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Wenn Beinchen länger werden Kann wachsen wirklich wehtun?

25.09.2012, 07:17 Uhr
imageVon Jana Zeh

Die meisten Eltern haben es schon erlebt: "Beinchenweh" raubt ihnen und ihren Sprösslingen den Schlaf. Die sogenannten Wachstumsschmerzen treten typischerweise nachts auf, vor allem bei Kindern im Vorschulalter. Doch wie kommt es überhaupt zu den Beschwerden?

Seit ein paar Tagen kommt mein vierjähriger Sohn regelmäßig nachts mit verweinten Augen zu mir und klagt über Schmerzen in den Beinen. Die Schmerzen sind einfach so gekommen und ich bin etwas ratlos, wie ich damit umgehen soll. (fragt Anja F. aus Wuppertal)

Höchstwahrscheinlich handelt es sich um sogenannte Wachstumsschmerzen. Jedes dritte Kind im Vorschulalter leidet darunter. "Besonders stark sind die Schmerzen in Phasen von Wachstumsschüben, also im Alter zwischen 4 und 6 Jahren bzw. zwischen dem 10. und 16. Lebensjahr", erklärt die in Weimar niedergelassene Kinder- und Jugendärztin Dr. Monika Niehaus.

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Schon nach ein wenig Streicheln und Trost können viele Kinder wieder einschlafen. (Foto: picture alliance / dpa)

Die Ursachen für die Wachstumsschmerzen sind bisher nicht eindeutig geklärt und eigentlich ist auch der Begriff nicht korrekt, denn Wachsen an sich tut gar nicht weh. "Das, was die Kinder spüren und was tatsächlich auch Schmerzen bereitet, ist meiner Meinung nach eine kurzfristige Überdehnung von Bändern, Sehnen und Muskeln", erklärt die Kinder- und Jugendärztin. An den Knochen an sich sind aus medizinischer Sicht keine besorgniserregenden Veränderungen sichtbar. Die Schmerzen sollten von Eltern ernst genommen werden, auch wenn sie an sich harmlos sind und ohne jegliche Therapie von selbst, meistens am nächsten Tag, wieder verschwinden.

Mini-Wachstumsschübe in der Nacht

Typischerweise treten die Beschwerden in den Abend- und Nachtstunden auf, nämlich dann, wenn das Kind zur Ruhe kommt, oftmals auch nach starker körperlicher Belastung. "Es wird angenommen, dass die Kinder nachts Mini-Wachstumsschübe haben. Diesem Wachstum können die Muskeln, Sehnen und Bänder nicht folgen, vor allem dort, wo es lange Knochen gibt, nämlich an den Oberschenkeln, Unterschenkeln und manchmal auch an den Armen", erläutert Niehaus. Die Dauer und Intensität der Wachstumsschmerzen ist individuell verschieden. Sie kann von einigen Minuten bis hin zu mehreren Wochen auftreten.

Auch wenn die Schmerzen als harmlos eingestuft werden können, können Eltern ihre Kinder bei der Bewältigung der Schmerzen unterstützen. So helfen leichte Massagen mit warmem Öl, gewärmte Körnerkissen oder feuchte Wärme, Zuspruch, Trost und Kuscheln, die Schmerzen zu lindern. In ganz schlimmen Fällen dürfen Eltern ihren Kindern auch schon mal ein Schmerzmittel verabreichen.

Übrigens: Wenn Kinder wegen der Beschwerden auch am Tag eine Schonhaltung einnehmen oder Reizzustände wie Rötungen, Hitze und Schwellungen oder auch Fieber auftreten, dann sollten Eltern sie unverzüglich dem Kinderarzt vorstellen. In diesen Fällen handelt es sich nämlich nicht um harmlose Wachstumsschmerzen, sondern um andere behandlungsbedürftige Erkrankungen.

Quelle: ntv.de