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"Don't move" - oder du stirbstFlotter Dreier mit Schwarzer Mamba

28.08.2018, 19:29 Uhr
imageVon Thomas Badtke
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Wo ist die Mamba? (Foto: Tiberius)

Ein Paar, ein Zelt, eine Waldlichtung: Was als beziehungsrettende Maßnahme geplant ist, entpuppt sich als Trip durch die Hölle, als Kampf ums nackte Überleben. Eine Schlange sorgt für den tödlichen Kick.

Zu den menschlichen Urängsten gehören die Furcht vor Feuer oder auch vor Dunkelheit. Viele Menschen haben auch panische Angst vor Spinnen. Das mag an ihrem Äußeren liegen: mal dick, schwarz und behaart, mal dünn, braun und drahtig. An ihrer Anpassungsfähigkeit, nahezu überall überleben zu können.

Sie sind geheimnisvoll, manche giftig, einige tödlich. Man hört sie nicht kommen. Sie sind plötzlich da - und: Zack! Ein einziger Biss entscheidet über Leben und Tod.

Was für Spinnen gilt, trifft auch auf Schlangen zu. Auch hier schieben viele Menschen den puren Horror, wenn sie nur an sie denken. Auch Schlangen bewegen sich lautlos, haben etwas Geheimnisvolles und eine Begegnung mit einigen ihrer Art kann für den Menschen tödlich sein.

Auf Paartherapie in der Natur

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Adam ist ein Naturbursche vor dem Herrn. (Foto: Tiberius)

Für Gwyn (Sarah Dumont; "Scouts vs. Zombies") besteht die größte Angst derzeit darin, ihren Mann Adam (Tom Ainsley; "The Royals", "Versailles") zu verlieren. Sie hat ihn betrogen, bekommt das Kind eines anderen. Aber es war nur eine Affäre. Ein schrecklicher Fehler. Das schlechte Gewissen treibt sie dazu, sich mit Adam auf eine seiner Entdeckungsreisen zu begeben. Adam ist Forscher und träumt davon, ein Insekt, einen Käfer, irgendwas zu entdecken, dem er dann einen eigenen Namen geben kann.

Gemeinsam machen sie sich auf den Weg in ein Waldgebiet, weit ab vom Schuss. Sie lassen das Auto zurück, dringen zu Fuß und nur mit leichtem Gepäck immer weiter in das Grün vor. Gwyn ist zunächst Feuer und Flamme. Die Reise etwas Romantisches an sich - erst recht, als sie Station an einem verborgen gelegenen kleinen See machen. Gwyn kommt sich vor wie in einem Abenteuerurlaub. Ihre Angst vor Spinnen, Schlangen und stechenden Insekten scheint vergessen, als sie in dem See badet.

Das Nachtlager schlagen sie etwas weiter vom See entfernt auf. Ein Zelt, ein Lagerfeuer. Die Grillen zirpen, der Wind säuselt leicht durch die Blätter der Bäume, die Sterne leuchten hell hoch oben am Firmament. Was will man mehr? Die beiden landen im Zelt.

Ein flotter Dreier

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Kuckuck, ich bin's, die Mamba. Ich will aber nicht nur spielen ... (Foto: Tiberius)

Doch mitten in der Nacht schreckt Adam auf. Die Schreie eines Metzgervogels ertönen laut vor dem Zelt. Sie fahren Adam durch Mark und Bein. Erst am Nachmittag hatte er Gwyn erklärt, dass der Metzgervogel als Alarmgeber vor Schlangen fungiert. Ertönen seine Rufe, ist eine Schlange nicht weit und es heißt Achtung. Doch da ist es schon zu spät.

Adam nimmt einen sich lautlos durch das kleine Zelt schlängelnden Leib wahr. Und auch Gwyn, ebenfalls munter mittlerweile, sieht es auch: eine Schlange. Aber es ist nicht irgendeine, es ist eine Schwarze Mamba. Ihr Biss kann einen Menschen binnen 20 Minuten töten. Trifft sie genau das Herz, bleiben in der Regel sogar nur fünf Minuten. Mit diesen drastischen Aussagen macht Adam Gwyn die Lage, in der sie sich nun beide befinden, deutlich. Jetzt heißt es nur: "Don't move!" "Halt still!" Oder du bist tot. Und das ist gar nicht so einfach, wenn das Smartphone vibriert, Adam von der Schwangerschaft seiner Frau erfährt und davon, dass er nicht der Vater ist. Opfert er sich dennoch, um Gwyn und das Ungeborene zu retten? Lässt er Gwyn sterben, um sich selbst zu retten? Sterben gar alle?

Dann doch lieber Thüringer Wald

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"Don't move" erscheint am 6. September bei Tiberius. (Foto: Tiberius)

Zwei Menschen in einem kleinen Zelt, eingesperrt mit einer der tödlichsten Schlangen der Welt: Wem sich da nicht die Nackenhaare sträuben, wurde wohl angstfrei geboren. Regisseurin Amanda Evans ("Neighbor 13") spielt in ihrem Film "Don't move" gekonnt auf der Ängste-Klaviatur der Zuschauer. Warum eine Schlange für den Thriller herhalten muss und sie nicht auf ein, zwei haarige Spinnen zurückgegriffen hat, die sich vielleicht auch noch springend fortbewegen, bleibt ihr Geheimnis.

Vielleicht hat Evans eben mehr Angst vor Schlangen, vielleicht gab es in ihrer jüngeren Vergangenheit auch eine Begegnung mit einer Schwarzen Mamba, die sie im Film nun verarbeitet. Vielleicht leidet sie aber auch an Klaustrophobie und mag keine engen Zelte mit nur einem Ein- und Ausgang?

So oder so ist "Don't move" ein Streifen, der durchaus gefällt. Das liegt natürlich an der Umgebung, in der er spielt. Ein nahezu unberührter Wald; das Grün der Bäume und der Vegetation könnte kaum knalliger und leuchtender sein. Dazu die herrliche Geräuschkulisse. Wenn es da nicht Spinnen und Schlangen gäbe, würde man sofort den nächsten Flug buchen, sich vor Ort ein Zelt und etwas Proviant kaufen und dann ab in die herrliche Natur. Sich selbst finden vielleicht.

Aber da gibt es eben diese Spinnen und Schlangen. Und so bleibt nach "Don't move", das Ende wird hier nicht verraten, ein mulmiges Gefühl in der Magengegend. Dann doch lieber Neuseeland als Australien! Der Thüringer Wald soll auch wunderschön sein.

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