eine Umlage auf die Stromkunden deutlich teurer machen könnte. Dies geht aus einem Änderungsantrag der Fraktionen für den Bundestagsbeschluss hervor.
Während der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) die Einigung begrüßte, kam von den Grünen scharfe Kritik. "Diese Koalition lässt die Kosten für Gaskraftwerke explodieren. Das wird teuer", erklärte ihr energiepolitischer Sprecher Michael Kellner. Mit den Änderungen reagiert die Regierung auf Kritik aus der Energiewirtschaft, dass sich zu den bisher geplanten Konditionen nicht genügend Investoren für den Bau der Kraftwerke finden würden. Der neue Höchstwert sichere die Wirtschaftlichkeit der Investitionen, sagte BDEW-Chefin Kerstin Andreae.
Länder-Beauftragte: Regierung nutzt "Vorwand" zur Einschränkung der Informationsfreiheit
Die Beauftragten für Informationsfreiheit von Bund und Ländern haben vor einer massiven Einschränkung des Zugangs zu Informationen der Verwaltung gewarnt. Mit Blick auf Reformpläne der Bundesregierung sprach die Konferenz der Informationsfreiheitsbeauftragten (IFK) in Deutschland von einem Kahlschlag, wie aus einer Mitteilung des rheinland-pfälzischen Beauftragten Dieter Kugelmann hervorgeht.
Es sei weder zu erkennen, dass aktuelle Herausforderungen solche Einschränkungen auch nur ansatzweise rechtfertigten, noch werde staatliche Resilienz durch umfassende und pauschale Geheimhaltung gestärkt. "Es besteht daher gar kein Bedarf, darüber hinaus ganze Bereiche vom Informationszugang auszunehmen. Hier nutzt die Bundesregierung den Verweis auf die Sicherheit lediglich als Vorwand für nicht nachvollziehbare und nicht begründbare Beschränkungen der Informationsfreiheit." Die Bundesregierung will das Gesetz ändern, das den Anspruch auf Zugang zu amtlichen Informationen der Bundesbehörden regelt. Unter anderem soll der Kreis der Frageberechtigten eingeschränkt werden.
"Mit wem redest du so?" Israelischer Polizist wirft Blendgranate in Auto und schließt Fahrer darin ein
Ein israelischer Grenzpolizist ist dabei gefilmt worden, wie er in Ostjerusalem eine Blendgranate in ein Auto mit mehreren Menschen wirft. Dann hindert der bewaffnete Mann den Fahrer am Aussteigen, indem er dessen Tür zuhält. Die Granate zündet, während der Fahrer noch im Auto sitzt und zwei Passagiere panisch den Wagen auf der anderen Seite verlassen. Der israelischen Zeitung "Haaretz" zufolge handelt es sich bei den Insassen um Palästinenser.
Demnach ist in dem Video, das in sozialen Medien verbreitet wurde, auch zu hören, wie der Polizist den Fahrer des Wagens beleidigt und schreit: "Halt den Mund, mit wem redest du so?" Der Polizist richtet nach dem Zünden der Granate seine Maschinenpistole auf die zwei Männer, die das Auto verlassen haben. Laut "Haaretz" ereignete sich der Vorfall am Sonntag im Flüchtlingslager Kalandija im besetzten Westjordanland. Dort hätten israelische Soldaten auch einen 16-jährigen Palästinenser erschossen. Wie der arabische Nachrichtensender Al Jazeera berichtet, gab es in dem Lager eine Razzia.
Steuer auf Rum, Wodka und Korn soll um 20 Prozent steigen - auch Champagner und Sekt betroffen
Spirituosen wie Rum, Wodka und Korn und weitere alkoholische Getränke sollen nach Plänen der Bundesregierung höher besteuert werden. Zum 1. Januar 2027 sollen die Steuersätze um jeweils 20 Prozent steigen, wie ein Gesetzentwurf des Finanzministeriums vorsieht, den das Kabinett auf den Weg brachte. Erwartet werden dadurch Mehreinnahmen von 455 Millionen Euro bezogen auf ein volles Jahr, die in den Bundeshaushalt fließen sollen.
Anfang 2027 erhöht werden sollen außerdem die Steuern auf Champagner, Sekt, Likörweine und Alkopops. Nicht betroffen ist die Biersteuer, für Wein besteht keine besondere Steuer. Geregelt werden sollen die Anhebungen in einem begleitenden Gesetz zum Etat 2027. Eine Steuererhöhung bei Spirituosen gehörte zu den Vorschlägen einer vom Gesundheitsministerium eingesetzten Kommission für eine finanzielle Stabilisierung der gesetzlichen Krankenkassen. Sie empfahl gleich drei jährliche Anhebungen von 2027 bis 2029. Damit sei ein sinkender Konsum zu erwarten, was jährlich etwa 1000 Krebsfälle vermeiden könnte.
War der Polizei bekannt: Stalker soll Ex-Freundin in Offenburg erschossen haben
Ein polizeibekannter Stalker soll im baden-württembergischen Offenburg eine 36 Jahre alte Frau erschossen haben. Im Anschluss habe sich der 33 Jahre alte Mann selbst getötet, teilt die Polizei mit. Beide sollen eine Beziehung gehabt haben, die aber bereits vor Monaten endete. Der mutmaßliche Todesschütze sei zwar nicht vorbestraft gewesen. Er sei aber wegen Beleidigung und Stalkingvorwürfen polizeibekannt gewesen. Nach der Trennung soll er auch seiner Ex-Freundin nachgestellt und diese beleidigt haben.
Nach Zeugenmeldungen über mehrere Schüsse entdeckten Polizisten den toten Mann in der Hofeinfahrt eines Wohnhauses. Außerdem wurde die Frau mit schwersten Verletzungen entdeckt. Sie kam zunächst noch ins Krankenhaus, starb dort aber kurze Zeit später ebenfalls. Die Polizei geht davon aus, dass der Mann zunächst auf die Frau schoss und sich dann selbst tötete. Die Beamten sprachen von einem "tragischen Vorfall". Weitere Menschen sollen nicht beteiligt gewesen sein. Es habe auch keine Gefahr für die Bevölkerung bestanden.
Stuttgarter "lamer" als der Rest Deutschlands? Nina Chuba teilt gegen Schwaben aus
Popstar Nina Chuba fragt sich, warum ihre Fans in Stuttgart so anders abgehen als etwa bei ihren Konzerten in München. "Stuttgart ist die lameste Crowd in Deutschland", sagte Chuba in ihrem Podcast mit Drummer Momme Hitzemann. "Jedes Jahr ist es immer so ein bisschen ... da wird sich nicht viel bewegt. Falls ihr aus Stuttgart kommt, sagt doch mal, woran das liegen könnte", fragte Chuba. Sie war zuletzt Ende Juni beim Kessel Festival aufgetreten.
Sie habe sich schon gefragt, ob das "einfach so eine süddeutsche Trägheit" sei, sagte Chuba. "Aber in München gehen die Leute ja immer crazy ab. Also irgendwas muss da mit euch falsch sein. Vielleicht kriegt ihr nicht genug Sauerstoff wegen dem Kessel", fragte Chuba in Anspielung auf die besondere topografische Lage der baden-württembergischen Landeshauptstadt. "Oder die Maultaschen liegen euch quer im Magen?" Es sei aber in der Tat sehr heiß gewesen bei dem jüngsten Konzert. Chubas Worte ließen nicht lange auf Reaktionen warten. "Wow, du hältst ja voll viel von deinen Fans, die sich bei 40 Grad für dich auf'n Wasen gestellt haben ...", schrieb ein Follower unter Chubas Instagram-Post dazu. Ein anderer Follower stimmt Chuba zu: "Checke selbst als Stuttgarter nicht, warum die Stimmung oft so tot ist". Ein anderer schreibt scherzhaft: "Schwaben, wir müssen sparen, auch an Emotionen."
Ärgernis Geisterbaustellen: Warum oft niemand arbeitet
Aufgerissene Straßen, wochenlange Sperrungen und oft keine Bauarbeiter in Sicht: Geisterbaustellen sorgen vielerorts für Frust. Eine Spurensuche zeigt, warum Arbeiten häufig stillzustehen scheinen - und wie bessere Planung das ändern könnte.
Frau verliert durch KI-generiertes "Lanz"-Video mehr als eine Million Euro
Eine Frau aus Sachsen hat durch ein KI-generiertes Video mehr als eine Million Euro verloren. Die Geschädigte aus dem mittelsächsischen Lichtenberg fiel auf ein gefälschtes Video der ZDF-Talkrunde "Markus Lanz" herein, in der eine angebliche Finanzexpertin über eine gewinnbringende Geldanlage sprach, die zugleich in dem Video verlinkt wurde, wie die Polizei in Chemnitz mitteilte. Die Geschädigte rief die entsprechende Internetseite namens Investhub 3.0 auf, meldete sich an und wurde umgehend von einer Frau und anschließend von einem angeblichen Broker angerufen.
Der Finanzdienstleister überredete sie demnach zu vermeintlich rentablen Geldanlagen in Gold- und Ölressourcen sowie Kryptowährungen, so dass sie zunächst knapp 250 Euro investierte. Den Betrügern gelang es durch Telefonate und Mitteilungen in Onlinediensten, die Frau über Monate hinweg bei der Stange zu halten. Sie tätigte immer wieder Überweisungen auf verschiedene Konten, mal waren es 10.000 Euro, mal mehr als 460.000 Euro. Erst als die Telefonate mit dem angeblichen Finanzdienstleister ausblieben und die Frau bereits mehr als eine Million Euro investiert hatte, wurde ihr der Anlagebetrug klar. Sie ging zur Kriminalpolizei.
Rebellen schießen wohl russischen Militärhubschrauber ab
In Mali kämpfen seit Jahren Rebellengruppen gegen Truppen der regierenden Militärjunta. Bei aktuellen Kämpfen wollen die Rebellengruppen jetzt einen russischen Militärhelikopter abgeschossen haben. Außerdem werden in sozialen Medien Videos von zerstörten russischen Fahrzeugen geteilt.
Hamas löst ihre Regierung im Gazastreifen auf
Die radikalislamische Palästinenserbewegung Hamas hat nach eigenen Angaben ihre Regierung im Gazastreifen aufgelöst und damit den Weg für ein mit Fachleuten besetztes Gremium zur Verwaltung des Palästinensergebiets freigemacht. Der Vorsitzende des Krisenstabs der Regierung, Mohammed al-Farra, habe seinen Rücktritt eingereicht, teilte ein Hamas-Vertreter der Nachrichtenagentur AFP mit. Mit der Auflösung des Krisenstabs solle die Übergabe der Verwaltungs- und Regierungsgeschäfte an das Nationale Komitee für die Verwaltung des Gazastreifens (NCAG) erleichtert werden.
Das Komitee mit 15 palästinensischen Fachleuten wurde von dem von US-Präsident Donald Trump ins Leben gerufenen und geleiteten "Friedensrat" eingesetzt. Laut den US-Plänen soll es vorübergehend die Verwaltung des Gazastreifens übernehmen, bis die Palästinenserbehörde unter Präsident Mahmud Abbas ein Reformprogramm aufgestellt hat.
Die Auflösung der Regierung im Gazastreifen markiert eine bedeutende politische Kehrtwende der Hamas. Diese hatte 2007 die alleinige Kontrolle im Gazastreifen übernommen und die Fatah gewaltsam verdrängt. Seit dem Inkrafttreten der fragilen Waffenruhe im Gazastreifen im vergangenen Oktober hat die Hamas wiederholt erklärt, sie sei bereit, sich aus der Regierungsführung zurückzuziehen. Der Konflikt um ihre Entwaffnung ist allerdings noch ungeklärt.
Elf Tote durch keimverseuchte Wurst: Prozess um Skandalfirma gestartet
Sieben Jahre nach einem Lebensmittelskandal um mit Bakterien verseuchte Fleisch- und Wurstwaren des hessischen Herstellers Wilke hat der Prozess gegen drei frühere Firmenverantwortliche begonnen. Zum Verhandlungsauftakt vor dem Landgericht Kassel verlas die Staatsanwaltschaft am Montag die Anklage, die den Beschuldigten elffache fahrlässige Tötung sowie fahrlässige Körperverletzung in sieben Fällen vorwirft, wie ein Gerichtssprecher mitteilte.
Die Angeklagten müssen sich darüber hinaus unter anderem wegen Betrugs und gesundheitsgefährdenden Inverkehrbringens von Lebensmitteln verantworten. Nach Gerichtsangaben handelt es sich bei den drei Beschuldigten um den ehemaligen Geschäftsführer der Firma sowie zwei frühere leitende Angestellte. Für den Prozess sind zunächst weitere Termine bis Mitte August angesetzt.
Um sich greifender Brand in Frankreich hat schwere Folgen
Wegen eines weiter um sich greifenden Naturbrandes in Südfrankreich sind inzwischen 10.000 Menschen evakuiert worden. Betroffen sind 26 Ortschaften in einem Gebirgsmassiv westlich von Perpignan, wo die Flammen sich inzwischen durch 4.600 Hektar Fläche gefressen haben, wie die Präfektur mitteilte. Der Brand wurde durch Wind, große Hitze und vor allem durch eine außergewöhnlich hohe Lufttrockenheit angefacht. Ein Feuerwehrmann sowie ein Anwohner wurden schwer verletzt.
Die Präfektur des Departements Pyrénées-Orientales rief die Menschen in der betroffenen Region dazu auf, die Straßen vollständig für die Feuerwehrkräfte freizuhalten und nicht in die Häuser zurückzukehren, um dort Besitz in Sicherheit zu bringen. Für Firmen, deren Beschäftigte nicht zur Arbeit kommen können, soll eine Kurzarbeitsregelung getroffen werden.
Bereits mehr als 500 Ebola-Tote im Kongo
In der Demokratischen Republik Kongo sind bereits mehr als 500 Menschen nachweislich an Ebola gestorben. Das Informationsministerium des zentralafrikanischen Landes teilte mit, die Zahl der bestätigten Fälle betrage aktuell 1.561, darunter 506 Todesfälle. Derzeit würden 628 Patientinnen und Patienten in Kliniken und Isolationszentren behandelt, 253 gelten als genesen.
Sorgen bereitet etwa der afrikanischen Gesundheitsorganisation Africa CDC, dass positiv getestete Patienten wiederholt aus Isolierzentren flohen. Seit der Bekanntgabe des Ausbruchs im Mai waren zudem im Nachbarland Uganda 19 Menschen an Ebola erkrankt und zwei von ihnen an der hochgefährlichen Krankheit gestorben. Die Fälle standen im Zusammenhang mit dem Ausbruch im Nordosten des Kongo.
Robert Habeck hat einen neuen Job in Kopenhagen
Gut eineinhalb Jahre nach dem Bruch der Ampel-Koalition heuert Ex-Vizekanzler Robert Habeck bei der dänischen Investmentgesellschaft Urban Partners an. Der Stadtentwicklungsinvestor mit Hauptsitz in Kopenhagen gab bekannt, dass der frühere Wirtschaftsminister ab 1. August als Senior Advisor in das Unternehmen eintreten werde. In dieser Funktion solle Habeck helfen, die Forschungsaktivitäten des Unternehmens voranzutreiben, besonders in den Bereichen Stadtentwicklung und der Frage, wie privates Kapital den Ausbau von bezahlbarem Wohnraum in schnell wachsenden städtischen Gebieten unterstützen könne.
"Die Zusammenarbeit zwischen dem öffentlichen und dem privaten Sektor ist der Kern unserer DNA als Investor, und Dr. Habeck bringt unschätzbare Erfahrungen und eine beeindruckende Erfolgsbilanz im öffentlichen Dienst mit, die an der Schnittstelle von Nachhaltigkeit, Bezahlbarkeit und Privatwirtschaft liegen", sagte Jens Stender, Co-Chef von Urban Partners.
Linken-Chefin: Rüstungskonzerne können von Regierung "jeden Preis verlangen"
Vor der geplanten Verabschiedung des Haushaltsentwurfs im Bundeskabinett hat Linken-Chefin Ines Schwerdtner Bundesfinanzminister Lars Klingbeil dazu aufgefordert, die steigenden Rüstungsausgaben einzudämmen. "Der Finanzminister muss einen Weg eigentlich vorlegen, wie er die Aufrüstungsspirale stoppen kann", sagte Schwerdtner am Montag im ZDF-"Morgenmagazin". Für ihre Partei sei soziale Sicherheit mehr als nur Aufrüstung.
Schwerdtner kritisierte, mit den steigenden Ausgaben für den Verteidigungsetat würden vor allem große Rüstungskonzerne unterstützt, die derzeit jeden Preis verlangen könnten. Demgegenüber fehle Geld für die Katastrophenhilfe - die jüngste Hitzewelle habe aber gezeigt, dass hier dringend mehr Geld nötig sei. Für die Bürger selbst werde zudem von der Bundesregierung nichts gemacht. "Es wird kein wirtschaftlicher Aufschwung kommen, weil die Menschen haben kein Geld mehr in der Tasche."
Flugzeug setzt hart auf East River auf und kippt
Vor New York setzt ein Wasserflugzeug hart auf und kentert teilweise. Alle Insassen können sich retten oder werden in Sicherheit gebracht. Nun untersucht die US-Luftfahrtbehörde, wie es zu dem aufsehenerregenden Zwischenfall kommen konnte.
Zwei Tote bei Unfall in Mecklenburg-Vorpommern
In Ludwigslust in Mecklenburg-Vorpommern sind zwei Menschen bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Der 60 Jahre alte Fahrer sei am Sonntagnachmittag aus ungeklärter Ursache auf der Bundesstraße B14 von der Fahrbahn abgekommen, teilte die Polizei mit. Der Mann und seine 59 Jahre alte Beifahrerin wurden als Folge des Unfalls in dem Auto eingeklemmt, so die Polizei.
Die Frau sei trotz Reanimationsversuchen noch an der Unglücksstelle gestorben. Der Mann sei zunächst noch mit einem Hubschrauber ins Krankenhaus nach Rostock geflogen worden. Dort starb er dann aber am Sonntagabend.
Nach Hunderten Tagen: Chinesische Sonde erreicht Quasi-Mond
Die chinesische Raumsonde "Tianwen 2" hat nach rund 400 Tagen Flug den erdnahen Asteroiden Kamo'oalewa erreicht. Die Sonde habe sich dem Himmelskörper erfolgreich bis auf 20 Kilometer genähert und mit der wissenschaftlichen Erkundung begonnen, teilte die chinesische Raumfahrtbehörde CNSA mit. Rund eine Milliarde Kilometer habe die Sonde seit ihrem Start zurückgelegt.
Bereits im Juni hatte die Sonde den Asteroiden demnach erstmals erfasst. Am 7. Juni führte sie dann in rund 30.000 Kilometern Entfernung ein Kontrollmanöver aus und näherte sich seitdem schrittweise weiter an. Kamo'oalewa ist ein sogenannter Quasi-Mond der Erde: Der nur einige Dutzend Meter große Brocken umkreist die Sonne nahezu im Gleichtakt mit der Erde. Einige Forscher vermuten, dass es sich um ein Bruchstück des Mondes handeln könnte, das bei einem Einschlag ins All geschleudert wurde. Mehr Klarheit sollen erst Laboranalysen der Proben bringen, unter anderem über Isotopenverhältnisse.
Volle Lagerhalle in Oranienburg brennt komplett aus
Eine Lagerhalle einer papierverarbeitenden Firma in Oranienburg steht in Vollbrand. Gelagerte Lacke und Kunststoff sorgen zunächst für eine gewaltige Rauchwolke. Wenig später stürzt das Dach des Gebäudes vollständig ein.
Das wird heute wichtig
Liebe Leserinnen und Leser,
Wissen Sie noch, was Sie am 3. Januar gemacht haben? Kai Wegner hat Tennis gespielt - unter anderem. Das, was als "Tennisgate" bekannt wurde, verfolgt Berlins Regierenden Bürgermeister auch ein halbes Jahr später noch. Denn während der CDU-Politiker auf dem Tennisplatz stand, gab es nach einem Brandanschlag im Südwesten der Hauptstadt einen der schwerwiegendsten Stromausfälle seit dem Zweiten Weltkrieg. Zehntausende Menschen mussten tagelang ohne Strom und Heizung auskommen. Eine Expertenkommission hat inzwischen untersucht, welche Lehren aus dem Blackout gezogen werden sollten - und stellt ihre Bilanz heute im Roten Rathaus vor.
Im Bundeskabinett soll heute der Regierungsentwurf des Haushalts 2027 sowie der Finanzplanung bis 2030 beschlossen werden.
Vor der Beerdigung des getöteten obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei soll im Iran dessen Leichnam in einer Prozession durch die Millionenmetropole Teheran geführt werden.
In Wuppertal beginnt um 9.00 Uhr der Prozess um ein illegales Waffenlager. Die Staatsanwaltschaft wirft drei Männern Verstöße gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz vor.
Nach Englands Einzug ins Viertelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft steht am Abend noch ein echtes Highlight an: Das Duell zwischen Portugal und Spanien ist auch das zweier Superstars aus verschiedenen Epochen - Portugals ewiger Anführer Cristiano Ronaldo trifft auf den spanischen Jungstar Lamine Yamal.
Der Anschlag auf die Maus bleibt vorerst ungeklärt
Fast genau ein Jahr nach einem Brandanschlag auf die berühmte Maus-Figur in Köln hat die Staatsanwaltschaft das Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt vorerst eingestellt. Das sagte ein Sprecher der Behörde. Hintergrund: Es gibt keine Spuren mehr, denen man aktuell nachgehen könnte. Das Ermittlungsverfahren würde laut Staatsanwaltschaft aber wieder aufgenommen, "sofern sich künftig konkrete Anhaltspunkte für den oder die Täter ergeben".
Die Statue, die Passanten freundlich zuwinkt, war in der Nacht zum 26. Juli 2025 in Brand gesetzt und beschädigt worden. Die Polizei hatte Ende November Fotos des Verdächtigen veröffentlicht. Vor einigen Wochen wurden sie aber wieder von der Fahndungsseite der Polizei gelöscht, weil die richterliche Erlaubnis abgelaufen war.
Patient in Berliner Krankenhaus von anderem Patienten getötet
In einem Krankenhaus in Berlin-Neukölln ist ein Patient umgebracht worden. Er sei "tödlich mit einem scharfen Gegenstand verletzt" worden, teilte die Polizei auf der Online-Plattform X mit. Hintergrund soll demnach eine Auseinandersetzung mit einem anderen Patienten gewesen sein. Eine Mordkommission hat die Ermittlungen übernommen. Nähere Angaben wollte die Polizei auf Anfrage zunächst nicht machen.