Gibt es den Teufel wirklich?"The Devil's Hand" wird dich packen!
Wenn das Gute existiert, muss es auch das Böse geben. Das ist das Leben in New Bethlehem, einer gottesfürchtigen Gemeinde. Alle glauben dort an eine teuflische Prophezeiung. Regisseur Christian Christiansen hat sie schaurig verfilmt.
Gibt es den Teufel? In New Bethlehem auf alle Fälle nicht. Das Leben in der kleinen gottesfürchtigen Gemeinde ist ruhig. Den Lastern der Außenwelt hat man abgeschworen: keine Elektrizität, kein TV, keine Smartphones oder Internet. Leben wie anno dazumal. Das hilft, den Verlockungen des Bösen zu widerstehen. Wäre da nicht eine von Generation zu Generation überlieferte Prophezeiung: Sechs Mädchen werden am sechsten des sechsten Monats geboren, eine von ihnen holt den Teufel auf die Erde, wenn sie 18 wird. 1994 erfüllt sich der erste Teil der Prophezeiung.
Dem Dorfältesten Elder Beacon (Colm Meaney; "Deep Space Nine", "Hell on Wheels") gelingt es jedoch, ein Mädchen bei der Geburt zu töten. Er wähnt sich und seine Gemeinde danach in Sicherheit. Doch er bleibt gleichzeitig auf der Hut, beobachtet jeden Schritt und Tritt von ihnen. Und so geht das geruhsame, gottesfürchtige Leben in New Bethlehem weiter, der 18. Geburtstag der fünf übrigen Mädchen steht vor der Tür.
Aber dann verschwindet die erste von ihnen spurlos. Die zweite folgt kurz darauf. Nun frisst sich die Angst in die Seelen der Menschen von New Bethlehem. Mary (Alycia Debnam-Carey; "Fear the Walking Dead") und Ruth (Adelaide Kane; "Blood Punch", "The Purge") sind alarmiert. Mary hat seit ihrer Kindheit schreckliche Visionen. Ihre Mutter starb, als sie fünf war, heißt es. Doch ihr Vater hat sie belogen: Marys Mutter wurde aus der Gemeinschaft verstoßen.
Ruth wiederum sieht in Elder Beacon das Abgrundtiefböse. Er sät Angst in den Köpfen der Gemeindemitglieder. Er ist es auch, der sie sexuell belästigt. Sie und alle anderen, die in ein gewisses Alter kommen. Doch Ruth scheint mit ihrer Meinung allein dazustehen. Sogar Mary schenkt ihr nur widerwillig Glauben. Sie will ihre Mutter finden – und so vielleicht auch einen Weg raus aus diesem ganzen religiösen Wahnsinn.
In Trevor, dem Sohn des Sheriffs der nächsten "normalen" Gemeinde, findet sie einen Verbündeten. Trevor ist bis über beide Ohren in Mary verliebt. Aber auch außerhalb New Bethlehems sterben plötzlich Menschen. Die Frage ist nun: Treibt ein Serienkiller sein Unwesen? Oder sind das bereits die Vorboten des Satans? Der 18. Geburtstag Marys wird es zeigen.
Der Teufel hat viele Gesichter
Wer die ersten Minuten von "The Devil's Hand" sieht, glaubt sich bei dem Untertitel "1994" verschaut zu haben. Das kann doch nicht sein?! So etwas gibt es doch heutzutage nicht mehr. Weder hierzulande noch in den USA. Aber weit gefehlt. Dass New Bethlehem durchaus Realität sein könnte, macht "The Devil's Hand" so besonders. Seine Authentizität ist es, die den Filmstoff immer weiter vorantreibt.
Als Zuschauer blickt man in die guten naiven Herzen der jungen Mädchen und glaubt, in Elder Beacon die Ausgeburt der Hölle wiederzuerkennen. Aber wir alle wissen: Der Teufel hat viele Gesichter.
Das ist nur einer von mehreren ansehnlichen Twists in "The Devil's Hand" von Regisseur Christian Christiansen. Es ist ein klassischer Horrorfilm, mit einigen Special Effects, aber nicht überfrachtet. Warum auch? Wenn der Teufel seine Hände im Spiel hat, braucht es nicht viel, um Angst zu verbreiten. Das macht sich Regisseur Christiansen gekonnt zunutze.
Das passende Ambiente New Bethlehems trägt sein Übriges dazu bei, den Film nicht unbedingt bei Vollmond und Gewitter im Dunkeln sehen zu wollen. Obwohl: Den Teufel gibt es doch nicht, oder?