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"Pandemic - Fear the Dead"Im Ego-Shooter-Modus gegen den Faila-Virus

28.06.2016, 19:17 Uhr
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Versagt Lauren, ist nicht nur ihr Leben in Gefahr. (Foto: Splendid)

Los Angeles, in naher Zukunft. Ein neuartiger Virus wütet, rafft Millionen Menschen dahin. Wer ist infiziert? Wer nicht? Das ist schwer zu sagen und macht Rettungsmissionen zu tödlichen Fallen. Lauren ist das egal. Sie verfolgt ein ganz eigenes Ziel.

Ein Schuss peitscht durch die Luft. Laut. Zu laut für Dr. Lauren (Rachel Nichols; "Star Trek", "Conan"). Sie befindet sich erst wenige Minuten auf der Militärbasis nahe der Millionenmetropole Los Angeles, doch ihr altes Leben scheint bereits Lichtjahre entfernt. Doktor Greer (Paul Guilfoyle; "L.A. Confidential", "Air Force One") führt sie auf der Basis herum, seiner Meinung nach ist Lauren eine der letzten Hoffnungen der Menschheit.

Ein weiterer Schuss. "Sie erschießen sie?" fragt Lauren. "Was bleibt uns sonst? Wir sind nicht stolz darauf. Aber Menschlichkeit können wir uns hier nicht leisten", antwortet Greer in kühlem Tonfall. "Ich dachte, sie wäre unsere letzte Hoffnung", sagt Lauren konsterniert. "Wir kämpfen gegen eine Übermacht und verlieren. Ich weiß, Sie waren lange nur im Labor. Wenn Sie das überfordert ..." Lauren unterbricht Greer: "New York war kein Spaziergang!"

Rettung als Selbstzweck

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Lauren: Skrupel kann sie sich in dieser neuen Welt nicht leisten. (Foto: Splendid)

Das New York, wie wir es kennen, existiert nicht mehr. Eine unbekannte Seuche hat es dahingerafft und macht sich daran, die Weltbevölkerung vom Erdball zu tilgen. Lauren arbeitete im Seuchenzentrum an einem Gegenmittel gegen den sogenannten Faila-Virus. Wer infiziert ist, durchläuft mehrere Phasen - in einigen sind Erkrankte und Nichtinfizierte kaum zu unterscheiden. Das macht das Überleben so schwierig. Und auch die Hoffnung auf Rettung.

Doch genau das hat sich die Militärbasis nahe L.A. offenbar auf die Fahnen geschrieben: Mehrere Teams versuchen, Überlebende aus der Stadt ins Camp zu holen, sie zu retten. Dass Greer die meisten dann zu Forschungszwecken benutzt, ist nicht nur ein kursierendes Gerücht, es ist die unausgesprochene Wahrheit.

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Mekhi Phifer spielt Gunner, den Schützen des Teams. (Foto: Splendid)

Lauren wird einem Team zugeteilt. Es soll Dutzende Überlebende aus einer Schule bergen. Ein anderes Rettungsteam hat das nicht geschafft. Und so macht sich Lauren nach einer kurzen Einweisung von Greer mit Gunner (Mekhi Phifer; "Emergency Room", "8 Mile"), Denise (Missi Pyle; "The Artist") und Wheeler (Alfie Allen; "John Wick", "Abbitte") in einem Schulbus auf den Weg. Allesamt in Seuchen-Schutzkleidung.

Dass die bitternötig ist, merkt Lauren schnell: Infizierte greifen an, schießen auf den Bus, auf die Insassen. Sie stellen sogar Fallen: Nicht-Infizierte werden als Geiseln und Lockmittel benutzt. Denn das, was Infizierte und Nicht-Infizierte verbindet, ist der in den Eingeweiden nagende Hunger. Und so ist jede Rettungsmission auch eine Suche nach Nahrungsmitteln. Denn die sind knapp - und selbst in der Militärbasis bekommt nur derjenige Verpflegung, der auch eine Arbeit verrichten kann, derjenige, der von Nutzen ist.

Plan B

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Überleben. Etwas anderes zählt nicht mehr. (Foto: Splendid)

Lauren merkt schnell, dass jedes Mitglied des Teams ein Geheimnis zu haben scheint. Bei Gunner ist es offensichtlich: Im vorherigen, verschollenen Rettungsteam war seine Frau mit dabei. Er will wissen, was mit ihr passiert ist.

Lauren wiederum sucht ihre Tochter. Denn Doktor Lauren ist nicht die, für die sie sich ausgibt. Sie ist nur zufällig an den Ärzte-Ausweis gekommen und hat dessen Vorzüge schnell zu schätzen gelernt. Ihre Tochter lebt noch, so viel ist sicher, ein kurzes Telefonat mit ihr beweist das. Als das Team an der Schule ankommt, kippt die Stimmung. Der Kampf auf Leben und Tod geht in die nächste Runde - und der Gegner nimmt keine Gefangenen.

Eine Seuche mit Potenzial

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"Pandemic" ist bei Splendid erschienen. (Foto: Splendid)

Das ist die Story von "Pandemic". Sie klingt gut, ist aber nicht neu. Auch der Schauplatz Los Angeles holt keinen Zuschauer mehr hinter dem Ofen hervor. "Fear the Walking Dead" lässt grüßen. Einige Logikfehler fallen dem Zuschauer auch auf, aber nicht groß ins Gewicht.

Trotz all dieser störenden Kleinigkeiten kann der Film von Regisseur John Suits ("No Exit", "Static") überzeugen. Ein Grund: Er kommt schnell zur Sache und auf den Punkt. Das Tempo bleibt den ganzen Film über hoch. Noch wichtiger aber: "Pandemic" kommt im Ego-Shooter-Modus daher.

In der Regel blickt der Zuschauer durch die Augen der Teammitglieder, vor allem durch Laurens, auf die virusverseuchte Welt und deren vor Wut rasende Zombie-Bewohner. Das zieht in die Story rein und kann sich auch technisch sehen lassen. Low Budget sieht da schon anders aus ("Bunker oft he Dead").

Bleibt die Frage, ob man die Darstellerriege noch hochklassiger hätte besetzen können. Hätte man durchaus. Aber abgesehen von Lauren sind die anderen Team-Figuren nur Randnotizen. Das Augenmerk des Regisseurs lag vielmehr auf den Infizierten. Und die können sich nun wirklich sehen lassen. Die Kunstblutmenge stimmt auch.

Am Ende fragt sich der Zuschauer, ob "Pandemic" das Zeug zu einer Saga hat. Sowohl Pre- als auch Sequel und Auskopplungen erscheinen möglich: Wie ist Lauren an den Arztausweis gekommen? Wie konnte sich die Seuche so schnell verbreiten? Was ist mit New York passiert? Und und und. Gerade als der Zuschauer diese ganzen Möglichkeiten beginnt durchzudenken, fällt wieder ein Schuss. Lauren ist getroffen - aber ihre Tochter lebt. Infiziert.

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Quelle: ntv.de

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