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"The Neighbor" und sein KellerWie gut kennst du deine Nachbarn?

06.12.2016, 19:00 Uhr
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Burn Motherfucker burn ..." (Foto: Splendid Film)

Stell dich gut mit deinem Nachbar, denn du weißt nie, welche Leichen er im Keller hat. Nach diesem Motto verfährt "Collector"-Regisseur Dunstan in seinem neuen Film "The Neighbor". Der Blutzoll ist entsprechend.

..."Was macht der da draußen?", fragt Rosie. "Der knallt Hasen ab", antwortet John. "Und wieso macht er das?" "Die sind wie Eichhörnchen, fressen einfach alles an. Vielleicht vertreiben sich die Leute hier so die Zeit", sagt John. "Also ich glaub' ja eher, dass der Kerl auf Meth ist", erwidert Rosie. "Nein, der ist kein Meth-Head", so John. "Woher willst du das wissen?", fragt Rosie. Johns Antwort: "Er zielt dafür zu gut!"

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"The Neighbor" ist bei Splendid Film erschienen. (Foto: Splendid Film)

Seine Nachbarn kann man sich nicht aussuchen. Mal ehrlich: Wie gut kennen Sie Ihren Nachbarn? Wissen Sie, was er abends so treibt, wenn das Licht gelöscht ist? Ob sein Haus einen Keller hat? Was er darin aufbewahrt? Nein? Rosie (Alex Essoe) und John (Josh Stewart; "The Collection") geht es genauso. Das junge Paar lebt in einer US-Kleinstadt irgendwo weit ab vom Schuss. Das nächste Haus ist zwar noch zu sehen, aber danach kommt eine ganze Weile nur Einöde. Eigentlich stellt man sich mit den Nachbarn gut, plaudert dann und wann, trinkt mal ein Bierchen zusammen. Es sei denn, man hat etwas zu verbergen. Ein Geheimnis, dem kein Mensch auf die Schliche kommen soll.

Was für ein Kauz ...

Das Pärchen hat so etwas. John, Ex-US-Soldat, fährt ab und zu für einen örtlichen Drogenboss als Kurier. Das dabei verdiente Geld legen er und Rosie zur Seite. Sie wollen raus aus dieser Stadt, diesem Drecksloch. Sie wollen ein besseres Leben. Nach der nächsten Fahrt - es geht um 100.000 Dollar, ein Viertel davon für sie - soll Schluss sein. Still und heimlich will sich das Pärchen aus dem Staub machen. Der Drogenboss darf nichts wissen, ja nicht einmal etwas ahnen.

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Troy hat ein dunkles Geheimnis: Er jagt nicht nur Kaninchen. (Foto: Splendid Film)

Am Abend vor der großen Fahrt klopft es an der Haustür, Troy (Bill Engvall; "Blue Cellar"-Reihe) steht mit ein paar Bierchen davor. Ebenjener Troy, dessen Lieblingshobby es zu sein scheint, Karnickel mit Bleikugeln ins Jenseits zu befördern. Troy will ein bisschen Smalltalk machen, bis seine beiden Söhne Cooper und Harley zurück sind, und so fragt er John, ob er auf seinem Grundstück gewesen sei. Der bejaht, er habe Neils auf der Straße liegende Mülltonne aufgestellt und zurückgeschoben. Troy scheint zufrieden, schenkt Rosie für deren Aussehen noch zwei, drei Komplimente und verschwindet wieder. Ein komischer Kauz, denkt John.

Ein letzter Deal

Am nächsten Morgen macht er Rosie klar, dass sie bereit sein soll, wenn er von seiner letzten Kurierfahrt zurückkehrt. Es müsse dann schnell gehen. Doch Rosie packt die Langeweile, und sie beobachtet den Nachbarn - aus der Nähe. Der scheint etwas zu verbergen zu haben. Da ist sie sich sicher. Hat er auch.

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John traut seinen Ohren nicht ... (Foto: Splendid Film)

Als John zurückkehrt, ist Rosie verschwunden, und er macht sich auf die Suche nach seiner Frau. Troy sagt, sie sei abgehauen. Frauen machten das immer so. John weiß, dass das nicht so ist. Sein Misstrauen ist geweckt, und so schnappt er sich eine Taschenlampe und nimmt Troys Haus, als der nicht da ist, genauer unter die Lupe. Im Keller wird er dann fündig: In einem Käfig sitzt eine junge Frau. Es ist nicht Rosie.

Die Frau heißt Sarah. Entführt. Troy und seine beiden Söhne verdienen sich so ihren Lebensunterhalt. Nach Sarah soll Schluss sein. Deren steinreiche Mutter wird mit dem Lösegeld Troy und seinen Jungs eine sorgenfreie Zukunft bescheren. John und Rosie sollen aus dem Weg geschafft werden. Sie könnten für Schwierigkeiten sorgen, Schwierigkeiten, die die Familie gerade jetzt nicht gebrauchen kann.

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Auf geht die blutige Jagd! (Foto: Splendid Film)

Das alles hört John, als er sich in Troy Haus aufhält. Der Keller ist riesig, mehrere Räume mit Käfigen. John findet Sarahs Freund - und auch Rosie. Er verspricht allen dreien, sie zu retten. Er müsse nur kurz zurück ins Haus und seine Knarre holen. Gesagt, getan. Und das Schlachtfest kann beginnen.

Dunstan liefert stark ab

Es wird ein Schlachtfest. Hammer drauf! Denn für "The Neighbor" ist kein Geringerer verantwortlich als Marcus Dunstan, Drehbuchautor von "Saw 4" und "Saw 5" und Drehbuchautor sowie Regisseur von "Collector" und "Collection". Mit abartig veranlagten Massenmördern kennt er sich blendend aus. Das merkt man auch seinem neuesten Film an.

Der Plot könnte eben jetzt irgendwo im Herzen der USA passieren. Und am Ende heißt es im Fernsehen dann immer: "Das hätte ich nicht gedacht. Der hat immer freundlich gegrüßt."

Tja, wie heißt es so schön: Es sind immer die Normalen, die vollkommen gestört sind. Da überrascht es dann auch nicht, dass Troys ältester Sohn noch kleine Snuff-Pornos nebenbei mit den Entführten dreht. Oder dass die örtliche Polizeichefin ganz tief mit drin steckt in den Machenschaften Troys.

Neben den Gewaltszenen und dem Blutzoll ist auch die Geräuschkulisse des Films typisch Dunstan. Das im Score einige Undergroundbands nicht fehlen dürfen - es sind etwa Dark Thirty und American Voodoo -, geschenkt. Und auch die Tatsache, dass "The Neighbor" wieder einmal ein rundum gelungener Horror-Gewaltfilm in passender Umgebung und mit überzeugenden Schauspielern ist, sollte keinen Zuschauer mehr wundern, der einen von Dunstans früheren Filmen gesehen hat. Bliebe nur eine Frage offen: Was wohl Dunstans Nachbarn über ihn denken?

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Quelle: ntv.de

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