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Nach-Arafat-Ära beginntSicherheitsplan beschlossen

06.11.2004, 10:17 Uhr

Palästinensische Organisationen im Gazastreifen einigen sich mit Ministerpräsident Kureia auf einen Sicherheitsplan. Damit soll ein Chaos im Falle des Todes von Präsident Arafat verhindert werden.

Palästinensische Organisationen im Gazastreifen haben sich mit Ministerpräsident Ahmed Kureia auf einen Sicherheitsplan geeinigt. Er soll ein Chaos im Falle des Todes von Präsident Jassir Arafat verhindern. Polizisten und militante Gruppierungen sollten zusammenarbeiten und nicht ihre Waffen aufeinander richten, sagte Kureia in der Stadt Gaza.

Arafats langsames Sterben

Der Gesundheitszustand des schwer erkrankten Palästinenser-Präsidenten Jassir Arafat ist nach Angaben eines seiner Vertrauten unverändert kritisch. "Die Ärzte sagen, sein Zustand ist nicht irreversibel", sagte Arafats Berater Nabil Abu Rdainah, "es gibt aber keine Veränderung, er ist immer noch in einem kritischen Zustand." Offiziell heißt es, die Ärzte wüssten noch immer nicht, was mit ihm nicht in Ordnung sei. Die Internetseite YNET der israelischen Tageszeitung "Jediot Ahronoth" berichtete am Samstag sogar, Arafat soll zeitweise aus dem Koma erwacht sein und sich mit den Ärzten verständigt haben. Sie berief sich auf einen ranghohen Palästinenser-Vertreter, der bei Arafat gewesen sei. Arafat habe sich in seinem Bett auch bewegen können, hieß es.

Hoffen auf problemlosen Machtwechsel

Derweil hofft UN-Generalsekretär Kofi Annan auf einen problemlosen Machtwechsel in der Führung der Palästinenser. Nach seinem Eindruck werde die Regelungen der Nachfolge für den todkranken Arafat "gut gehandhabt", sagte Annan in New York. Er hoffe, dass führende Politiker der Palästinenser für einen "reibungslosen Übergang sorgen können". Annan betonte, dass Arafat eine große Lücke hinterlassen werde. Er habe über viele Jahre den Wunsch der Palästinenser nach einem eigenen Staat verkörpert. Der UN-Generalsekretär äußerte vorsichtigen Optimismus, dass im Falle eines problemlosen Machtübergangs bei den Palästinensern eine Wiederbelebung des Nahostfriedensprozesses möglich wäre.

Die letzte Ruhe

Die israelische Regierung machte am Freitag klar, dass sie eine Beerdigung Arafats in Jerusalem nicht akzeptieren werde. "Arafat wird nicht in Jerusalem begraben werden, so wie Osama bin Laden nicht auf dem (Helden-)Friedhof von Arlington bei Washington begraben wird. (...) Seine Familie hat eine Grabstätte auf dem Friedhof in Chan Junis (Gazastreifen) - soll er dort in Frieden mit seinen Vorfahren und seiner Familie ruhen", sagte Raanan Gissin, Berater des israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon.

Jassir Arafat