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Erster Dreiradler mit AirbagYamaha Tricity 300 Airbag - der Windbeutel-Roller

01.10.2026, 17:52 Uhr
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Der Dreiradroller Yamaha Tricity 300 ist besonders sicher mit Fahrer-Airbag und Kurven-ABS. (Foto: RKM)

Yamaha frischt den Dreiradler Tricity 300 mächtig auf mit neuer Optik, hochmoderner Ausstattung und einer Premiere im Rollersektor: Der Japaner ist das erste Modell, das ab Werk optional mit einem Airbag angeboten wird. Zusätzlich gibt es weitere sicherheitsrelevante Merkmale.

Der japanische Zweiradriese Yamaha ist immer wieder für Überraschungen und Innovationen gut: Den Dreiradroller Tricity rüsten sie als ersten Roller überhaupt mit einem Fahrer-Airbag aus. Bislang gibt es dieses Sicherheitsmerkmal bei einem Zweirad nur bei Hondas Luxusliner Gold Wing als Option: Yamaha verlangt 800 Euro Aufpreis auf den Basispreis von 10.000 Euro.

Rein äußerlich unterscheidet sich der neue Tricity kaum vom Airbag-losen Modell, denn der Luftsack sitzt unmerklich in einem neu geschaffenen Abteil im Bug unterhalb des Lenkers. Bei einem Frontalaufprall bläst sich der Airbag in Millisekundenschnelle auf, dämpft den Aufprall und leitet den Fahrer über Hindernisse hinweg.

Modernisierung äußerlich deutlich

Den neuen Tricity 300 erkennt man aber auch ohne das Zusatzmerkmal an der äußerlich kräftigen Modernisierung. Die umgestaltete Front kommt mit strafferen Linien, modifizierten Kunststoffteilen und einer schmaleren Scheibe deutlich dynamischer rüber. Das Dreifach-LED-Positionslicht mit dem schmaleren LED-Doppelscheinwerfer lässt den Tricity insgesamt weniger breitschultrig wirken.

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Der Yamaha Tricity 300 Airbag ist das erste Modell, das ab Werk optional mit einem Airbag angeboten wird. (Foto: RKM)

Das Neugefühl setzt sich beim Aufsitzen fort, obgleich die ergonomischen Verhältnisse weitgehend unangetastet blieben. Der Mitteltunnel ist recht hoch. Vom ausladenden Fauteuil in moderaten 81 Zentimetern Höhe greift der Fahrer eine Spur zu weit und tief an den schick verkleideten Lenker. In der Touristenstellung mit Stiefeln gegen den Bug stört das Integral-Fußbremspedal auf der rechten Seite.

Zeitgemäßes Instrumentarium

Der bekannte Drück-Drehknopf, wegen des Airbags aus der Mitte auf die rechte Seite gewandert, aktiviert das zeitgemäße Instrumentarium mit 2,8 Zoll großem LCD und vollfarbigem TFT-Instrument tief in der Verkleidung. Neben verschiedenen Anzeigelayouts offeriert das 4,2-Zoll-TFT dank Bluetooth-Verbindung über die Yamaha-MyRide-App die üblichen Konnektivitätslösungen bis hin zur Vollkartennavigation, alles nachvollziehbar gesteuert über die neue Bedieneinheit links am Lenkerende.

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Die umgestaltete Front kommt mit strafferen Linien, modifizierten Kunststoffteilen und einer schmaleren Scheibe deutlich dynamischer rüber. (Foto: RKM)

Aus dem längeren, aber schlankeren und leichteren Schalldämpfer brabbelt der Tricity mit unveränderten Leistungsdaten von 28 PS und fast 29 Newtonmeter Drehmoment. Während der gleiche Motor dem XMAX 300 mächtig auf die Sprünge hilft, hat er an den stolzen 242 Kilos des Dreirads ziemlich zu knabbern. Beim Antritt aus dem Stand oder dem Zwischensprint zum Überholen dämpft das Gewicht die Dynamik, auf unlimitierter Strecke ist bei 124 km/h Schluss.

Dafür zeigt der Motor ausgefeilte Manieren, zu denen eine hohe, vibrationsfreie Laufkultur, die gleichmäßige Kraftentfaltung und ein gemäßigter Durst gehören. Ermittelte 3,6 Liter sind für eine vollgasfeste Verbrauchsrunde angesichts der ungünstigen Umstände (breite Stirnfläche und hohes Gewicht) sehr zivil, dazu schafft eine Tankfüllung voll reisetaugliche 361 Kilometer.

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Der Drück-Drehknopf ist wegen des Airbags aus der Mitte auf die rechte Seite gewandert. (Foto: RKM)

Yamaha Tricity sogar mit Autoführerschein fahrbar

Auf diesen spielt das spezielle Fahrwerk die Hauptrolle, das den Tricity sogar mit dem Autoführerschein fahrbar macht. Die doppelten Radaufhängungen vorn, über ein Parallelogramm-Gestänge und eine quer zur Fahrtrichtung angeordnete Spurstrebe verbunden, nähern das Fahrverhalten dem eines herkömmlichen Rollers an. Allerdings verlangen schnelle Kurvenkombinationen mehr Mitarbeit, was der Dreiradler mit bester Straßenlage selbst in tiefer Schräglage belohnt. Sehr feinfühlig verdaut die Vorderhand Härten der Asphaltoberflächen und verknüpft ein enorm gutes Sicherheitsgefühl mit angenehmem Fahrkomfort.

Wie bei anderen Dreiradlern lässt sich die vordere Radführung kurz vor dem Stillstand arretieren, über eine vom Zeigefinger betätigte Taste vorn auf der linken Armatur. Die Telegabeln sind dann nicht komplett blockiert, was das Anhalten immer etwas indifferent macht. Verzögern können Dreiradler bekanntermaßen besser als Einspurige, doch der Tricity geht einen Schritt weiter: Die Dreischeiben-Kombibremse kann auch in saftiger Schräglage herzhaft betätigt werden dank der neuen 6-Achsen-IMU, die das ABS kurventauglich macht.

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Die doppelten Radaufhängungen vorn nähern das Fahrverhalten dem eines herkömmlichen Rollers an. (Foto: RKM)

Viel Platz auf und unter der Sitzbank

Übliche Rollerqualitäten hat der Tricity ebenfalls zu bieten: Unter die Sitzbank passen zwei Demi-Jethelme, darauf genießt die Besatzung großzügigste Platzverhältnisse. Mit dem Windschutz hinter der neugestalteten Front können sich selbst Größere gut arrangieren. Lob gibt es für die leider nicht selbstverständliche Feststellbremse.

Auch wer den Airbag nicht benötigt, bekommt einen deutlich verfeinerten, modernen und dynamischen Tricity 300 mit neuem Sicherheitslevel, was sich Yamaha mit 10.000 Euro ohne Airbag entsprechend honorieren lässt.

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Neben verschiedenen Anzeigelayouts offeriert das 4,2-Zoll-TFT dank Bluetooth-Verbindung über die Yamaha-MyRide-App die üblichen Konnektivitätslösungen bis hin zur Vollkartennavigation. (Foto: RKM)

Yamaha Tricity 300 Airbag - technische Daten

  • Motor: Flüssigkeitsgekühlter Einzylindermotor, 292 ccm Hubraum, vier Ventile pro Zylinder, ohc, 20,6 kW/28 PS bei 7.250 U/min, 28,9 Nm bei 5.750 U/min; Einspritzung, CVT-Automatik, Fliehkraft-Trockenkupplung, Riemen-Sekundärantrieb.

  • Fahrwerk: Stahl-Gitterrohrrahmen; zwei Doppel-Telegabeln vorne, nicht einstellbar, 10 cm Federweg; Triebsatzschwinge, zwei Federbeine, Federvorspannung einstellbar, 8,4 cm Federweg; Leichtmetallgussräder; Reifen Bridgestone Battlax SC, 2x120/70-14 (vorne) und 140/70-14 (hinten). Zwei 26,7 cm Scheibenbremsen mit Einkolben-Schwimmsätteln vorne, 26,7 cm Einscheibenbremse mit Einkolben-Schwimmsattel hinten.

  • Assistenzsysteme: Kurven-ABS, abschaltbare Traktionskontrolle.

  • Maße und Gewichte: Radstand 1,595 m, Sitzhöhe 81 cm, Gewicht fahrfertig 242 kg, Zuladung 173 kg; Tankinhalt 13 Liter.

  • Fahrleistungen (Test): Höchstgeschwindigkeit 124 km/h. Standgeräusch 82 dB(A). Testverbrauch 3,6 l/100 km.

  • Preis: 9.999 Euro inkl. Nebenkosten, Airbag-Version 10.799 Euro

Quelle: ntv.de, Thilo Kozik, sp-x

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