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"Columbia"-KatastropheErste Leiche identifiziert

05.02.2003, 09:47 Uhr

Vier Tage nach dem Absturz der US-Raumfähre "Columbia" hat die Weltraumbehörde NASA Überreste des israelischen Astronauten Ilan Ramon identifiziert.

Vier Tage nach dem Absturz der Raumfähre "Columbia" hat die NASA die erste Leiche eines der sieben Astronauten identifiziert. Die Überreste seien eindeutig dem israelischen Astronauten Ilan Ramon zugeordnet worden, sagte der oberste israelische Militärrabbiner, Israel Weiss.

Die Familie habe mit großer Erleichterung reagiert, weil nach den religiösen Vorschriften eine nur symbolische Beisetzung eines Juden nicht möglich sei. Dazu müsse wenigstens ein Körperteil gefunden werden.

Unterdessen hat die NASA weitere wichtige Trümmerteile aufgespürt und hofft, die Unglücksursache rasch ermitteln zu können. "Es handelt sich um Teile vom Flügel, die für die Ermittlungen sehr wichtig sind", sagte NASA-Sprecher Michael Kostelnik. Zudem seien Rumpf- und Fahrwerksreste und Computerbauteile entdeckt worden. Am linken Fahrwerk hatten Sensoren unmittelbar vor dem Zerbersten der "Columbia" am Samstag einen raschen Anstieg der Temperaturen registriert.

Die NASA hat das Suchgebiet, das nach Trümmern der Raumfähre durchforstet wird, deutlich ausgedehnt. Jetzt werde auch in den Staaten Kalifornien, New Mexico und Arizona gesucht. Die Raumfahrtbehörde hofft, in den vor der Katastrophe überflogenen Staaten abgerissene Hitzeschutzkacheln zu finden. In dem gut 16 Kilometer breiten und fast 170 Kilometer langen "Trümmergürtel" zwischen Texas und Louisiana haben die Suchmannschaften bislang mehrere tausend Wrackteile gefunden. Am Dienstag war ein großes Stück des Triebwerks der "Columbia" entdeckt worden. Einen Tag zuvor war in der Nähe die Nase der Fähre gefunden worden.

Die 22 Jahre alte Raumfähre war am Samstag beim Landeanflug über Texas auseinandergebrochen. Es war das schwerste Unglück der US-Raumfahrt seit der Explosion des Schwesterschiffs "Challenger" 1986.

Die NASA geht bei den Ermittlungen zur Unglücksursache zunächst von einem Schaden an der linken Tragfläche der "Columbia" aus. Raumfahrtexperten zufolge war beim Start der Raumfähre am 16. Januar ein Teil der Schaumstoff-Isolierung der Trägerrakete gegen die linke Tragfläche geprallt. Dadurch könnte der Hitzeschild beschädigt worden sein, der die Raumfähre beim Wiedereintritt in die Atmosphäre vor dem Verglühen schützen soll. Sollten tatsächlich Teile der Tragflächen gefunden worden sein, wäre dies von großer Bedeutung für die Ermittlung der Absturzursache, teilte die NASA mit.

Absturz der Raumfähre Columbia