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Und täglich grüßt "Blood Punch"Wie aus Pseudo-Ephedrin Crystal Meth wird

13.12.2016, 19:57 Uhr
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Was ist hier los? Erstmal eine rauchen ... (Foto: Indeed Film)

Milton ist Meth-Koch. Der beste. Als die wunderschöne Skylar ihm ein Angebot macht, das er nicht ablehnen kann, landen sie erst in der Kiste und dann sprichwörtlich in der Hölle. Sie müssen einen speziellen Tag immer wieder neu durchleben.

Wie aus Pseudo-Ephedrin Crystal Meth wird? Milton (Milo Cawthorne; "Deathgasm") weiß es ganz genau. Er ist so etwas wie ein Chemie-Genie. Das ist aber auch gleichzeitig sein Problem, denn als seine kleine Meth-Küche auffliegt, die er neben der Schule betreibt, landet er in einer Reha-Anstalt und muss eine Selbsthilfegruppe besuchen. Dort hört er sich die Geschichten der anderen Eingesperrten immer und immer wieder an: missbraucht, vergewaltigt, vernachlässigt. Dann taucht Skylar (Olivia Tenner; "Boogeyman") auf.

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Skylars wahre Intention offenbart sich dem Zuschauer erst am Filmende. (Foto: Indeed Film)

Sie hat lässig eine Kippe im Mundwinkel hängen und sieht dabei wunderschön aus. Alle männlichen Teilnehmer der Gruppe sind hin und weg, aber nur Milton kommt in den Genuss, mit ihr zu schlafen. Denn Skylar hat ein ganz spezielles Anliegen: Sie sucht einen Meth-Koch. Nicht irgendeinen: den Besten! Der soll dann binnen eines Tages 110 Pfund Pseudo-Ephedrin in die einfach konsumierbare Droge verwandeln.

Laut Milton werden das ungefähr 85 Pfund Crystal. Knapp fünf Millionen Dollar springen bei dem Ganzen insgesamt heraus. Milton willigt aber nicht wegen des Geldes ein, sondern wegen Skylar. Sie hat ihn förmlich um den Finger gewickelt. "Ich werde dir in die Hölle folgen", säuselt der sichtlich erregte Milton.

Russell muss sterben

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Russell richtet öfter mal die Knarre auf andere. (Foto: Indeed Film)

Skylars Angebot hat allerdings einen Haken. Er heißt Russell (Ari Boyland), ist Polizist, Skylars Lover und der eigentliche Strippenzieher hinter dem Drogendeal. Russell sorgt mit Waffengewalt dafür, dass Milton aus der Reha freikommt. Gemeinsam geht's in eine abgelegene Waldhütte und nach einer drogenschwangeren Nacht will sich Milton am nächsten Morgen an die Arbeit machen.

Er steht auf, kotzt in den Papierkorb - und findet ein Video. Er legt es ein und sieht sich selbst. Was ist hier los? Sein Video-Ich erzählt es ihm und Milton wird klar, wieso er den Film gedreht hat: Jeden Morgen wacht er verkatert auf, kotzt in den Papierkorb - und bringt Russell um. Aber egal wie und wo, es ändert nichts. Sein Leben ist zu einem blutigen Abklatsch von "Und täglich grüßt das Murmeltier" geworden. Einen Ausweg daraus sieht er nicht. Skylar ebenfalls nicht.

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Was kann man damit alles anstellen? (Foto: Indeed Film)

Immer wieder versuchen die beiden, an ihrem Tagesablauf etwas zu verändern: Sie lassen Russell leben. Sie versuchen mit dem Auto zu fliehen. Sie lieben sich wie die Karnickel. Nichts. Selbst als Milton das schier Unmögliche schafft und aus dem Berg Pseudo-Ephedrin Crystal Meth herstellt (Er nimmt 600 Milligramm von einem blauen Puder. Das erhitzt er mit 30 Kubikzentimeter von etwas anderem 19 Minuten in einem Brenner. Dann kühlt er es im Gefrierschrank ab und kratzt im Anschluss die oberste Lage der Kristalle ab. Fertig ist der Stoff!), und er es mit Skylar verkauft, bleibt alles wie gehabt.

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"Blood Punch" ist bei Indeed Film erschienen. (Foto: Indeed Film)

In einem Buch im Haus findet Milton endlich einen Hinweis: "Die, die in dieses Heilige Land kommen und das Blut ihrer Mitmenschen vergießen, werden verflucht, auf dass sie ewig leben im Kreislauf des Blutes und der Gewalt." Verfluchtes Indianerland?! Nur einer schafft es lebend hier raus? Na gut. Aber wer ist am Ende der Glückliche?

Let's twist again

Der Zuschauer von "Blood Punch" gehört auf alle Fälle dazu. Der Film der Regisseurin Madellaine Paxson ("LolliRock") kommt unkonventionell daher. Der Beginn verwirrt etwas. Worum es wirklich geht, erfährt der Zuschauer erst relativ spät. Aber wenn er sich auf den Film einlässt, fesselt er ihn auch.

Da ist beispielsweise die knisternde erotische Spannung zwischen Skylar und Milton. Bonnie und Clyde sind ein Scheiß dagegen: Hier die ultracoole Brünette mit Cheerleader-Aussehen; da der schüchterne Chemie-Nerd mit einem Hang zur Selbstzerstörung. Rein schauspielerisch bewegt sich Milton-Darsteller Cawthorne in einer eigenen Liga. Für alle, die "Deathgasm" gesehen haben, ist das aber keine Überraschung.

Das ist dann schon eher die Tatsache, dass "Blood Punch" filmisch in ebenso einzigartig ist. Das konnte man zu Beginn so nicht erwarten. Das war einfach nicht abzusehen. Und so hinterlässt er am Ende auch gewaltigen Eindruck beim Zuschauer - fast schon so wie die lässig vor sich hin rauchende Skylar bei Milton oder die Tatsache, wie einfach man doch Crystal herstellen kann.

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Quelle: ntv.de

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