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"The King's Ring": Letten-Epos"Game of Thrones" trifft "Braveheart"

25.09.2018, 19:23 Uhr
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"The King's Ring: Die letzte Schlacht" ist ein lettisches Historien-Epos in Hochglanzoptik. (Foto: Ascot Elite)

"Game of Thrones"? Ein Zuschauermagnet. Die "Herr der Ringe"-Trilogie und "Braveheart"? Kino-Kassenknüller. Wenn man deren Erfolgsgeheimnisse in eine Story an der baltischen Ostsee verlegt, muss ein Fantasy-Epos herauskommen, oder?

"Einen Ring, sie zu knechten, sie alle zu finden, ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden." Wer diesen Auszug nicht kennt, hat filmhistorisch so einiges verpennt: "Die Herr der Ringe"-Trilogie zu allererst, dann vielleicht noch die "Hobbit"-Reihe. Ohne die Verfilmung von J.R.R. Tolkiens Meisterwerk hätte es die derzeit wohl erfolgreichste TV-Serie weltweit "Game of Thrones" wahrscheinlich gar nicht gegeben. Und auch die gehört zu den "Must haves" der Filmgeschichte - so wie auch für viele Schottland-, Sophie-Marceau- oder Mel-Gibson-Fans "Braveheart". Aus all diesen Historien-Epen, mögen sie erfunden oder real gewesen sein, bedient sich "The King's Ring: Die letzte Schlacht". Muss man auch diesen Film gesehen haben?

Um diese Frage zu beantworten, muss erst einmal geklärt werden, welches Erfolgsgeheimnis "Game of Thrones", "Braveheart" und "Herr der Ringe" miteinander verbindet: Zum einen ist es die Vergangenheit, das Unbekannte, in der alle drei Plots angesiedelt sind. Zum anderen natürlich auch das Spiel mit Mord, Verrat, Liebe, Intrigen, Schlachten, Heroen - und der nie enden wollende und spannungsgeladene Kampf Gut gegen Böse, David gegen Goliath sowie das Ringen um Freiheit. Ein Happy End ist dabei kein Muss, was zählt, ist der Weg.

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"The King's Ring: Die letzte Schlacht" (Ascot Elite) erscheint am 14. September. (Foto: Ascot Elite)

Und der kann sich auch bei "The King's Ring" sehen lassen. Das lettische Werk des Regisseurs Aigars Grauba spielt im 13. Jahrhundert an der baltischen Ostsee. Dort gibt es eine auf der Macht heidnischer Stämme beruhende Handelsnation namens Semigallia. Deren Erfolg stößt dem Papst in Rom sauer auf und so beauftragt er seinen unehelichen Sohn Maximilian (James Bloor), Semigallien zu erobern. Gebraucht wird dazu "The King's Ring" - ein Ring, der die dort lebenden, zerstrittenen Stämme eint.

Intrigen, Fehden, Ränkespiele

Maximilian ist skrupellos, selbst seine eigenen Brüder müssen dran glauben, wenn er seine Ziele in Gefahr sieht. Er lässt Semigalliens König samt minderjährigem Sohn vergiften und hofft, so direkt an den königlichen Ring zu gelangen. Doch der König gibt ihn auf dem Sterbebett liegend Namejs (Edvin Endre), dem Sohn seiner toten Schwester. Namejs hat mit dem Ring und mit dem, was damit verbunden ist, eigentlich nichts am Hut. Er war gerade dabei, mit seinem Kumpel Arko und seiner Freundin Lauga auf einem Boot auf große Abenteuerreise zu gehen und gen Süden zu schippern.

Daraus wird allerdings nichts, denn als Maximilian Wind davon bekommt, dass Namejs den Ring besitzt, ist dessen Tod das Einzige, was jetzt zählt. Und um Namejs zu töten, gibt es für Maximilian ungefähr genau so viel Wege, wie bekanntlich nach Rom selbst führen: Er versucht es mit einer Intrige, mit einer List, er zettelt einen Verrat an, bringt Namejs Vertraute und Freunde gegen ihn auf. Aber am Ende läuft es auf einen Kampf Mann gegen Mann hinaus. Mit Happy End? Egal.

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Drama, Action, Liebe, Verrat, Intrigen, Machtkämpfe: "The King's Ring: Die letzte Schlacht" hat einiges zu bieten. (Foto: Ascot Alite)

Denn als Zuschauer ist man von "The King's Ring" schnell gefesselt. Die Sympathien hat Namejs sofort in der Tasche: Mit der großen Liebe auf Abenteuerreise gehen, die Welt entdecken? Wer will das nicht. Doch dann ruft der Ernst des Lebens. Auch das dürften viele Zuschauer kennen. Maximilian wiederum ist Namejs geborener Widerpart: Skrupellos tötet er Frauen und Kinder, sein Ehrgeiz artet in Wahnsinn aus, vor dem selbst sein Vater, der Papst, nicht sicher ist. Und das alles nur wegen eines Rings?

"FREEEIIIIHEEEiiiitttt ..."

Der Ring ist natürlich nur ein Symbol. Er steht für die Freiheit, das höchste Gut, damals wie heute. Als dann die wenigen Überlebenden Semigalliens (im Film klingt es wie "St. Gallen") auf die Übermacht von Maximilians Streitmacht aus blutrünstigen, eiskalten Söldnern treffen, ist es aber genau dieser Ring, der die Stämme eint: Lieber in Freiheit auf zwei Beinen stehend sterben, als auf Knien als Sklave zu leben. William Wallace lässt grüßen!

Der Plot selbst ist zwar schnell erzählt, birgt aber einige Wendungen in sich, die für Abwechslung, Spannung, sogar für Humor sorgen. Langeweile kommt während der knackigen 110 Minuten Länge daher nicht auf. Vielmehr kann man sich als Zuschauer fragen, wieso "The King's Ring" nicht ein etwas epischeres Ausmaß bekommen hat. 180 Minuten hätte der Stoff auf alle Fälle getragen. Vielleicht wäre sogar eine Miniserie drin gewesen.

Dass der Film aus Lettland stammt und an der Ostsee spielt, mag da vielleicht hinderlich gewesen sein. Aber eigentlich ist genau das sein Erfolgsgeheimnis: Wer weiß denn hierzulande schon genau, was im 13. Jahrhundert "da oben" so los gewesen ist? Vielleicht gab es Namejs wirklich? Vielleicht ist er ein lettischer Volksheld, so wie "Braveheart", der der Held jedes wahren Schotten ist? Diese im Film unbeantworteten Fragen lassen "The King's Ring" auch nach dem Abspann in den Köpfen der Zuschauer bleiben. Genau wie einst dieser eine Ring ...

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