Hohe DiplomatieFischer in den USA
Bundesaußenminister Fischer sieht einen Neuanfang im transatlantischen Dialog als Hauptziel seiner USA-Reise. Dabei gehe es auch um "gemeinsame Herausforderungen" in Sicherheitsfragen.
Einen Neuanfang im transatlantischen Dialog hat Außenminister Joschka Fischer in den Mittelpunkt seiner USA-Reise gerückt. Zum Abschluss seiner politischen Gespräche in New York sagte er am Dienstag, es gehe um "gemeinsame Herausforderungen" in zentralen Sicherheitsfragen und nach dem Ende des Irak-Kriegs.
Fischer lehnte erneut die Entsendung deutscher Truppen nach Irak ab. Deutschland sei in dem Land mit Truppen bewusst nicht vertreten, sagte er. Die Gründe dafür hätten sich auch nicht verändert. Einer der Gründe sei die Bindung deutscher Kräfte an anderen Krisenherden wie Afghanistan. Der Grünen-Politiker verwies dazu auch auf die Festlegungen von Bundeskanzler Gerhard Schröder vergangene Woche.
Anschließend flog Fischer nach Washington weiter, wo er noch am Dienstag mit mehreren Senatoren Gespräche über den Irak und Afghanistan führen wollte. Auch ein Treffen mit der früheren US-Außenministerin Madeleine Albright war vorgesehen.
Am Mittwoch kommt Fischer mit Außenminister Colin Powell und der Sicherheitsberaterin von Präsident George W. Bush, Condoleezza Rice, zusammen. Schwerpunkt der Gespräche dürften die Probleme der USA und ihrer Verbündeten sein, die Lage im Irak in den Griff zu bekommen.
Das Verhältnis zu den USA nannte Fischer "gut und eng". Es bringe nichts, auf alte Meinungsverschiedenheiten wie über die Gründe des Irak-Kriegs zurückzublicken. Die "gemeinsamen Herausforderungen" lägen in der Bewältigung regionaler Krisen wie im Nahen und Mittleren Osten. Die transatlantischen Beziehungen seien dazu ebenso entscheidend wie das Verhältnis zwischen USA und Vereinten Nationen. Dazu gehöre auch eine Debatte über eine gemeinsame Strategie.
Fischer wird am Freitag in Berlin zurückerwartet. Es ist der erste Besuch des deutschen Außenministers in Washington seit dem Irak-Krieg.