Das war Freitag, der 28. August 2026
Liebe Leserinnen und Leser,
der Tod des norwegischen Königs Harald V. hat heute die Schlagzeilen dominiert. Bei strömendem Regen nahmen Tausende Menschen in Oslo Abschied von ihrem geliebten König. In der Abenddämmerung wurde der Sarg mit dem am Morgen gestorbenen Monarchen vom Reichskrankenhaus zum Königsschloss gefahren. Haralds Sohn tritt als Haakon VIII. das große Erbe seines Vaters an. In den Mittagsstunden wählte der 53-Jährige den Leitspruch "Alt for Norge", also "Alles für Norwegen" - wie schon sein Vater und Großvater. Seine Ehefrau Mette-Marit (53) ist an seiner Seite die neue Königin, seine Mutter Sonja trägt weiter ihren Königinnentitel.
Auch diese Themen waren heute wichtig:
Grüne passen auf Klimaanpassung: Wer hört hier gerade den Schuss nicht?, von Sebastian Huld
Berlin wird nach Hackerangriff erpresst - Wegner lehnt Forderungen ab
Damit verabschiede ich mich ins Wochenende. Kommen Sie gut durch die Nacht!
Ihr David Schäfer
AfD-Spitzenkandidat will Polizei-Spezialeinheit für Abschiebung
Die AfD in Mecklenburg-Vorpommern hat auf einer Wahlveranstaltung in Grimmen eine neue Spezialeinheit für die Polizei gefordert. Diese Einheit müsse sich allein der Rückführung illegaler Migranten widmen, sagte der AfD-Kandidat für das Amt des Ministerpräsidenten, Leif-Erik Holm. Statt einer Erstaufnahmeeinrichtung "brauchen wir eine Ausreiseeinrichtung und diese werden wir etablieren", sagte Holm vor rund 400 Gästen.
Rund 150 Menschen beteiligten sich vor dem Kulturhaus in Grimmen an Gegendemonstrationen gegen die AfD-Veranstaltung, an der auch der Bundesvorsitzende Tino Chrupalla teilnahm. Parteichefin Alice Weidel wollte ursprünglich ebenfalls auftreten, sagte aber kurz vor Beginn der Veranstaltung ab. Am 20. September sind Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern. Einer Insa-Umfrage Mitte August zufolge führt die AfD mit 36 Prozent vor der SPD (29 Prozent) und den Linken (11 Prozent). In den Landtag würden der Umfrage zufolge auch CDU (zehn Prozent) und Grüne (fünf Prozent) einziehen.
Meinungsfreiheit, Aufrüstung: Wagenknecht nennt Teile der Bundesregierung "rechtsextrem"
BSW-Parteigründerin Sahra Wagenknecht definiert Teile der Bundesregierung als rechtsextrem - diese weist das als absurd zurück. "Für mich ist zum Beispiel rechtsextrem, wenn ich eine Gesellschaft möchte, die auf Autoritarismus setzt, auf Unterdrückung der Meinungsfreiheit, auf Abbau von Demokratie", sagte die Politikerin im "Focus"-Podcast "Machtmenschen". "Wenn ich diesen Begriff so definiere, dann haben wir derzeit Rechtsextremisten in der Bundesregierung." Weil die Demokratie abgebaut werde und es Einschnitte bei der Meinungsfreiheit gebe.
Gefragt, ob die Bundesregierung sich von den Vorwürfen angesprochen fühle, sagte ihr stellvertretender Sprecher Steffen Meyer vor Journalisten in Berlin, dies sei so absurd, dass sich eine Antwort erübrige. Auf die Frage, ob sie die AfD als rechtsextremistisch einstufe, antwortete Wagenknecht: "Wir sollten uns mit ihren Positionen auseinandersetzen." Es gebe in der AfD Leute, die stünden sehr weit rechts. "Aber was ist heute rechts, was ist links? Ich meine, wir haben eine Bundesregierung, die will Deutschland zur größten Militärmacht Europas machen. Früher hatte man die feste Überzeugung, so was ist rechts. Vielleicht sogar rechtsextrem", fügte sie hinzu.
Spanien bittet Frontex um Hilfe bei Migrationskrise in Ceuta
Die Regierung in Madrid hat die EU-Grenzschutzagentur Frontex um Hilfe bei der Bewältigung der Migrationskrise in der spanischen Nordafrika-Exklave Ceuta gebeten. Die Anfrage sei von Innenminister Fernando Grande-Marlaska an die Generaldirektorin für Migration und Innere Angelegenheiten der Kommission, Beate Gminder, gerichtet worden, hieß es auf der Internetseite der Regierungspressestelle in Madrid. Gminder habe diese Hilfe bereits am 21. August angeboten.
Die linke spanische Regierung steht nach einem Massenandrang Zehntausender Migranten nach Ceuta Ende Juli unter massivem Druck. Sie kann die verbliebenen Migranten aus rechtlichen Gründen nicht schnell abschieben, will sie aber auch nicht aufs Festland bringen, während Teile der Einheimischen gegen die Anwesenheit der Migranten zu rebellieren beginnen.
Bombenanschlag inszeniert? TV-Journalist verliert seine Sendung
Nach einem Bombenanschlag auf das Haus des italienischen Investigativreporters Sigfrido Ranucci und einer spektakulären Wende in dem Fall hat der TV-Journalist die Leitung und Moderation des Magazins "Report" beim öffentlich-rechtlichen Sender Rai verloren. Ab November werde der 65-Jährige durch zwei andere Moderatoren ersetzt, teilte der Sender mit. Vor etwa zehn Monaten wurde vor Ranuccis Haus ein Bombenanschlag verübt. Zwei Autos wurden dabei zerstört. Unter Verdacht geriet zunächst die Mafia. Später stellte sich aber heraus, dass ein enger Freund Ranuccis, Valter Lavitola, den Anschlag in Auftrag gegeben hatte. Der 60 Jahre alte Lavitola war in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder in Polit-Skandale verwickelt.
Lavitola soll den Anschlag inszeniert haben, um Ranuccis Popularität zu steigern und ihn anschließend in die Politik zu drängen, um dann selbst als Berater zu fungieren. Dies ging aus im Zuge der Ermittlungen öffentlich gewordenem Schriftverkehr von Lavitola hervor. Seit gut zwei Wochen befindet er sich in Untersuchungshaft. In einem ersten Verhör gestand er, den Anschlag in Auftrag gegeben zu haben. Ranucci selbst soll von den Machenschaften seines Freundes nichts gewusst haben. Die Rai nannte in der Mitteilung zur neuen Besetzung von "Report" keine Gründe für den Schritt. Italienische Medien gehen jedoch davon aus, dass die Rai mit der Absetzung Ranuccis Schaden vom Sender abwenden will
Kaviar in Moskau? Flüchtiger Windkraftbetrüger verabschiedete sich von Behörden
Windkraftbetrüger Hendrik Holt hat nach seiner Flucht den Behörden noch eine letzte Botschaft zukommen lassen. Einen Tag nach seinem Verschwinden sei eine E-Mail bei dem Berliner Gefängnis eingegangen, in dem er untergebracht war, teilte die Staatsanwaltschaft Osnabrück mit. Sinngemäß habe er ausrichten lassen, dass er nicht zurückkehren werde. Den Angaben zufolge geht aus dem Schreiben ein Absender hervor. Zu ihm würden jedoch keine Angaben gemacht. Laut NDR stand in der Nachricht wörtlich "Hendrik Holt kommt nicht zurück". Die Staatsanwaltschaft Osnabrück ließ einen europäischen Haftbefehl ausstellen, wie ein Sprecher bestätigte.
Holt ist auf der Flucht, seit er am Dienstag von einem genehmigten Ausgang nicht in die Justizvollzugsanstalt in Berlin zurückkehrte, wie die Staatsanwaltschaft Osnabrück mitteilte. In Berlin war Holt im offenen Vollzug. Nach dem 36-Jährigen aus dem emsländischen Haselünne werde gefahndet, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Wo er sich aufhält, ist bisher nicht bekannt. Mehrere Medien griffen einen Instagram-Post auf, in dem es heißt: "Liebesgrüße aus Moskau sehr schön hier der Kaviar ist fantastisch". Die Staatsanwaltschaft erklärte, der Instagram-Post sei ihr bekannt. Einschätzungen und Bewertungen dazu gebe man vor dem Hintergrund der andauernden Fahndung aber nicht ab. Vom Flughafen Rostock hieß es unterdessen, dass Holt Deutschland nicht von dort verlassen habe.
Unionsfraktionsvize will wieder stärker auf Kohlestrom setzen
Unionsfraktionsvize Sepp Müller will angesichts der hohen Gaspreise die deutschen Kohlekraftwerke stärker nutzen. "Es geht um die Kohlekraftwerke, die im Moment nur einspringen, wenn der Strom in den Dunkelflauten ohne Wind und Sonne sehr knapp ist", sagte der CDU-Politiker der "Wirtschaftswoche". "Diese Kohlekraftwerke sollten wieder ständig laufen." Bei der SPD stieß der Vorstoß auf Ablehnung.
Das könne die Strompreise senken und helfen, teures Gas zu sparen - und so auch dazu beitragen, die Speicher für den Winter zu füllen, argumentierte Müller. Er verwies auf die besondere Lage durch den Iran-Krieg, der die Gaspreise in die Höhe schnellen lässt, und auf den Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD. Dort steht: "Der Zeitplan, Kohlekraftwerke vom Netz oder in die Reserve zu nehmen, muss sich danach richten, wie schnell es gelingt, steuerbare Gaskraftwerke tatsächlich zuzubauen."
1500 Kilometer Reichweite: Marschflugkörper sollen bei Leipzig produziert werden
Das US-Rüstungsunternehmen Covenant will Insidern zufolge ab 2027 in der Nähe von Leipzig die Produktion von Mittelstrecken-Flugkörpern starten. Sie sollen eine Reichweite von über 1500 Kilometern haben, wie die Nachrichtenagentur Reuters von mit der Angelegenheit vertrauten Personen erfuhr. Eine Jahresproduktion von bis zu 1000 Stück sei möglich. Obwohl es eine US-Firma ist, sollen Zulieferungen von Komponenten überwiegend aus Deutschland und Europa kommen. Die Pläne fallen mit der Suche der Bundesregierung nach günstigen, in großer Stückzahl verfügbaren Marschflugkörpern zusammen. Demnach sollen sie helfen, eine Lücke zu schließen und als Ergänzung zu teureren Systemen dienen. Covenant und das Bundesverteidigungsministerium äußerten sich auf Anfrage nicht.
Die USA wollen "Tomahawk"-Marschflugkörper, die den Insidern zufolge ein Vielfaches kosten würden, trotz früherer Ankündigungen nicht mehr an Deutschland liefern. Dies hatte Besorgnis im Verteidigungsministerium und die Suche nach Alternativen ausgelöst. Das System wurde Medienberichten zufolge im August 2026 bei einem von den US-Streitkräften unterstützten Test in Marokko erprobt. Covenant strebt eine erste Auslieferung für Anfang 2027 an. Hinter Covenant steht der US-Investor Michael Kaufman, der zuvor für die Investmentfirma Thiel Capital tätig war. Zu den Geldgebern gehören prominente US-Technologie-Investoren wie Andreessen Horowitz und der Founders Fund. Das 2024 gegründete Unternehmen hat Gesellschaften und Aktivitäten auch in Israel.
"Wie eine Königin": Jubelnde Fans begrüßen Céline Dion in Paris
Unter Jubel und Zuspruch ihrer Fans ist Hitsängerin Céline Dion vor ihrem Bühnen-Comeback in Paris eingetroffen. In einen beigen Trenchcoat gehüllt und mit großer schwarzer Sonnenbrille warf sie den Wartenden vor ihrem Hotel in der Innenstadt Kusshändchen zu. Die Kanadierin nahm sich dann Zeit, um ihre Fans zu grüßen. "Wir werden dich immer lieben", sagte ein Fan. Ein anderer schwor: "Wir werden dich wie eine Königin aufnehmen."
Nach jahrelanger Pause hatte die 58-Jährige Anfang des Jahres angekündigt, wieder Konzerte zu spielen. Ihr Bühnen-Comeback findet am 12. September in der Plenitude Arena bei Paris statt. Bis zum 17. Oktober folgen etliche weitere Auftritte und eine Reihe von Konzerten im Mai 2027. Fans hatten die Nachricht mit riesiger Begeisterung aufgenommen. Die Veranstalter meldeten einen enormen Ansturm auf die Tickets. In den vergangenen Jahren war Dion nur noch selten aufgetreten. Sie litt unter dem Stiff-Person-Syndrom, einer seltenen Autoimmunerkrankung, die mit Muskelversteifung und Krämpfen einhergeht.
Siegmund: "Dann haben wir halt beim nächsten Mal 50 oder 55 Prozent"
AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund hat sich mit Blick auf die aktuellen Umfragewerte seiner Partei in Sachsen-Anhalt und ein mögliches Verpassen einer absoluten Mehrheit gelassen gegeben. Wenn es so kommen sollte, werde es eine Zusammenarbeit zwischen CDU und Linken geben, sagte Siegmund in Hettstedt vor Journalisten. "Das geht ja gar nicht anders", so Siegmund. "Wir glauben auch nicht, dass diese Regierung besonders lange halten wird. Dann haben wir halt beim nächsten Mal 50 oder 55 Prozent."
Die Landtagswahl findet in Sachsen-Anhalt am 6. September statt. Die AfD liegt in aktuellen Umfragen bei Werten zwischen 40 und 42 Prozent. Da demnach auch CDU, Linke, SPD und Grüne ins Parlament einziehen, würde die AfD ihr Ziel einer Alleinregierung nicht erreichen. Er sei "entspannt", was die Umfragewerte angehe, sagte Siegmund. "Wir sind auf dem richtigen Weg." In seiner Rede bei dem "Bürgerforum" hatte Siegmund betont, es gehe jetzt erst richtig los. Bei der Wahl komme es auf jede Stimme an. "Am 6.9. holen wir uns unser Land zurück."
Nach Tod des Königs: Oslos Bürgermeisterin sagt eigene Hochzeit ab
Die Bürgermeisterin von Oslo, Anne Lindboe, hat ihre Hochzeitsfeier wegen des Todes von Norwegens König Harald V. abgesagt. Die Hochzeit mit ihrem Verlobten Pål Sandvid war für den heutigen Freitag geplant, wurde jedoch verschoben, nachdem der König am frühen Morgen verstorben war, wie ihr politischer Berater dem britischen Sender BBC bestätigte.
"Es ist schwer, sich ein Oslo und ein Norwegen ohne dich vorzustellen. Du brauchtest keine Menschenmenge, um König zu sein", schrieb Lindboe in einem Nachruf auf den Verstorbenen auf Instagram. Die Nachricht über den Tod des Königs traf die Norweger um halb neun am Morgen. Um 6.35 Uhr war der 89-Jährige im Reichskrankenhaus friedlich und für immer eingeschlafen, wie das Königshaus mitteilte.
Hagel in Frankreich bricht Straßenbahn-Scheiben ein
Frankreich hat aktuell mit schweren Stürmen und Niederschlägen zu kämpfen, nordöstlich von Paris ist die Lage am angespanntesten. Besonders eindrücklich sind die Bilder der riesigen Hagelkörner - die durchbrechen sogar die Scheiben einer Straßenbahn.
Regierender Bürgermeister nach Hackerangriff: "Das Land Berlin wird erpresst"
Nach dem Mitte August bekannt gewordenen Hackerangriff auf das Datennetz der Verwaltung ist Berlin mit einem Erpressungsversuch konfrontiert. Berlin sei Opfer einer schweren Straftat geworden, sagt der Regierende Bürgermeister Kai Wegner nach einer Sondersitzung des Senats im Roten Rathaus. "Das Land Berlin wird erpresst." Wegner kündigt an, der Senat werde auf die Forderungen der Erpresser nicht eingehen. Wegner macht keine Angaben dazu, in welcher Form Berlin erpresst wird.
Der Hackerangriff war am 14. August bekanntgeworden. Daraufhin wurden die beiden betroffenen Senatsverwaltungen für Verkehr sowie für Bauen und Wohnen vorübergehend vom Landesnetz abgetrennt. Das Berliner Landeskriminalamt und die Staatsanwaltschaft ermitteln zu dem Vorgang.
Deutsche in Spanien umgebracht - Partner aus Italien festgenommen
Eine Deutsche ist im Süden Spaniens umgebracht worden. Die 47-Jährige sei am Morgen am Strand Punta del Caimán bei dem Ort Isla Cristina leblos aufgefunden worden, teilte die Polizei in Huelva mit. Die Leiche habe Anzeichen von Verletzungen durch eine Waffe aufgewiesen.
Ihr Partner, ein etwa 60-jähriger Italiener, sei unter Tatverdacht festgenommen worden. Die beiden seien als Touristen unterwegs gewesen. Noch gebe es keine Erkenntnisse, wie es zum Tod der Frau gekommen sei, aber es werde nicht ausgeschlossen, dass es sich um einen Fall von geschlechtsspezifischer Gewalt handeln könnte. Woher in Deutschland die Tote stammte oder andere Details nannte die Polizei zunächst nicht.
Ragebait, Peak & Crashout: Kommen Sie beim Jugendwort 2026 noch mit?
Vielleicht geht der eine oder andere jetzt "Crashout", weil sein Favorit nicht "Peak" sein wird. Das ist aber noch lange kein Grund für "Ragebait". Kommen Sie noch mit? Jugendliche schon. Denn die drei Worte aus dem Englischen haben es unter die Top 3 bei der Wahl zum Jugendwort 2026 geschafft. Seit 2008 entscheiden junge Menschen von 11 bis 20 Jahren darüber, welche Sprachfloskel sie besonders angesagt finden. Bis zum 28. September kann nun über die Top 3 des Jugendworts des Jahres abgestimmt werden. Der Sieger wird am 10. Oktober während der Frankfurter Buchmesse vom Verlag Pons Langenscheidt verkündet.
Was die Wörter in den Top 3 bedeuten:
"Crashout"
Verliert man komplett die Fassung, rastet aus oder reagiert extrem emotional, dann erlebt man einen "Crashout". Das Wort kann laut Langenscheidt-Verlag sowohl ernsthaft als auch ironisch verwendet werden. Beispiel: "Wenn mein Akku gleich ausgeht, gehe ich Crashout."
"Peak"
Bedeutet im Englischen "Gipfel" und wird auch in der Jugendsprache so verwendet. Ist etwas "peak", dann ist es das Beste vom Besten oder der absolute Höhepunkt. Beispiel: "Das Konzert war echt Peak."
"Ragebait"
Wer Clickbait kennt, der kann sich auch Ragebait gut erklären. Gemeint sind Inhalte in sozialen Medien, die absichtlich triggern sollen. Etwa mit provokanten Thesen, Falschbehauptungen oder wilden Meinungen soll versucht werden, Wut auszulösen. Das wird bekanntlich vom Algorithmus belohnt und bringt Kommentare, Likes und Reichweite.
Bundesregierung zu Trumps "Lake America": Wir nennen Fußball auch nicht Soccer
Die Bundesregierung bleibt bei der Bezeichnung "Lake Ontario" und übernimmt die Umbenennung des US-kanadischen Grenzsees in "Lake America" durch US-Präsident Donald Trump nicht. "Das ist eine amerikanische Entscheidung, diesen See anders zu bezeichnen. Die hat erst mal keine weiteren Auswirkungen auf andere Länder", sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin. "Für uns heißt es weiter Lake Ontario, wie der übliche Name ist." In den USA werde Fußball Soccer genannt, "deswegen wird es nicht in anderen Ländern auch Soccer genannt", fügte er hinzu.
Auf die Frage, ob die Bundesregierung befürchten müsse, dass Trump in diesem Zusammenhang wieder neuen Groll auch gegen Deutschland hegen werde, antwortete der Sprecher, es gehe um die Bezeichnung von Wasserwegen. "Das sollte nicht Anlass sein, um politischen Groll gegen irgendjemanden zu hegen." Der See Lake Ontario ist einer der sogenannten fünf Großen Seen. Durch vier von ihnen verläuft die Grenze zwischen den USA und Kanada. Trump ärgert sich über Kanada, weil das Land im Zollstreit mit den Vereinigten Staaten nicht einlenkt. Der US-Präsident nutzt die Umbenennung in seiner zweiten Amtszeit häufiger als Mittel der Machtdemonstration. Trump hatte auch schon den Golf von Mexiko in "Golf von Amerika" umbenannt.
Mehrere deutsche Wracks aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden
Drei deutsche Wracks aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs sind in der polnischen Ostsee und im Ionischen Meer entdeckt worden. Bei den Funden in der Ostsee handele es sich um die beiden U-Boote U-583 und U-649, sagte Christian Lübcke vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge der dpa. "U-583 ist am 15. Juli entdeckt worden, das andere ein wenig später", so Lübcke. Gefunden wurde U-583 östlich der Insel Bornholm, am Rande der polnischen Wirtschaftszone.
Beim U-Boot U-649 warte er noch auf den Bericht mit den genauen Koordinaten. Alle 45 Besatzungsmitglieder der U-583 seien beim Untergang gestorben. Von der U-649 hätten sich elf Menschen retten können, jedoch seien auch dort 35 Besatzungsmitglieder gestorben. Das Wrack eines deutschen Torpedoboots ist zudem im Ionischen Meer vor der griechischen Hafenstadt Preveza in 96 Metern Tiefe entdeckt worden. Die Suche nach dem Torpedoboot LS 6 begann bereits vor 13 Jahren, sagte der technische Tauchlehrer und Entdecker Marinos Giourgas.
Handwerker retten Seniorin aus brennender Wohnung
Im baden-württembergischen Göppingen haben zwei Handwerker eine 87-Jährige aus einer brennenden Wohnung gerettet. Die alleinlebende Frau hatte sich in ihrer Küche eine Mahlzeit zubereitet, als es mutmaßlich dadurch zu einem Küchenbrand kam, wie ein Polizeisprecher sagt. Die Handwerker hatten an einem angrenzenden Gebäude gearbeitet, als sie Schreie hörten. Ein 19-Jähriger kletterte mit Unterstützung seines 41-jährigen Kollegen, der ihm eine Räuberleiter machte, durch das offene Küchenfenster in die brennende Wohnung im Erdgeschoss. Er trug die Seniorin auf dem Rücken durch das Treppenhaus ins Freie. Anschließend warnten die Männer die anderen Hausbewohner, welche das Gebäude alle verlassen konnten. Bewohner, Handwerker und die Seniorin erlitten Rauchgasverletzungen. Insgesamt fünf Menschen, einschließlich der Seniorin, wurden in Kliniken behandelt. Die Wohnung der Seniorin ist nicht mehr bewohnbar.
Mit gedruckter Karte orientieren? Viele Menschen trauen sich das nicht mehr zu
Wer ein Handy hat, braucht normalerweise keinen Stadtplan oder eine Landkarte, um den Weg zu finden. Doch viele Menschen glauben, dass sie ohne Navi-Apps aufgeschmissen wären. In einer Umfrage für den Digitalverband Bitkom fühlten sich nur noch drei von zehn Menschen in der Lage, eine gedruckte Karte zur Orientierung zu nutzen.
84 Prozent der Deutschen über 16 Jahren nutzen Navigationsapps in ihrem Alltag, so das Ergebnis der Umfrage mit mehr als tausend Teilnehmenden. Zwei Drittel von ihnen schätzten ihren eigenen Orientierungssinn deshalb als geschwächt ein. Dabei gibt es große Unterschiede zwischen den Altersgruppen unter 29 Jahren und über 41 Jahren. Während die Jüngeren sich nur zu 20 Prozent zutrauten, noch eine gedruckte Karte zu verwenden, waren es bei den Älteren immerhin 41 Prozent. Dabei waren 61 Prozent aller Befragten der Meinung, dass es wichtig sei, sich im Zweifel mit einer Papierkarte zurechtfinden zu können.
Das ist der offizielle Name von Norwegens neuem König
Während in Norwegen viele Menschen um den verstorbenen König Harald V. trauern, geht das Protokoll seinen Gang. Sein Sohn Haakon ist der neue König. Er trägt den offiziellen Namen König Haakon VIII. - das gibt der Monarch in einer außerordentlichen Sitzung mit dem Regierungskabinett bekannt. Als Motto für seine Zeit als König wählt der 53-Jährige "Alt for Norge", übersetzt bedeutet das: "Alles für Norwegen". Er folgt damit einer Tradition: Auch Harald V. sowie dessen Vater und Großvater wählten dieses Motto.
Vicky Leandros und die Toten Hosen überraschen live mit "Ich liebe das Leben"
Große Überraschung beim Konzert der Toten Hosen in Hamburg: Vicky Leandros betrat gestern Abend während der Zugabe die Bühne und sang gemeinsam mit Campino und der Band vor rund 35.000 Menschen "Ich liebe das Leben". Die gemeinsame Version ist auch auf dem im Mai veröffentlichten Album der Band zu hören, nun wurde sie erstmals live vor großem Publikum gespielt. Das Original aus dem Jahr 1975 gehört zu den bekanntesten Liedern der Sängerin. Allein blieb Leandros bei diesem Zugabenblock nicht. Auch Rapper Marteria und Bela B von den Ärzten kamen zu den Hosen auf die Bühne. Das Konzert gehört zur laufenden Abschiedstour "Trink Aus! Wir Müssen Gehen". "Wegen 'sowas' geht man auf Konzerte", schreibt ein Nutzer bei Youtube unter ein Video von dem Auftritt mit Leandros.
Schlagzeilen zum Mittag
Polizei durfte Bewerber wegen Tattoo ablehnen
Ein Mann hatte sich zwei Patronen mit den Worten "trust" und "no one" auf die Innenseite eines Oberarms tätowiert - also "Vertraue niemandem". Umgekehrt weckte das kein Vertrauen bei der Polizei in Nordrhein-Westfalen, bei der er sich beworben hatte. Die Polizei lehnte den Bewerber ab, der Mann klagte bereits in erster Instanz erfolglos. Die Einstellung durfte ihm wegen der Tätowierung verweigert werden, entscheidet nun das nordrhein-westfälische Oberverwaltungsgericht in Münster. Aus der inzwischen entfernten Tätowierung ergeben sich Zweifel an der "charakterlichen Eignung" des Bewerbers, erklärt das Gericht. Die Tätowierung deute auf eine mangelnde Bereitschaft zu gewaltfreier Konfliktbewältigung und einem vertrauensvollen zwischenmenschlichen Umgang hin. Zudem sei bei der Polizei Teamarbeit und gegenseitiges Vertrauen erforderlich und könne sogar überlebenswichtig sein. Daher rechtfertige das mit dem Tattoo ausgedrückte grundsätzliche Misstrauen gegenüber allen anderen Menschen die charakterlichen Eignungszweifel. Daran ändere auch nichts, dass das Tattoo inzwischen überdeckt worden sei.
Erhält Kriegsverbrecher Mladic ein Staatsbegräbnis?
Mehr als 8000 Menschen starben seinetwegen in Srebrenica - dennoch könnte der bosnisch-serbische Kriegsverbrecher Ratko Mladic ein Begräbnis mit höchsten Ehren bekommen. So wie es aussieht, deutet die serbische Regierung die Möglichkeit eines Staatsbegräbnisses an. "General Mladic ist ein General, und das Protokoll ist bekannt", sagt Justizminister Nenad Vujic dem bosnisch-serbischen Fernsehsender ATV. Seine Regierung respektiere, was Mladic zustehen würde, fügt Vujic hinzu. Der Verweis auf das staatliche "Protokoll" wird von serbischen Medien so interpretiert, dass die Regierung unter Präsident Aleksandar Vucic ein Staatsbegräbnis mit höchsten Ehren plant. Zudem wird angenommen, dass er im Belgrader Friedhof Topcider beigesetzt wird.
Der ehemalige bosnisch-serbische Militärführer war am Donnerstag in Den Haag gestorben. Er verbüßte dort eine lebenslange Gefängnisstrafe für die von ihm im Bosnien-Krieg (1992-1995) begangenen Kriegsverbrechen. Verurteilt hatte ihn ein internationales UN-Tribunal wegen Völkermords. Unter anderem wies es ihm die Schuld am Massaker von Srebrenica im Juli 1995 nach. Bosnisch-serbische Milizen hatten dort unter seinem Kommando mehr als 8000 Menschen, hauptsächlich Männer und männliche Jugendliche, ermordet. Das offizielle Belgrad leugnet bis heute den gerichtlich festgestellten Völkermord, den bosnisch-serbische Milizen unter Mladic in Srebrenica und bei der grausamen Belagerung der bosnischen Hauptstadt Sarajevo begangen hatten.
Update von 12:57 Uhr: Mladic soll in Serbien mit militärischen und staatlichen Ehren beigesetzt werden. Der frühere Armeechef der bosnischen Serben werde "alle militärischen und staatlichen Ehren erhalten, auf die er Anspruch hat", sagt der serbische Justizminister Nenad Vujic dem Radiosender K1.
AfD scheitert in Thüringen mit Misstrauensvotum gegen Voigt
Die AfD ist in Thüringen ein weiteres Mal mit einem konstruktiven Misstrauensvotum gegen Ministerpräsident Mario Voigt gescheitert. Im Landtag stimmten 33 Abgeordnete für AfD-Landtagsfraktionschef Björn Höcke als neuen Ministerpräsidenten. Er hätte aber mindestens 45 Stimmen gebraucht, um den CDU-Politiker abzulösen. 49 Abgeordnete stimmten mit Nein, drei enthielten sich. Offizieller Anlass war die Aberkennung des Doktortitels des Ministerpräsidenten, wogegen dieser klagt.
Die AfD hat 32 Sitze im Landtag in Erfurt. Somit erhielt Höcke eine Stimme mehr als seine Fraktion hat. Vor der geheimen Abstimmung hatten die anderen Fraktionen angekündigt, nicht für Höcke zu stimmen. Mehr dazu hier.
Opfer von Gewalttat in Brandenburg war Erzieher
Am Tag nach der Gewalttat an einer Schule in Brandenburg werden mehr Einzelheiten bekannt. Die Polizei bestätigt eine Beziehungstat und das Alter der 18-Jährigen, die getötet wurde. Das zweite Todesopfer soll demnach ein 30 Jahre alter Kita-Erzieher gewesen sein. Die Kita ist auf demselben Gelände wie eine Grund- und eine Oberschule in der Gemeinde Gosen-Neu Zittau. Tatverdächtig ist ein 19-jähriger Deutscher, er wurde festgenommen.
Bei der Frau soll es sich laut Medienberichten um die Ex-Freundin des Tatverdächtigen handeln. Der RBB schreibt, sie sei eine Schülerin gewesen - dies ist von der Polizei bisher nicht bestätigt.
Zahl der Arbeitslosen steigt bundesweit leicht, in Hamburg jedoch auf neuen Höchststand
Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im August im Vergleich zum Vormonat um 54.000 auf 3,061 Millionen Menschen gestiegen. Die Zahl liegt damit um 36.000 höher als im August 2025, teilt die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg mit. Die Arbeitslosenquote nahm im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Punkte auf 6,5 Prozent zu. In Hamburg erreichte die Zahl der Arbeitslosen allerdings den höchsten Stand seit 20 Jahren. Im August waren fast 97.800 Menschen ohne Arbeit, dies sei der höchste Wert seit Mai 2006, teilt die Agentur für Arbeit Hamburg mit. Mehr dazu hier.
Konzern lässt sich bevorzugte Panamakanal-Passage mehrere Millionen kosten
Ihre Durchfahrt durch den Panamakanal buchen Schiffe für gewöhnlich weit im Voraus, sonst müssen sie tagelang warten, bis sie dran sind. Oder: Sie ersteigern eine Last-Minute-Durchfahrt bei einer Auktion. Laut der Panamakanal-Behörde hat ein Tanker mit Flüssiggas an Bord eine Rekordsumme von 5,3 Millionen Dollar für eine bevorzugte Durchfahrt gezahlt. Der Anlass sind geplante Beschränkungen des Schiffsverkehrs wegen des Klimaphänomens El Niño. Nach Angaben der Kanalbehörde belief sich der durchschnittliche Auktionspreis zwischen Oktober 2025 und Februar 2026 auf rund 55.000 Dollar. Die Rekordsumme habe der südkoreanische Konzern SK Gas bezahlt, berichtet die Finanznachrichtenagentur Bloomberg. Demnach soll das Schiff "G. Spirit" am Dienstag die rund 80 Kilometer zwischen Pazifik und Atlantik zurücklegen dürfen. Zwei Tage danach reduzieren die Behörden schrittweise den Schiffsverkehr auf der Route wegen der durch El Niño ausgelösten Trockenheit in Mittelamerika.
Schwere Gewitter sind im Anmarsch
Im Laufe des Tages wird es vielerorts ungemütlich, da sich kräftige Gewitter zusammenbrauen. Dabei können auch Starkregen, Hagel oder Sturmböen auftreten, warnt der Deutsche Wetterdienst. Zunächst liegt der Schwerpunkt im Süden, später können auch Sachsen und weitere Teile in der Mitte Deutschlands betroffen sein. Aber auch im Norden kann es gewittern. Im Westen ziehen erste Gewitter schon durch. Mehr zur aktuellen Lage erfahren Sie im Video:
Schlagzeilen am Morgen
Nepal warnt vor weiterer Flut durch Dammbruch
Im Flut-Katastrophengebiet in Nepal und der chinesischen autonomen Region Tibet droht nach der Sturzflut weitere Überschwemmungsgefahr durch einen Dammbruch. Auf tibetischer Seite haben sich chinesische Rettungskräfte deswegen bereits zurückgezogen. Nun warnt auch die Polizei in Nepal vor weiteren Überschwemmungen in dem Katastrophengebiet. Alle Einsatzkräfte und Bürger würden aufgefordert, wachsam zu bleiben und sich sofort an einen sicheren Ort zu begeben, erklärt die Polizei. Hintergrund seien Informationen, wonach auf der tibetischen Seite Wasser aus einem See ausgetreten sei, der durch den Gletscherabbruch entstand. Der See staute sich nach der Sturzflut durch weitere Erdrutsche an einer Flussmündung an.
Norwegens König Harald V. ist tot - Haakon neuer König
Der norwegische König Harald V. ist im Alter von 89 Jahren gestorben. "Mit tiefer Trauer geben wir bekannt, dass Seine Majestät König Harald uns heute verlassen hat", teilt das Königshaus mit. "König Harald ist am Freitag, dem 28. August, um 06.35 Uhr im Nationalkrankenhaus friedlich entschlafen", erklärt der Palast weiter.
Harald V. war seit 1991 König von Norwegen und der älteste lebende Monarch Europas gewesen. Er litt an einer hämolytischen Anämie, einer Form der Blutarmut. Dabei werden die roten Blutkörperchen zu schnell abgebaut, Betroffene leiden unter Müdigkeit, Blässe und Atemnot. Nach seinem Tod erbt sein Sohn Haakon den Thron. Mehr dazu hier.
Belugas und Delfine reisen per Flugzeug in neues Aquarium
Es ist eine aufwendige Rettungsaktion: Weil ihnen in einem Park in Kanada das Einschläfern drohte, werden zwei Beluga-Wale und vier Delfine per Flugzeug in ein anderes Aquarium im spanischen Valencia verlegt. Angekommen in Valencia werden die Tiere mit erneut Kränen verladen und dann auf dem Landweg in das neue Aquarium gebracht. "Die Tiere sind in einem recht guten Zustand angekommen", sagt der Leiter des Zoobetriebs Oceanogràfic de València, Daniel Garcia. Sie würden nun unter Beobachtung gehalten, da eine derartige Reise Stress auslöst.
So reagiert Kanadas Premier auf "Lake America"
Die Menschen in Kanada werden den Ontariosee wohl kaum ernsthaft "Lake America" nennen, auch wenn US-Präsident Donald Trump diesen Namen nun auf US-Karten ändern lässt. Kanadas Premierminister Mark Carney reagiert darauf so: "Wir wissen, dass Amerika sich verändert. Seine Handelsbeziehungen, seine Außenpolitik, seine nationalen Denkmäler, seine Gewässernamen", erklärt Carney bezüglich der USA. "Die Kanadier wissen auch, dass die Realität beim Namen zu nennen, bedeutet, ihn Ontariosee zu nennen - früher, jetzt und für immer." Carney verweist darauf, dass der indigene Huronenstamm dem See vor mehr als 400 Jahren seinen Namen gab. "Ontari'io" bedeutet demnach in ihrer Sprache "Der See ist schön, der See ist groß". Das war vor der Gründung der kanadischen Konföderation und vor der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten. Der Ontariosee erstreckt sich auf beide Länder.
Der US-Präsident kann nicht eigenmächtig internationale Gewässer umbenennen. Er kann allerdings anordnen, dass offizielle US-Regierungsdokumente und -karten geändert werden. Im Fall des Golfs von Mexikos hatte sich auch Google Maps dem Willen des Präsidenten gebeugt. Er zeigt US-Nutzern die Meeresbucht als "Gulf of America" an.
Das wird heute wichtig
Guten Morgen!
Auch zwei Tage nach der Sturzflut in Nepal und der chinesischen autonomen Region Tibet ist das gesamte Ausmaß der Katastrophe nicht klar. Hunderte Menschen werden noch vermisst. Bisher ist der Tod von mehr als 460 Menschen bestätigt. Und die Lage im Katastrophengebiet ist weiterhin teilweise lebensgefährlich: Wegen einer drohenden Flut haben Chinas Einsatzkräfte auf tibetischer Seite die Rettungsarbeiten unterbrochen. Dem chinesischen Staatsfernsehen zufolge entstand an einer Flussmündung stromaufwärts vom Grenzübergang Gyirong entlang eine "gefährliche Situation" an einem dort neu angestauten See. Beschäftigen werden uns an diesem Freitag auch diese Themen:
AfD-Fraktionschef Björn Höcke startet einen zweiten Versuch, um Thüringens Ministerpräsidenten Mario Voigt von der CDU aus dem Amt zu drängen. Im Landtag in Erfurt wird ab 9 Uhr über einen Misstrauensantrag der AfD-Fraktion entschieden. Anlass ist erneut Voigts aberkannter Doktortitel und sein erfolgloser Widerspruch dagegen bei der TU Chemnitz.
Die Fraktionsführungen von Union und SPD beenden ihre zweitägige Klausurtagung in Münster, bei der sie ihre Arbeit der nächsten Monate vorbereiten. Im Mittelpunkt steht das Reformpaket zum Umbau der Sozialsysteme.
Mehr als zehn Jahre nach dem Absturz einer Germanwings-Maschine in den Alpen mit 150 Toten beginnt in Braunschweig ein neuer Prozess um zusätzliches Schmerzensgeld.
Die Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht ihre vorläufige Statistik für den August. Fachleute rechnen mit wenig Veränderung im Vergleich zum Vorjahr.
Der FC Bayern und der VfB Stuttgart eröffnen um 20.30 Uhr die 64. Saison der Fußball-Bundesliga.
Mein Name ist Heidi Ulrich, Sie erreichen mich über heidi.ulrich(at)ntv.de. Ich wünsche Ihnen einen schönen Freitag!
Goldschatz aus Museum gestohlen
Ein bedeutender Goldschatz aus der Bronzezeit ist verschwunden - gestohlen aus dem archäologischen Museum von Villena in Spanien. Die Diebe hätten nur "eine Handvoll" Gegenstände des Schatzes zurückgelassen, sagt Bürgermeister Fulgencio Cerdán. Nach ersten Erkenntnissen der Behörden waren die Diebe wohl durch ein Fenster in das Museum eingestiegen und hatten für ihre Tat mehrere Fahrzeuge genutzt. Der Diebstahl sei "ultra-schnell und ultra-professionell" vonstatten gegangen, sagt ein Sprecher der Stadtverwaltung. Als der Alarm am Donnerstagmorgen auslöste, seien die Diebe schon weg gewesen.
Der Schatz stammt etwa aus dem Jahr 1000 vor Christus und bestand aus rund 50 Gegenständen, darunter 29 Armreifen sowie elf Schalen und drei Flaschen. Die meisten Stücke sind aus Gold gefertigt, ein paar aber auch aus Silber oder Eisen. Der Schatz war 1963 von dem Archäologen José María Soler in einem Behältnis in einer Schlucht von Villena gefunden worden.
Familienmitglieder von König Harald abends erneut in Klinik
Die Sorge um Norwegens König Harald V. hält an. Zahlreiche Familienmitglieder versammelten sich im Laufe des gestrigen Tages am Krankenbett des 89-Jährigen. Allen voran Ehefrau Königin Sonja. Laut dem norwegischen Magazin "Se og Hør" verbrachte sie fast zehn Stunden im Krankenhaus in Oslo, bevor sie die Klinik am Abend verließ. Nur kurze Zeit später kamen Kronprinz Haakon und Kronprinzessin Mette-Marit erneut in die Klinik, wie der Sender NRK berichtet. Die beiden hatten Harald bereits zuvor besucht und waren am Nachmittag für rund drei Stunden auf Gut Skaugum zurückgekehrt. Während die Kronprinzessin die Klinik gegen 22 Uhr wieder verließ, blieb Haakon anscheinend über Nacht dort, um bei seinem Vater zu sein. Er wurde nicht beim Verlassen der Klinik beobachtet. Gestern Nachmittag hatte der Hof erklärt, der Gesundheitszustand des 89-Jährigen sei "unverändert" sehr ernst.
Zahl der Todesopfer nach Sturzflut in Nepal weiter gestiegen
Die Zahl der bestätigten Todesopfer ist nach der verheerenden Sturzflut in Nepal weiter gestiegen. Es gebe mindestens 469 Tote, sagt die nepalesische Polizei. Jenseits der Grenze wurden laut chinesischen Staatsmedien in der autonomen Region Tibet bislang drei Todesopfer bestätigt. Am Donnerstag hatten die nepalesischen Behörden von nahezu 400 Todesopfern und mehr als 1400 Vermissten gesprochen. Eine riesige Sturzflut aus Wasser und Schlamm war am Mittwoch fast 170 Kilometer weit entlang zweier Flüsse durch Nepal gerast und hatte ganze Ortschaften mitgerissen. Ursache war nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS offenbar ein Gletscherabbruch.