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Niemand will die Wahrheit wissen"Vatican Tapes": Der Teufel steckt im Detail

21.12.2015, 19:02 Uhr
imageVon Thomas Badtke
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Sieht so das Böse aus? (Foto: Universum)

Im Geheimarchiv des Vatikan schlummern Informationen, die unsere Welt von Grund auf ändern könnten, wenn sie ans Licht kämen. So gibt es dort auch filmische Aufzeichnungen von Exorzismen. Nicht jeder war erfolgreich. Das hat Gründe.

"Wenn man von Besessenheit spricht, dann weil ein Dämon oder eine andere finstere Macht sich der geistigen oder körperlichen Fähigkeiten eines Menschen bemächtigt. Der Dämon erwählt euch. Er beobachtet und analysiert deine Stärken und Schwächen …" Eines ist doch völlig klar: Gibt es einen Gott, dann existiert auch der Teufel. Kein schöner Gedanke, aber selbst Papst Franziskus hat verkündet, dass der Teufel unter uns weile.

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"The Vatican Tapes" ist bei Universum erschienen. (Foto: Universum)

Handfeste Beweise dafür gibt es auch, denn die katholische Kirche untersucht bereits seit Hunderten von Jahren Erscheinungen des Bösen. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts werden diese Ereignisse filmisch aufgezeichnet und die Beweismittel katalogisiert. Sie liegen sicher unter Verschluss in den Geheimarchiven des Vatikans.

Was nach Verschwörungstheorie klinngt, ist die Grundlage für den im weitesten Sinne zum Found-Footage-Horrorgenre gehörenden Film "The Vatican Tapes". Der unter der Regie von Mark Neveldine ("Crank"-Reihe, "Ghost rider 2: Spirit of Vengeance") entstandene Streifen erweckt bereits in den ersten eineinhalb Minuten den Eindruck, dass wir als Menschheit - mit Verlaub - am Arsch sind: Videosequenzen, Nachrichtenschnipsel, Zeitungsüberschriften, allesamt mit dem Thema der Teufel und das Böse. Damit weckt der Film große Erwartungen.

Erwartungen, die er aber nicht ganz erfüllen kann. Im Mittelpunkt steht die junge - Tatatata - Angela (Olivia Taylor Dudley; "Chernobyl Diaries"). Sie spielt das liebe Mädchen von nebenan, das keiner Fliege etwas zuleide tun kann. Nett zu allen und jedem. Ihr einziges Problem scheint zu sein, dass ihr Vater Roger (Dougray Scott; "Hitman", "Mission Impossible II") und ihr Freund nicht miteinander können. An Angelas Geburtstag reißen sich die beiden aber zusammen, Roger steht mit einer Torte als Überraschungsgast da.

Jungfräuliches Blut?

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Das Böse analysiert deine Stärken - und Schwächen. (Foto: Universum)

Beim Anschneiden passiert Angela dann ein Missgeschick, das Messer gleitet statt durch die Torte direkt in ihre Hand. Sie muss ins Krankenhaus. Ordentlich verarztet geht es im Bus nach Hause. Doch da geschieht der nächste Zwischenfall: Eine Krähe fliegt gegen die Busscheibe, beim Aussteigen kracht eine weitere direkt in die verletzte Stelle an Angelas Hand. Ein Zufall?

Wohl eher nicht. Denn nun beginnt eine Verwandlung der herzensguten Angela. In ihrem Umfeld geschehen Unfälle, kommen Menschen zu Schaden, verletzen sich, sterben sogar. Angela selbst fällt nach einem Autounfall, bei dem sie dem Taxifahrer ins Lenkrad gegriffen hat, ins Koma. Einige Wochen später - sie hat bis dahin keinerlei Lebenszeichen gezeigt - erklären sie die Ärzte für tot. Pater Lozano (Michael Pena; "Shooter", "American Hustle") will Angela die letzte Ölung zuteilwerden lassen - doch dabei erwacht sie. Die Ärzte sind ratlos. Auf Lozanos Anraten wird Angela in eine psychiatrische Anstalt verlegt. Aber auch dort kommt es zu Unfällen, ein Pfleger stirbt.

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Bruun und Lozano sehen den Teufel in Menschengestalt. (Foto: Universum)

Lozano wendet sich an den Heiligen Stuhl. Er glaubt an die Besessenheit durch einen Dämon. Was er noch nicht weiß: Er hat recht. Aber es ist nicht irgendein Dämon, wie der vatikanische Ermittler Kardinal Bruun (Peter Anderson; "Verblendung", "Verdammnis") schnell herausfindet, als ihm bei einem Exorzismus das Böse mit Angelas Zunge offenbart: "Niemand ist bereit für die Wahrheit. Ich bin der neue Weg."

Auf Teufel komm raus!

So neu ist der Weg aber nicht, den Neveldine mit "The Vatican Tapes" geht. Exorzismus-Horror erlebt in den vergangenen Jahren mit dem Stilmittel des Found Footage eine Hochzeit. An Klassiker wie "Rosemary's Baby" oder auch "Der Exorzist" kommen die meisten Filme aber nicht heran, egal wie besessen die einzelnen Darsteller auch wirken. Das gilt auch für Neveldines Werk. Die noch relativ unbekannte Hauptdarstellerin Dudley kann zwar überzeugen, ihre Verwandlung gefällt absolut. Aber: Es bleibt das Gefühl beim Zuschauer, dass da mehr drin gewesen wäre. Das gilt auch für den Film selbst, das zu Beginn skizzierte Potenzial reizt "The Vatican Tapes" bei Weitem nicht aus.

Allein das Geheimarchiv des Vatikans wäre ein Epos wert. Stattdessen erfährt der Zuschauer, dass Angelas Vater Sex mit einer Prostituierten hatte, die er geliebt hat und die Angelas Mutter war. Er selbst ist US-Soldat, war im Irak - eine Gemeinsamkeit, die er mit Pater Lozano teilt. Der hat erst nach seiner Rückkehr aus dem grauenvollen Krieg zu Gott gefunden. Interessant das alles, aber nur Beiwerk, das vom Wesentlichen ablenkt.

Oder es ist der Aufgalopp für etwas, das noch kommen wird: Vielleicht soll aus "Vatican Tapes" ein Franchise entstehen? Vielleicht ist der Film auch der 90-minütige Auftakt einer kommenden TV-Serie? Das Ende des Films, der nur ab und an gruselt, untermauert diese Gedankenspiele. Es zu verraten wäre aber nun wirklich zu böse.

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Quelle: ntv.de

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