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Arafat liegt im SterbenStreit um Begräbnis

05.11.2004, 06:25 Uhr

Palästinenserpräsident Arafat soll noch am Leben sein und sich in einem ""reversiblen Koma" befinden. Doch Hoffnung auf ein Überleben gibt es wohl nicht mehr.

Israel will den Palästinenserpräsidenten Jassir Arafat nach seinem Tod im Gazastreifen begraben sehen. Israelische Medien berichteten, ein Begräbnis in Jerusalem lehne Israel kategorisch ab. Gegenwärtig berieten israelische und palästinensische Repräsentanten über den Ort einer Bestattung. Arafat liegt in einem Pariser Militärkrankenhaus im Koma.

Der palästinensische Regierungschef Ahmed Kureia wird erst am Samstag zu einem Treffen mit den Chefs seiner Sicherheitskräfte im Gazastreifen fahren. Kureia wolle nicht mehr am Freitag aus dem Westjordanland abreisen, sagte Abbas Saki, Mitglied im Zentralkomitee der Fatah-Bewegung, in Ramallah. Ziel ist nach palästinensischen Angaben, Konflikte innerhalb der Polizeitruppen beizulegen und sie auf die die amtierende Palästinenserführung zu verpflichten.

Arafat ist nach Angaben der Vertreterin der Palästinenser in Paris "absolut nicht" hirntot. Der 75-jährige Politiker liege in einem "reversiblen Koma" und schwebe "zwischen Leben und Tod", sagte Leila Schahid am Freitag dem Rundfunksender RTL in Paris.

Der Todeskampf des Palästinenserpräsidenten schürt unterdessen die Angst vor neuer Gewalt im Nahen Osten. Die Palästinenserführung beschloss einen Krisenplan gegen Gewalt, Israel versetzte seine Truppen im Gazastreifen und im Westjordanland in Alarm. Vertreter von 13 Gruppen wie Fatah und Hamas wollten über die Sicherheit in den besetzten Gebieten beraten, um Chaos und Gewalt zu verhindern.

Schahid: Desinformationspolitik der israelischen Medien

Schahid warf den israelischen Medien eine Desinformationspolitik vor. Medien in Israel hatten am Donnerstag den Tod des Palästinenserpräsidenten gemeldet. "Ich bin leider gezwungen Ihnen zu sagen, dass Israel eine Desinformation betreibt", sagte Schahid.

Der französische Präsident Jacques Chirac, der Arafat am Donnerstag besucht hatte, lehnte in Brüssel jeden Kommentar über den Zustand des 75-jährigen Politikers ab. Arafat sei in dem französischen Militärkrankenhaus "in den besten Händen", sagte Chirac nach Angaben des Rundfunksenders France Info.

Jassir Arafat