Das war Dienstag, der 21. Juli 2026
Liebe Leserinnen und Leser,
der Tag neigt sich dem Ende zu - und die Debatte um Leihmutterschaft wurde auch heute emotional weitergeführt. Der Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Helmut Frister, forderte dazu eine offene gesellschaftliche Diskussion. Auch er selbst hat keine einfache Antwort, ebenso wenig wie der Ethikrat. Juristin Frauke Brosius-Gersdorf kritisierte wiederum die Haltung der Union, was Ex-Kanzlerkandidat Armin Laschet nicht auf sich sitzen ließ.
Unterdessen veröffentlichte das Bundeskriminalamt ein alarmierendes Bundeslagebild zu Sexualdelikten: Demnach ist die Zahl der registrierten Fälle sexuellen Kindesmissbrauchs in Deutschland in den vergangenen fünf Jahren deutlich gestiegen. Auch die Zahl der Fällen aus dem Bereich der Jugendpornografie ist deutlich gewachsen.
Bevor in der Redaktion die Lichter ausgehen und die Nachtschicht übernimmt, möchte ich Ihnen noch folgende Texte der Redaktion empfehlen:
Wie eine Blockade von Bab al-Mandab den globalen Ölmarkt treffen würde
Kenia ignoriert eigene Justiz und beugt sich Washingtons Wünschen
Und wenn Sie möchten, sehen Sie hier, wie Lipowitz aus allen Tour-de-France-Träumen stürzt
Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Abend und eine erholsame Nacht. Machen Sie's gut!
Batteriespeicher brennt in Bautzen - Anwohner evakuiert
Alle Einwohner der Stadt Bautzen müssen aktuell wegen eines brennenden Batteriespeichers Fenster und Türen geschlossen halten - auch über die Nacht hinweg. Das teilte die Stadtverwaltung mit. Ein Stromcontainer, in dem sich Batterien befinden, brenne seit dem späten Nachmittag am Schliebenparkplatz in der Bautzener Neustadt, hieß es. Unmittelbare Anwohner wurden evakuiert und in eine Notunterkunft gebracht. Die Anlage dient dazu, Stromschwankungen auszugleichen. Sie wurde vom Netz genommen. "Stromausfälle gibt es deswegen nicht", schrieb die Stadt.
Selenskyj entlässt Oberbefehlshaber Syrskyj
Mitten im Krieg mit Russland fordern in der Ukraine vor allem junge Menschen eine Entlassung von Armeechef Olexander Syrskyj und eine Rückkehr von Ex-Verteidigungsminister Fedorow. Nun reagiert Wolodymyr Selenskyj: Der ukrainische Präsident hat dem Druck aus der Bevölkerung nachgegeben und Syrskyj entlassen. Neuer Oberbefehlshaber werde Mychajlo Drapatyj, teilte Selenskyj auf seinem Telegram-Kanal mit.
Frankreich verbietet soziale Medien für unter 15-Jährige
Als erstes Land in Europa führt Frankreich ein Verbot von sozialen Medien für Kinder unter 15 Jahren ein. Das Parlament stimmte einer entsprechenden Regelung zu. Beide Kammern - der Senat und die Nationalversammlung - sprachen sich dafür aus. Demnach dürfen Jugendliche unter 15 Jahren ab dem 1. September keine Konten mehr anlegen. Die Plattformen haben anschließend vier Monate Zeit, bestehende Profile zu löschen. Sie müssen zudem eine von der französischen Datenschutzbehörde genehmigte Altersüberprüfung nutzen. "Frankreich ebnet den Weg, indem es als erstes Land in Europa eine digitale Volljährigkeit einführt", sagte die Staatssekretärin für Künstliche Intelligenz, Anne Le Hénanff.
Frankreich folgt mit dem Gesetz dem Beispiel Australiens. Dort war im Dezember das weltweit erste Verbot für unter 16-Jährige auf Plattformen wie Facebook, Snapchat, Tiktok und Youtube in Kraft getreten. Weltweit wächst die Sorge über die negativen Auswirkungen sozialer Medien auf Minderjährige.
Kakerlake krabbelt Reporterin während Live-Schalte ins Kleid
Die US-Reporterin Rachel Menitoff beweist während einer Live-Übertragung des Fernsehsenders KTLA starke Nerven. Sie berichtet aus Los Angeles, als während der Schalte ein ungebetener Gast im Bild erscheint. Eine Kakerlake krabbelt Menitoff über das Dekolleté - und das nicht gerade langsam. Anschließend rutscht das Insekt offenbar in ihr Kleid. Die Journalistin bleibt cool und ignoriert die Kakerlake - aber nur solange sie "live" ist.
AfD-Abgeordneter darf nicht als Landrat kandidieren
Vor der Kommunalwahl in Niedersachsen prüft der Landkreis Friesland alle Bewerbungen für den Posten des Landrats - und lässt einen Politiker nicht zu: Der AfD-Bundestagsabgeordnete Martin Sichert darf nicht kandidieren. Er selbst verkündete die Entscheidung des Wahlausschusses bei Facebook - und kündigte rechtliche Schritte an.
Der AfD-Landesvorsitzende Ansgar Schledde sagte, es sei absurd, Sichert wegen seiner AfD-Mitgliedschaft als "nicht verfassungstreu" einzustufen. Die AfD Niedersachsen verurteile das Vorgehen "aufs Schärfste". Die Kommunalwahl in Niedersachsen ist am 13. September, der bisherige Landrat Sven Ambrosy von der SPD tritt nicht mehr in Friesland an. In dem Bundesland ist die AfD für den Landesverfassungsschutz ein Beobachtungsobjekt von erheblicher Bedeutung. Laut Gericht lasse sich "ein verfassungsfeindlich geprägtes Gesamtbild" attestieren.
Zwei Feuerwehrleute sterben bei Brand am Flughafen von Bordeaux
Südwestfrankreich kämpft mit den Flammen - nun sind in der Nähe des Flughafens von Bordeaux zwei Feuerwehrleute ums Leben gekommen. Wie Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez im Parlament in Paris sagte, starben sie bei Löscharbeiten an Gebäuden. Später hieß es von der Feuerwehr, die beiden Feuerwehrmänner seien in ihrem Löschfahrzeug von den rasant ausbreitenden Flammen eingeschlossen worden. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sprach den Angehörigen sein Beileid aus.
Die örtliche Zeitung "Sud-Ouest" berichtete, dass der Brand zunächst auf einer Fläche neben den Langzeitparkplätzen des Regionalflughafens ausgebrochen sei. Für das Departement Gironde, dessen Hauptstadt Bordeaux ist, gilt im Moment wegen Waldbrandgefahr die höchste Warnstufe. Es sei eine Untersuchung zur Ursache des Brandes eingeleitet worden, sagte der Staatsanwalt von Bordeaux, Renaud Gaudeul. Geklärt werden müsse auch, ob der Brand fahrlässig entstanden oder vorsätzlich gelegt worden sei.
Louvre öffnet Galerie nach Einbruch - doch der Prunksaal bleibt leer
Neun Monate nach dem spektakulären Juwelendiebstahl steht im Louvre ein Neuanfang an: Das Pariser Museum öffnet am morgigen Mittwoch wieder seine Galerie d'Apollon. Die Besucher erwartet jedoch ein ungewohntes Bild: Der prächtige Saal präsentiert sich pur und ohne die dort bislang ausgestellten Juwelen und Kunstschätze. Diese sollen künftig in einem fensterlosen Tresorraum aufbewahrt werden, wie Louvre-Direktor Christophe Leribault der Zeitung "Le Parisien" sagte.
Bei dem Einbruch Mitte Oktober 2025 wurden aus dem Saal acht wertvolle Schmuckstücke im geschätzten Wert von rund 88 Millionen Euro gestohlen. Von ihnen fehlt noch immer jede Spur. Die dabei beschädigte Krone von Kaiserin Eugénie wird derzeit restauriert.
Spanien will Rauchen in öffentlichen Außenbereichen verbieten
Café- und Restaurantterrassen, Parks und Strände: Orte wie diese sollen in Spanien bald rauchfrei sein. Die Regierung des Landes beschloss einen entsprechenden Gesetzentwurf für ein Rauchverbot in öffentlichen Außenbereichen. Ziel des Gesetzes sei es, das bereits geltende Rauchverbot für Innenräume auszuweiten, "um die öffentliche Gesundheit besser zu schützen und auf eine tabakfreie Generation hinzuwirken", sagte Gesundheitsministerin Mónica García.
"Das Ziel ist einfach: Saubere Luft soll in gemeinsam genutzten Räumen zur Norm werden", betonte die Ministerin. Schwangere und Menschen mit Asthma sollten Restaurantterrassen nutzen können, ohne dem Rauch anderer Gäste ausgesetzt zu sein. Das Verbot gilt García zufolge auch für Vapes und soll neben Parks, Stränden sowie Terrassen im Hotel- und Gaststättengewerbe auch Bushaltestellen, Bahnsteige, Universitätsgelände, Sportanlagen und Schwimmbäder betreffen.
Deutscher Wein könnte zu Desinfektionsmittel werden
Weinliebhaber müssen jetzt stark sein: Rot- und Roséweine aus den deutschen Anbaugebieten Rheinhessen und Württemberg könnten bald zu hochprozentigem Alkohol gebrannt und dann etwa für Desinfektionsmittel genutzt werden. Die EU-Kommission in Brüssel habe einem deutschen Antrag auf die sogenannte Krisendestillation zugestimmt, erklärte das rheinland-pfälzische Weinbauministerium. "Ziel ist es, das bestehende Überangebot an Rot- und Roséweinen abzubauen und den Markt zu entlasten."
Dabei würden die Weine zu hochprozentigem Alkohol gebrannt. "Um Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden, darf der durch diese Destillation gewonnene Alkohol ausschließlich für industrielle Zwecke, zum Beispiel Desinfektionsmittel oder Energie genutzt werden", erklärte das Ministerium weiter - nicht aber für Getränke oder Lebensmittel.
Tour-de-France-Aus für Radprofi Lipowitz
Florian Lipowitz fährt auf der 16. Etappe der Tour de France ein starkes Zeitfahren. Dann stürzt er in einer Rechtskurve, knallt heftig auf den Asphalt und wird abtransportiert. Die Frankreich-Rundfahrt ist für die deutsche Tour-Hoffnung damit vorbei.
"Höllenraupen" beunruhigen nordische Länder
Nachdem der Eichenprozessionsspinner in diesem Sommer schon große Teile Deutschlands das Fürchten gelehrt hat, versetzt das Tier nun Dänemark in helle Aufregung. Es vergeht kaum ein Tag ohne eine neue Meldung zu den dort oft "Höllenraupen" genannten Tieren, die wegen ihrer Brennhaare für Menschen und Haustiere gefährlich sind. Das Norwegische Institut für Naturforschung (Nina) warnte, die Tiere könnten sich auch nach Norwegen ausbreiten.
Besonders stark betroffen ist derzeit Odense auf der dänischen Insel Fünen. Der massenhafte Befall dort sei auf die Einfuhr von Eichen aus Deutschland zurückzuführen, auf denen die Falter Eier gelegt hätten, sagte der Waldökologe Hans Peter Raven der Zeitung "Politiken". Die Hauptstadt Kopenhagen meldete die ersten Eichenprozessionsspinner Anfang Juli.
Lidl-Mutter weiht neuen Campus für Digitalsparte ein
Vom Dienstleister für Lidl und Kaufland zum großen Cloud-Anbieter: Die Schwarz Gruppe setzt große Hoffnung in ihre Digital- und IT-Sparte Schwarz Digits. Nun hat sie eine neue Heimat: "Wir sind gekommen, um zu bleiben", sagte Schwarz-Digits-Chef Christian Müller bei der offiziellen Eröffnung des neuen Campus in Bad Friedrichshall bei Heilbronn.
In den kommenden Jahren soll die Sparte kräftig wachsen. Konkrete Zahlen nannte Müller zwar nicht - gab sich aber zuversichtlich: "Wir werden sehr gute Umsatzzuwächse haben", sagte er. Die Ambitionen zeigen sich auch auf dem neuen Campus. Vieles erinnert eher an Tech-Konzerne aus dem Silicon Valley - und nicht an die IT-Sparte eines Lebensmittelhändlers.
Brände auf Sizilien erreichen Wohnanlagen - Orte evakuiert
Mehrere Waldbrände haben Sizilien derzeit fest im Griff. An über einem Dutzend Orten wird auf der italienischen Mittelmeerinsel vor schwerem Feuer gewarnt. Inzwischen rücken die Flammen wegen starker Winde auch dicht an bewohnte Gebiete heran. Viele Anwohner müssen ihre Häuser vorsorglich verlassen. Zudem sind Tausende Menschen bei über 30 Grad Celsius von der Trinkwasserversorgung abgeschnitten. Auch zahlreiche Touristen dürften sich derzeit auf der Insel befinden. Sie sollen Hinweise von Behörden genau verfolgen.
Ministerin Reiche muss in Sommerpause operiert werden
Eigentlich hatte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche laut ihrer Sprecherin bereits für die Osterzeit geplant, sich operieren zu lassen. Wegen der intensiven Regierungsarbeit habe sie dies verschoben. Nun werde sie sich in der Sommerpause "mindestens einem notwendigen medizinischen Eingriff unterziehen", erklärte die Sprecherin der CDU-Politikerin.
Reiche werde sich anschließend eine Zeit lang erholen müssen und deswegen während der parlamentarischen Sommerpause keine politischen Außentermine wahrnehmen, hieß es weiter. Sie werde aber weitgehend erreichbar sein. Einzelheiten nannte die Sprecherin nicht. Die parlamentarische Sommerpause dauert bis Anfang September.
Dutzende Hotelgäste nach Pool-Vorfall in Spanien in Klinik
Giftige Gase im Hotelpool: Rund 60 Urlauber sind in Spanien bei einem mutmaßlichen Zwischenfall mit der Wasseraufbereitung in einem Hotelpool leicht verletzt worden. Der Vorfall ereignete sich in einem Hotel der andalusischen Gemeinde Benahavís im Süden des Landes, wie die Regionalzeitung "Diario Sur" und weitere Medien berichteten. Ein Sprecher der regionalen Gesundheitsbehörde bestätigte auf Anfrage diese Berichte. Bei den Betroffenen handele es sich mehrheitlich um Briten.
Die Urlauber mussten den Angaben zufolge im Krankenhaus behandelt werden. Betroffen waren demnach auch Kinder und ältere Menschen. Alle Patienten seien inzwischen aus dem Krankenhaus entlassen worden und wohlauf, hieß es. Nach ersten Erkenntnissen könnte ein Defekt an der Pumpe, die Chlor und Säure in das Schwimmbecken einleitet, den Zwischenfall verursacht haben. Dabei seien möglicherweise giftige Gase freigesetzt worden. Das habe wohl bei Hotelgästen Vergiftungserscheinungen ausgelöst.
Junger Mann wegen antisemitischer Gewalttat in Bayern festgenommen
Aus möglicherweise israelfeindlichen oder antisemitischen Motiven soll ein Syrer im Landkreis Würzburg einen 65-Jährigen angegriffen haben. Jetzt ist der mutmaßliche Angreifer festgenommen worden. Gegen den 20-Jährigen sei Haftbefehl wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung erlassen worden, teilte die Generalstaatsanwaltschaft München mit.
Der 65-Jährige war in der Nacht zum Montag mit einer Israel-Flagge am Revers durch eine Gemeinde bei Würzburg gegangen. Der 20-Jährige hatte ihn angesprochen und war kurz darauf auf ihn losgegangen. Das Opfer erlitt einen Wirbelbruch und weitere Verletzungen.
Fast 70 Jahre alte Flaschenpost mit lesbarem Inhalt aufgetaucht
Manchmal braucht es eben etwas mehr Zeit: Am Rhein in Oberwesel ist eine fast 70 Jahre alte Flaschenpost aufgetaucht. Bei einer Baubesprechung hätten Arbeiter ihm gesagt, dass sie noch eine Flasche für ihn hätten, erzählt Stadtbürgermeister Jan Zimmer. Von außen habe man schon sehen können, dass es eine Speisekarte mit einem Köln-Düsseldorfer Logo ist. Die Köln-Düsseldorfer ist eine Schifffahrtsgesellschaft, die Ausflugsfahrten auf dem Rhein anbietet. Auf der Speisekarte fand sich auch ein Datum: 16. Juli 1958.
Angeboten wurden eine Tagesplatte mit Wellfleisch, Bohnen und Kartoffeln für zwei Mark. Auch zwei verschiedene Gedecke gab es, mit Rehragout oder Rinderschmorsteak als Hauptgericht. "Das waren dann tatsächlich so Preise wie zwei Mark oder vier Mark fünfzig, also so ganz alte Preise", sagt Zimmer. Richtig interessant sei es aber noch mal auf der Rückseite der Speisekarte geworden. "Da stand dann sinngemäß draufgeschrieben, dass die Leute eine Schifffahrt gemacht haben und Brieffreunde suchen."
Verdächtiger von Stade tot in Zelle gefunden
Nach den tödlichen Schüssen auf sechs Menschen in Stade ist der mutmaßliche Täter in Untersuchungshaft gestorben. Ein Mitarbeiter des Gefängnisses fand den 45-Jährigen leblos in seiner Zelle in Bremervörde (Landkreis Rotenburg), wie das niedersächsische Justizministerium mitteilte. Ein Notarzt stellte am frühen Morgen den Tod des Gefangenen durch Strangulation fest. Ermittler gehen den Angaben zufolge von Suizid aus, es gebe keine Hinweise auf ein Verbrechen. Die Angehörigen des Toten und der Opfer seien informiert worden.
Schichtwechsel
Liebe Leserinnen und Leser,
mein Kollege Robin Grützmacher hat sich in den Feierabend verabschiedet. Durch den restlichen Tag werde ich Sie begleiten. Mein Name ist Nilofar Breuer - bei Fragen, Anregungen oder Kritik schreiben Sie mir gerne eine E-Mail an nilofarkathleen.breuer@ntv.de.
Boeing schrammt über Landebahn: Funken sprühen meterweit
Dramatischer Zwischenfall am Flughafen Cincinnati: Eine Boeing 777-300 streift bei einem Durchstartmanöver die Landebahn mit dem Heck. Meterweit sprühen die Funken bevor sich die Maschine gerade noch in die Höhe rettet:
Rassistische und antisemitische Gewalt in Deutschland "alarmierend"
Rassistische und antisemitische Gewalt verharrt in Deutschland nach Einschätzung einschlägiger Beratungsstellen auf einem "alarmierend hohen Niveau". Der Dachverband VBRG registrierte im vergangenen Jahr 3.176 rechts, rassistisch und antisemitisch motivierte Angriffe. Damit wird zwar der Höchstwert aus dem Jahr 2024 unterschritten, als rund 3.450 Fälle gezählt wurden, doch die Zahl liegt deutlich höher als in den Jahren zuvor.
Judith Porath vom Verband der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt (VBRG) beklagt eine "zunehmende Normalisierung" derartiger Vorfälle: "Bedrohung und Angriffe gehören für viele Betroffene mittlerweile zum Alltag."
Dobrindt: Deutschland "nicht für alle psychisch Kranken zuständig"
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt will nach dem Tod eines Studenten in Trier weiter auf Abschiebungen nach Afghanistan setzen. "Ich halte das nach wie vor für eine zwingend notwendige Maßnahme und werde auch nicht lockerlassen, diese Abschiebungen auch in diese Länder wie Afghanistan weiter zu forcieren", sagte der CSU-Politiker in Berlin. Dafür braucht es jedoch Absprachen mit den radikalislamischen Taliban. Kritiker bemängeln, dass die Bundesregierung die Taliban einerseits wegen ihrer Menschenrechtsverletzungen - insbesondere was Frauen betrifft - nicht anerkennt, gleichzeitig aber, um Abschiebungen zu ermöglichen, praktische Zugeständnisse macht.
Dobrindt wandte sich gegen "diese Hinweise, die immer wieder kommen", dass es traumatisierte Menschen gebe, denen man helfen könne. "Wir sind hier nicht die Region der Welt, die für alle psychisch Kranken zuständig ist und für alle Traumata, um es jetzt überspitzt zu formulieren", sagte der Innenminister.
Richter "fassungslos" - lange Haftstrafe für Eltern von totem Baby
Auf die schreckliche Tat folgt die lange Haft: Wegen des Hungertods ihres vier Monate alten Säuglings im schleswig-holsteinischen Brunsbüttel sind die Eltern zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Landgericht Itzehoe wertete die Vernachlässigung als Mord in Tateinheit mit schwerer Misshandlung von Schutzbefohlenen. Der Fall lasse einen "fassungslos zurück", sagte der Vorsitzende Richter Johann Lohmann in seiner Urteilsbegründung.
Die Kammer sah es als erwiesen an, dass die zum Tatzeitpunkt 24 Jahre alten Angeklagten im September 2025 das Baby in ihrer Wohnung in Brunsbüttel (Kreis Dithmarschen) so sehr vernachlässigten, dass es am 26. September starb. Die Obduktion ergab damals Tod durch Verhungern.
Spektakuläre Szenen: Orcas schleudern Delfine vor Ausflugsboot durch die Luft
Gäste einer Whale-Watching-Tour vor der Küste Kaliforniens werden Zeugen spektakulärer Jagdszenen. Direkt vor ihrem Boot knöpft sich eine Gruppe Orcas mehrere Delfine vor. Die riesigen Wale rasen den kleineren Meeressäugern hinterher und schleudern sie teils meterweit durch die Luft:
Fluggesellschaft zieht alkoholisierte Piloten aus dem Verkehr
Zwei offenbar alkoholisierte Piloten sind vor einem Flug aus Genf bei der Lufthansa-Tochter Swiss aus dem Verkehr gezogen worden. Crew-Mitglieder hatten Stunden vor dem Flug im Mai Alarm geschlagen, wie die Fluggesellschaft auf Anfrage mitteilt. Sie informierten Vorgesetzte. Die Swiss habe die Piloten noch im Hotel vor der Abreise zum Flughafen aus dem Einsatz genommen und durch andere ersetzt, teilte Swiss mit. Die Hinweise der Crew-Mitglieder seien so konkret gewesen, dass die Airline an der Einsatzfähigkeit der beiden zweifelte.
"Die beiden Piloten fliegen seither nicht mehr und die Abklärungen laufen noch", hieß es weiter. "Verstöße gegen unsere Sicherheitsgrundsätze nehmen wir sehr ernst und sie können arbeitsrechtliche Konsequenzen haben." Zuvor hatte das Portal "AeroTelegraph" über den Vorfall berichtet.
Chaos bei Abschlepp-Manöver: 40-Meter-Jacht kracht gegen Anleger
In Fort Lauderdale im US-Bundesstaat Florida gerät ein Abschleppmanöver aus dem Ruder. Das kleine Schleppboot kann die 40 Meter lange Jacht "Determination" nicht mehr sicher steuern. Das große Boot prallt mit voller Wucht in den Dock:
Mann mit Messer geht an der Akropolis auf Touristen los
Was ein Schreck an der berühmten Touristenattraktion Akropolis in Athen. Ein Mann hat dort mehrere Passanten mit einem Messer bedroht und anschließend ein Touristenpaar angegriffen und verletzt. Nach Berichten griechischer Medien wurde der mutmaßliche Täter festgenommen. Er soll ein der Polizei bekannter psychisch kranker 60 Jahre alter Mann sein, berichtete der griechische öffentlich-rechtliche Rundfunk ERTNews unter Berufung auf Polizeikreise.
Das Touristenpaar soll aus den USA stammen. Der Mann erlitt eine schwere Beinverletzung, die Frau wurde am Arm verletzt. Ein Rettungswagen brachte die Verletzten zur medizinischen Versorgung in ein Krankenhaus. Sie seien beide außer Lebensgefahr.
Armee rückt vor: Interessantes Pilotprojekt im Libanon gestartet
Die libanesische Armee hat nach eigenen Angaben mit der Verlegung von Truppen in die Ortschaft Sautar al-Gharbija im Rahmen einer Sicherheitsvereinbarung mit Israel begonnen. Die Ortschaft ist eine von mehreren sogenannten Pilotzonen im Südlibanon. Hier soll ein Abzug der weiterhin im Libanon stationierten israelischen Truppen getestet werden.
In diesen Zonen sollen die libanesischen Streitkräfte die Kontrolle übernehmen und die Hisbollah entwaffnen, während sich die israelische Armee gleichzeitig schrittweise zurückzieht. Die Pilotzonen sollen zeigen, ob dieser Ablauf in der Praxis funktioniert, bevor das Vorgehen auf weitere Gebiete ausgeweitet wird.
Chinesische und philippinische Marineangehörige prügeln sich mit Paddeln
Nach neuen Spannungen im Südchinesischen Meer hat Australien China "destabilisierendes und gefährliches" Verhalten vorgeworfen. Australiens Außenministerin Penny Wong verurteilte bei einer Rede im Hauptquartier der philippinischen Küstenwache in Manila das "Vorgehen chinesischer Schiffe gegenüber philippinischen Schiffen, das wir gestern Vormittag beobachtet haben".
Am Montag war es in einem umstrittenen Teil des Südchinesischen Meeres zu einem Zusammenstoß zwischen philippinischen und chinesischen Seeleuten gekommen. In einem Video ist zu sehen, wie beide Seiten mit Paddeln aufeinander einschlagen. Peking bestellte den Botschafter der Philippinen ein. Ihm sollte nach Angaben des Außenministeriums "eine ernsthafte Protestnote wegen der absichtlichen Provokation und des Angriffs der Philippinen auf Angehörige der chinesischen Küstenwache am Ren'ai-Riff" übergeben werden.
Trump verhängt absurden Zoll
US-Präsident Donald Trump verhängt mal wieder Zölle, dieses Mal ist erneut Kanada dran. Also das Land, das er den USA gerne einverleiben würde, das davon aber nichts wissen will. Neben Wein und Zement trifft es auch Hockeyschläger. Eishockey ist der Nationalsport in Kanada.
Wie das Weiße Haus mitteilte, stellen die Zölle eine Reaktion auf die angeblich "diskriminierende Behandlung US-amerikanischer Produkte" durch Kanada dar. Einige Sektoren und Güter, darunter Energie, Kali und Fisch oder kritische Mineralien, sind von den neuen Zöllen ausgenommen. Die Zölle sollen 30 Tage nach der Unterzeichnung in Kraft treten und betreffen kanadische Güter im Wert von etwa 20 Milliarden US-Dollar.
Verdächtige Substanz in Mietauto - acht Menschen in Klinik
Der Umzug einer Familie in Baden-Württemberg hat einen Rettungseinsatz samt Evakuierung ausgelöst. Der Grund: In einem angemieteten Fahrzeug wurde eine verdächtige Flüssigkeit entdeckt. Wie sich wenig später herausstellte, handelte es sich um Quecksilber. Das bestätigte der Einsatzleiter der Feuerwehr.
Quecksilber ist hochgiftig. Vorsorglich seien acht Menschen zur Untersuchung in ein Krankenhaus gebracht worden, sagte ein Polizeisprecher. Als weitere Vorsichtsmaßnahme wurden mehrere Wohneinheiten evakuiert. Die Bewohner konnten aber den Angaben zufolge dann wieder in ihre Häuser zurückkehren.
Das wird heute wichtig
Liebe Leserinnen und Leser,
im Nahen Osten eskaliert die Lage immer weiter. In der Straße von Hormus werden Tanker beschossen, die USA fliegen Luftangriffe. Mehr dazu können Sie hier lesen.
Was wird heute sonst noch wichtig?
Besuch des Präsidenten von Aserbaidschan Ilham Alijew - Treffen mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Kanzler Friedrich Merz
Außenminister Wadephul reist vor dem Hintergrund der aktuellen Krisen und Kriege sowie auf der Suche nach neuen und vertieften Partnerschaften im politischen und wirtschaftlichen Bereich nach Afrika
Der neue britische Premierminister Andy Burnham hält seine erste Kabinettssitzung ab
Überschattet von den Spannungen zwischen den USA und dem Iran kommen die Außenminister der südostasiatischen Staatengemeinschaft Asean und ihrer Partnerländer in der philippinischen Hauptstadt Manila für einen mehrtägigen Gipfel zusammen
US-Präsident Trump empfängt Libanons Präsidenten Aoun
Ich wünsche Ihnen einen schönen Dienstag. Bei Anregungen, Fragen oder Kritik schreiben Sie gerne eine Mail an: robin.gruetzmacher@ntv.de.
Schreckliches Fährunglück mit vielen Toten in Südamerika
Nach einem Bootsunglück vor der Küste des südamerikanischen Landes Guyana sind 27 Menschen tot geborgen worden. Rund 83 weitere werden vermisst, wie Ministerpräsident Mark Phillips mitteilte. Bisher wurden demnach 69 Überlebende gerettet. Die Suche nach den Vermissten mit Booten, Flugzeugen und Tauchern vor der Atlantikküste dauert an. Insgesamt waren rund 180 Menschen an Bord gewesen.
Die alte Fähre MV Barima war in der Nacht auf Sonntag (Ortszeit) im Atlantik auf dem Weg zwischen der Hauptstadt Georgetown und der abgelegenen Gemeinde Port Kaituma verunglückt. Das kleine Dorf liegt an einem Flusskanal im Inland Guyanas in der ölreichen Region Essequibo nahe der Grenze zu Venezuela. Die Unglücksursache ist bisher unbekannt. Der Kapitän, der lebend gerettet worden war, wurde laut Behörden positiv auf Cannabis getestet.
Mann legt Feuer an Gebäude in New York - FBI ermittelt
Ein Mann zündet einen Brandsatz vor einem Gebäude der US-Regierung in Manhattan. Darin sind unter anderem die Büros des FBI und der Einwanderungsbehörde ICE untergebracht. Zwei Menschen werden verletzt. Laut Augenzeugen gibt es Hinweise auf ein politisches Motiv.
"Es reicht" - Deutsche Bahn plant drastisches Verbot
Die Deutsche Bahn plant ein Alkoholverbot an allen 5.400 Bahnhöfen in Deutschland. Wie "Bild" berichtet, soll es künftig bundesweit untersagt sein, auf Bahnsteigen oder in Bahnhofshallen außerhalb der Bahnhofsgastronomie Bier, Wein, Schnaps oder anderen Alkohol zu trinken. Die flächendeckende Umsetzung soll bis zum 15. Oktober 2026 abgeschlossen sein. Die Bahn bestätigte die Pläne auf Nachfrage.
Bahnchefin Evelyn Palla sagte zu "Bild": "Es reicht. Genug ist genug. Wir greifen jetzt noch härter durch. Wir wollen mehr Ordnung und Sicherheit auf unseren Bahnhöfen und in unseren Zügen. Für mich zählt nur eins: der Schutz unserer Kollegen und unserer Reisenden."