Lassa-FieberSelten, aber gefährlich
Lassa-Fieber ist eine Infektionskrankheit, die in Westafrika verbreitet ist. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist durch Blut, Speichel oder Urin möglich.
Das Lassa-Fieber ist eine seltene, aber sehr gefährliche Infektionskrankheit, die in Westafrika verbreitet ist. Menschen können sich dort vor allem bei Nagetieren anstecken, wie das Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin erläutert. Schon durch Einatmen von Urintröpfchen eines infizierten Tieres oder beim Essen von mit Urin verunreinigten Speisen kann sich ein Mensch anstecken. Auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch durch Blut, Speichel, Erbrochenes, Urin oder abgehustete Bluttröpfchen ist möglich.
Erstmals nachgewiesen wurde das Lassa-Fieber bei Menschen, die 1969 im nigerianischen Lassa erkrankt waren. In Deutschland kommt die Krankheit nur äußert selten vor, wenn sie durch Reisende aus Afrika eingeschleppt wird. Im Januar 2000 starb in der Würzburger Tropenklinik eine 23-jährige Studentin aus Schwäbisch Hall, die sich auf einer Afrikareise angesteckt hatte.
Drei bis 17 Tage nach der Infektion mit dem zur Gruppe der Arena-Viren zählenden Erreger können Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen sowie Halsentzündungen auftreten. Später kann es zu Hautblutungen, Durchfall und Erbrechen kommen. Nach Angaben des Tropeninstituts sterben 5 bis 20 Prozent der in eine Klinik eingewiesenen Lassa-Patienten. Mit Medikamenten können die Symptome gelindert und die Sterberate vermindert werden. Die große Mehrheit der Krankheitsfälle verläuft nach Expertenschätzungen allerdings relativ harmlos und wird nicht einmal erkannt.
Lassa zählt wie Ebola und das Dengue-Fieber zu den so genannten hämorrhagischen Fiebern. Hämorrhagisch (griechisch von Blutfluss/Blutsturz) beschreibt die Krankheitssymptome: Außer an hohem Fieber können Infizierte an Blutungen und Gewebeschäden leiden.