"Mother of Darkness"Komm zu Mama!

Wer mit seiner Vergangenheit abschließen will, muss sich ihr stellen. Madison tut das: Als Kind musste sie mit ansehen, wie ihre Mutter die kleine Schwester brutal tötet. Im Wahn, denkt Madison - und kehrt zurück in ihr Elternhaus. Ein tödlicher Fehler.
Ein dunkler Keller in einem verlassenen Haus? Das klingt nach einem Horrorfilm! "Mother of Darkness" (im englischen Original: "Darkness Rising") heißt er, stammt vom Regisseur Austin Reading und hat durchaus Grusel-Potenzial. Denn: Nicht nur der dunkle Keller, sondern das gesamte abrissreife Haus bergen ein dämonisches Geheimnis.
Madison (Tara Holt; "American Horror Story") ahnt das. Es ist schließlich ihr Elternhaus gewesen, das nun dem Erdboden gleichgemacht werden soll. Doch bevor das geschieht, steigt sie mit ihrem Verlobten Jake (Bryce Johnson; "Pretty Little Lies") und ihrer Cousine Izzy (Katrina Law; "Apparition") nachts in das Haus ein. Sie will dort Antworten finden und so ein trauriges Kapitel ihrer Vergangenheit ad acta legen.
Als kleines Kind war sie Zeuge, wie ihre Mutter ihrer Madisons jüngere Schwester getötet hat. Madison entkam nur knapp und wuchs bei Verwandten auf, der Vater verkraftete das alles nicht und landete in einer geschlossenen Psychiatrie. Weshalb die sonst so liebevolle Mutter plötzlich durchdreht und blutig mordet, weiß niemand. Sie tat es im Wahn, wie Madison vermutet. Aber ganz so einfach ist die Erklärung dann doch nicht. Zurück im Haus müssen Madison, Jake und Izzy das sehr schnell und schmerzvoll erkennen.
Da war doch was ...
Zunächst sieht alles normal aus: Das Haus ist zwar heruntergekommen, aber noch voller Erinnerungsstücke. Izzy macht sich sofort auf die Suche nach wertvoll aussehenden Sachen, die sie zu Geld machen könnte. Eine alte Lederjacke, die einmal Madisons Mutter gehörte, hat es ihr sofort angetan. Jake und Madison durchstreifen das Haus stattdessen in Ruhe, schauen hier und da, lassen sich Zeit und das Haus auf sich wirken.
Sie finden Blutspuren. Hören unheimliche Geräusche. Und alle drei ahnen, dass etwas Böses im Haus sein Unwesen treibt. Die drei wollen verschwinden, aber vor der Tür erwartet sie ein großer und nicht gut gelaunter Hund. Madison kennt ihn, er gehörte ihr, als sie klein war. Jake und Izzy halten sie für verrückt - und ändern ihre Meinung, als der Hund gleichzeitig an Vorder- und Hintertür aufzutauchen scheint.
Ein Entkommen aus dem Haus scheint nicht mehr möglich, ein Anruf bei der Polizei die letzte Möglichkeit. Doch am anderen Ende der Leitung ist nicht etwa ein Polizist, sondern eine unheimliche Stimme, die Unheilvolles verkündet.
Effekte überzeugen
Ab da schaltet "Mother of Darkness" einen Gang höher. Elemente von "Amityville" gehen eine düstere Liaison mit Teilen des "Exorzisten" ein. "Evil Dead" trifft auf "Insidious". Und am Ende der knapp gehaltenen 80 Minuten hat man als Zuschauer das Gefühl, gut unterhalten worden zu sein.
Das liegt zum Großteil an den visuellen und akustischen Effekten. Die Darstellerriege um Tara Holt, Katrina Law und Bryce Johnson ist nett anzusehen, aber austauschbar. Law bleibt von den Dreien am ehesten positiv im Gedächtnis, was aber in erster Linie ihrer Figur geschuldet ist, denn sie wird als erste der drei "heimgesucht" - das aber nicht im dunklen Keller.