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"Even Lambs Have Teeth"!Rape & Revenge kann auch humorvoll sein

22.11.2016, 19:21 Uhr
imageVon Thomas Badtke
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Katie und Sloane: Vor dem Shopping-Trip haben die beiden Freundinnen mit diversen Typen noch ein Hühnchen zu rupfen (Foto: PIERROT LE FOU)

Zwei Freundinnen wollen in New York shoppen gehen. Das nötige Kleingeld soll ein einmonatiger Arbeitseinsatz auf einer Bio-Farm liefern. Nur kommen sie da nie an.

Als Jugendlicher braucht man immer Geld - erst recht als Mädchen. Neue Klamotten, ein anderer Style: Das kostet und irgendwer muss es bezahlen. Wenn die Eltern da nicht mitspielen, muss man selbst für das nötige Kleingeld sorgen. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen, heißt es dann.

Katie und Sloane halten sich an diese Devise: Um einen Shopping-Trip in New York finanzieren zu können, gehen sie für einen Monat auf einer Bio-Farm irgendwo im US-Hinterland auf die Felder. In den Augen der Teenies eine Hippiefarm, unterstützt von der Gemeinde. Das denken sie zumindest.

Katies Onkel Jason, ein Polizist, fährt sie mit seinem Volvo in die Region. Für das letzte Stück müssen die beiden Freundinnen auf einen Bus zurückgreifen. Die beiden Mädchen sollen sich melden, sobald sie angekommen sind. Es wird vereinbart, eine SMS zu schicken mit einem Codewort am Ende, damit der Onkel weiß, dass die SMS von den Freundinnen stammt. Das Prozedere sollen sie täglich wiederholen, nur dann jeweils mit einem Wort, das mit dem nächsten Buchstaben im Alphabet anfängt.

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"Even Lambs Have Teeth" ist bei Pierrot Le Fou auch als Mediabook erschienen. (Foto: PIERROT LE FOU)

"Durchgeknallter Supercop", denken die Mädchen - und gehen in einen Diner, um sich die Wartezeit auf den Bus zu verkürzen. Dort lernen sie zwei schnieke Jungs kennen, die ihnen anbieten, sie zur Farm zu fahren. Geht schneller als der Bus - und natürlich steigen die beiden Mädchen in das Auto der Jungs. Und natürlich fahren sie nicht zur Farm. Und natürlich geht jetzt "Even Lambs Have Teeth" erst so richtig los. Bisher war alles nur Vorgeplänkel. Satte 20 Minuten, rund ein Viertel des Films.

Aller Vorsichtsmaßnahmen zum Trotz

Die Freundinnen werden betäubt und wachen halbnackt an einen Schiffscontainer gekettet mitten in einem abgelegenen Waldstück wieder auf. Von da an wünschen sie sich, nie geboren worden zu sein. Die beiden Jungs, auf die sie im Diner hereingefallen sind, gehören zu einer durchgeknallten Familie, die Katie und Sloane (oder Ripley und Heather, wie sie sich den Jungs vorgestellt haben) wie zwei Stück Vieh jedem Mann anbieten, den es in der Hose juckt. Und davon gibt es reichlich in dieser ländlichen Gegend. "Bauer sucht Frau" kennt dort keiner.

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Jeder darf mal ran ... (Foto: PIERROT LE FOU)

Die Entführer sorgen zudem dafür, dass Katies Onkel sich in Sicherheit wiegt, denn sie haben die Sache mit dem Codewort herausbekommen. Nur, dass es sich täglich im Alphabet weiterentwickelt, ist ihnen entgangen. Mit einiger Verzögerung macht sich Katies Onkel auf die Suche nach den beiden. Aber egal, wo er hinkommt, an welche Tür er in der Gegend auch klopft, überall findet er nur Leichen vor. Zum Teil schrecklich zugerichtet. Jemand scheint hier gewütet zu haben, auf einem Rachefeldzug zu sein.

Na klar, Katie und Sloane sind es. Sie konnten sich befreien und lassen nun alle Wut und Schmerz an ihren Peinigern und deren Familien aus. Jetzt ist Schluss mit lustig, jetzt wird zurückgeschlagen, gehackt, geschossen, gestochen. Alles was weh tut und tödlich endet. Niemand soll es je wieder wagen, sich zwei Shopping-verrückten weiblichen Teenagern in den Weg zu stellen!

Dank viel Humor leichter verdaulich

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Zwei Freundinnen auf einem blutigen Rachetrip. (Foto: PIERROT LE FOU)

Sicher: "Even Lambs Have Teeth" ist der x-te "Rape & Revenge"-Horrorfilm der vergangenen Jahre. Sicher: Mit der "I Spit On Your Grave"-Reihe hat dieses Subgenre bereits seine Aushängeschilder gefunden. Sicher: "Even Lambs Have Teeth" hätte schneller auf den Punkt kommen können. Aber sicher ist auch: Der Film macht jede Menge Spaß!

Das liegt nicht unbedingt an der gezeigten Gewalt ("I Spit On Your Grave I und II" hat da deutlich mehr zu bieten), sondern vielmehr am schwarzen Humor, der mit zunehmender Spieldauer immer pointierter sitzt. Das führt am Ende des von Regisseur und Drehbuchautor Terry Miles ("Recoil", "When Life Was Good") geschaffenen Films sogar dazu, dass man als Zuschauer die Gewalt gar nicht mehr für voll nimmt.

Hat man als Zuschauer zu Beginn des Films noch Probleme, die beiden Hauptdarstellerinnen Kirsten Prout (Sloane) und Tiera Skovbye (Katie) in ihren Rollen sympathisch zu finden, schaut man ihnen vor allem im letzten Drittel des Films sehr gern zu. Ihre überdreht wirkende Art sorgt - wie der schwarze Humor - für eine gewisse Überhöhung, die das Gewaltlevel scheinbar nach unten drückt. So könnten selbst Zuschauer, die solcherlei Filme nie anschauen würden, Interesse und Gefallen an "Even Lambs Have Teeth" finden. Beim nächsten Shopping-Trip also einfach mal die DVD- und Blu-ray-Abteilung im nächsten Elektronikmarkt aufsuchen. Es lohnt sich.

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Quelle: ntv.de

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