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Ein ausgekochtes FilmchenIn "Hollow Creek" ist die Hölle los

20.09.2016, 18:44 Uhr
imageVon Thomas Badtke
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Burt Reynolds: Star vor und hinter der Kamera. (Foto: REUTERS)

Drei verschwundene Kinder binnen 18 Monaten - und nun ist auch seine Geliebte wie vom Erdboden verschluckt: Was nach gutem Stoff für einen Horror-Bestsellerautoren klingt, wird für Blake Blackman zum Albtraum. Er ist der Hauptverdächtige.

Burt Reynolds muss man einfach lieben. Das "ausgekochte Schlitzohr" von einst ist mittlerweile 80 Jahre alt, aber er zeigt sich noch immer ab und an auf der großen Leinwand. Oder mal etwas kleiner, in Nebenrollen vielleicht. Oder er gibt einfach nur seinen guten Namen her.

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Burt Reynolds 1978 (Foto: picture alliance / dpa)

Das ist ja derzeit in Hollywood mega-hip. Das beste Beispiel ist "Master of Terror" Eli Roth, der mit seinem Namen neue Talente unterstützt und präsentiert. Reynolds geht da ähnlich vor. Er hat vor Jahren das Burt Reynolds Institut für Film und Theater gegründet und versucht so, Filmemachernachwuchs heranzuziehen und mit allem, was er hat, zu unterstützen.

Reynolds-Zögling

Zwei Mal pleite gewesen, liegt Reynolds Augenmerkt nun auf seinem schauspielerischen Können und Wissen. Er war jahrzehntelang einer der beliebtesten Schauspieler der USA. Er wurde für den Oscar nominiert, erhielt mehrfach den Golden Globe. Er drehte TV-Serien und Hollywood-Blockbuster. In seinen Rollen zeigte er sich äußerst vielseitig, spielte den Weiberheld ebenso gekonnt wie den liebenden Familienvater. Eher zu Letzterem zählt sein Mini-Auftritt in "Hollow Creek".

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"Hollow Creek" ist bei Tiberius erschienen. (Foto: Tiberius)

Den Film hätte es ohne sein Institut nicht gegeben, denn er stammt aus der Feder von Guisela Moro, einer Absolventin des gemeinnützigen Burt-Reynolds-Instituts. Moro führte auch Regie und schlüpfte in die Hauptrolle dieses Crime-Horror-Thrillers.

Mit Kopfschmerzen fängt es an

Moro spielt die Illustratorin Angelica Santoro. Sie ist Mitte 30 und hat eine Affäre mit dem Horror-Bestsellerautor Blake Blackman. Als dieser bei seinem neuen Werk eine Schreibblockade hat, flieht er mit Angelica in eine einsame Hütte in West Virginia. Die Hütte, eher ein Luxus-Apartment mitten im Wald und nicht gerade gesegnet mit Mobilfunkempfang, gehört Blackmans Verleger, der auch über die Affäre Bescheid weiß.

Doch während Blackman versucht, seine Horrorvisionen zu Papier oder besser in den Laptop zu bringen, schlägt Angelica die Zeit in der Natur mit ihrer Hündin tot und fühlt sich in dem Haus beobachtet und unwohl. Zudem plagen sie Kopfschmerzen.

Sie fährt in die nächstgelegene Stadt und sucht einen Arzt auf. Der findet nichts in Angelicas Kopf, aber dafür in ihrem Bauch: Sie ist schwanger, von Blake. Der werde sie umbringen, sagt sie kurzerhand geschockt.

Neugier tut selten gut

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Ist das der verschwundene Junge? (Foto: Tiberius)

Auf dem Nachhauseweg sieht sie beim Tanken einen schäbigen, alten, weißen Chevy Impala. Auf dessen Rückbank glaubt sie einen Jungen zu erkennen, dessen Suchbild in der ganzen Stadt plakatiert ist. Angelica folgt dem Wagen.

Als dieser an einem alten Landhaus an einem See ankommt, schleicht sie sich ans Haus heran, lugt durch ein Fenster - und wird prompt gesehen. Der Hauseigentümer schnappt sich sein Gewehr und hetzt die Hunde auf Angelica, die kurz darauf im Keller des Landhauses aufwacht. Neben ihr zwei Jungen, beide entführt und gefangen gehalten von dem Hausbesitzer-Ehepärchen.

Hillbillie-Shitstorm und Burt Reynolds

Blake, der seine Liebste längst wieder zu Hause erwartet hat, wendet sich an die Polizei. Die vermutet jedoch ihn hinter dem Verschwinden Angelicas. Blake ist baff. Alle Indizien sprechen gegen ihn. Böswillige Anschuldigungen seiner Noch-Ehefrau tun ihr Übriges. Die Medien springen auf das Thema an, sein Verlag will ihn wegen der vermeintlich schlechten Publicity loswerden. Binnen weniger Wochen ist Blakes Leben der reinste Scherbenhaufen.

Allein: Die Polizei kann ihm nichts nachweisen. Und so kehrt er nach einigen Monaten zurück in den Ort. Auf eigene Faust versucht er nun, Angelica zu finden. Die Polizei ist ihm keine Hilfe, einzig Seagrass Lambert (Reynolds) bietet ihm seine Hilfe an.

Der sichtlich vor Gram gealterte Mann herrschte einst als Industrieller über die Stadt - bis sein Enkel spurlos verschwand. Lamberts Kalkül: Findet Blake Angelica, führt ihn das auch zu seinem Enkel, denn er vermutet nur einen Täter, der hinter all den Entführungen steckt.

Lambert soll recht behalten. Aber bis zum Happy End dauert es doch noch eine Weile, immerhin hat "Hollow Creek" eine Spielzeit von knapp zwei Stunden zu füllen. Dank einiger Twists und auch Anflügen von Charakterzeichnungen gelingt das auch, ohne zu langweilen.

Back to the roots

Überhaupt ist "Hollow Creek" etwas für Feinschmecker, für Liebhaber der guten alten Zeit, für Leser von Stephen-King-Romanen: Ein Horrorautor mit Schreibblockade zieht sich in die einsame Natur zurück. Horrorromantik pur. Die 1980er lassen grüßen.

Als Zuschauer fragt man sich: Was wäre passiert, wenn der Film ein größeres Budget bekommen hätte und namhaftere Schauspieler? Der Streifen wäre bei Weitem nicht so liebevoll in Szene gesetzt worden, da kann man sicher sein. Und mit Burt Reynolds kann "Hollow Creek" durchaus einen namhaften Star aufweisen. Und der zeigt auch mit den wenigen Sätzen, die er bekommt, dass er noch immer Spaß am Schauspiel hat - und dafür muss man ihn einfach lieben.

Sein Händchen für guten Filmstoff hat er auch im hohen Alter nicht verloren. "Hollow Creek" ist der Beweis dafür. Etwas für Liebhaber!

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Quelle: ntv.de

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