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Stromkostenexplosion im Q1 2020So entgehen Sie der Kostenfalle

19.02.2020, 13:43 Uhr

Viele Stromgrundversorger haben ihre Strompreise erhöht oder Preiserhöhungen für das Frühjahr 2020 angekündigt. Bei einer Preiserhöhung können Stromkunden ihr Sonderkündigungsrecht nutzen und zu einem günstigeren Versorger wechseln.

610 von 834 Stromgrundversorgern haben ihre Preise erhöht oder Preiserhöhungen bekannt gegeben. Die Strompreise erhöhen sich um durchschnittlich 5,6 Prozent. Knapp 6,7 Millionen Haushalte sind von den Erhöhungen betroffen.

Strompreise so hoch wie nie zuvor

Derzeit zahlt ein Vierpersonenhaushalt (Verbrauch: 5.000 kWh) in der Grundversorgung im Schnitt 1.496 Euro – so viel wie nie zuvor. Grund für die Preiserhöhungen sind die gestiegenen Netznutzungsentgelte und die höhere EEG-Umlage. Auch die Strompreise der Alternativanbieter sind im gleichen Zeitraum angestiegen, jedoch sind die Preise nicht so hoch wie die der Grundversorger. Um den hohen Strompreisen zu entgehen, sollten Verbraucher aus der Grundversorgung zu einem günstigeren Stromanbieter wechseln.

Preisentlastung erst ab 2021

Ab 2021 soll das neue Klimapaket der Bundesregierung für Entlastung sorgen. Die geplante CO2-Bepreisung soll zur Senkung der EEG-Umlage führen. Demnach sollen Verbraucher im kommenden Jahr insgesamt 5,4 Milliarden Euro weniger für Strom zahlen. Für einen Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 4.250 Kilowattstunden im Jahr, würde dies eine jährliche Entlastung von 63 Euro bedeuten.

Sonderkündigungsrecht bei Strompreiserhöhung

Bis 2021 müssen Stromkunden besonders in der Grundversorgung noch mit Preiserhöhungen rechnen. Wenn Sie eine Strompreiserhöhung erhalten, können Sie Ihr Sonderkündigungsrecht in Anspruch nehmen. Üblicherweise räumt Ihr Anbieter Ihnen nach der Preisankündigung eine Frist von zwei Wochen ein. Wie lange die Kündigungsfrist genau dauert, steht in Ihrem Mitteilungsschreiben. Übrigens: Falls Sie sich noch in der Grundversorgung befinden und keinen Sondervertrag abgeschlossen haben, können Sie jederzeit innerhalb von zwei Wochen kündigen. Egal, ob der Grundversorger seine Preise erhöht hat oder nicht. Spätestens wenn Sie gekündigt haben, sollten Sie erneut Stromtarife vergleichen und den Stromanbieter wechseln. Achten Sie darauf, beim Wechsel anzugeben, dass Sie bereits selbst gekündigt haben. Mit einem Anbieterwechsel können Sie langfristig Stromkosten sparen.

311 Millionen Euro Ersparnis durch Anbieterwechsel

Die jährliche Ersparnis durch den Anbieterwechsel ist enorm. Seit 2012 sind viele Alternativanbieter auf dem Energiemarkt tätig – der intensive Wettbewerb hat zu sinkenden Strompreisen geführt. Eine repräsentative Studie der WIK Consult, einer Tochter des Wissenschaftlichen Instituts für Infrastruktur und Kommunikationsdienste, hat ergeben, dass Verbraucher durch den Anbieterwechsel innerhalb eines Jahres insgesamt 311 Millionen Euro einsparen. Für Stromkunden lohnt sich also der Anbieterwettbewerb, weil sie von dem vielfältigen Angebot an günstigen Tarifen und Anbietern langfristig profitieren.

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