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Ärgere nie alte Frauen!"Don't knock twice" - or you will die

28.03.2017, 19:11 Uhr
imageVon Thomas Badtke

Als ein kleiner Junge spurlos verschwindet, ändert sich Marys Leben abrupt. Die alte schrullige Frau wird verdächtigt, das Kind umgebracht zu haben. Andere Kinder terrorisieren sie, bis sie sich die Kehle aufschlitzt. Aber das ist erst der Anfang.

Chloe (Lucy Boynton; "February", "Rebel in the Rye") wächst in einem Kinderheim auf. Ihre Mutter Jess (Katee Sackhoff; Captain Kara aus "Battlestar Galactica") ist drogenabhängig und ein Kind das Letzte, was sie braucht. Danny (Jordan Bolger) und Michael sind Chloes beste und einzige Freunde. Doch dann verschwindet Michael spurlos. Chloe verdächtigt eine Frau, Mary. Sie lebt nicht weit vom Kinderheim entfernt in einem gruseligen Haus. Mary hat rote Haare, schmutzig und zerzaust. Und sie ist alt. In den Augen eines Kindes ist sie damit die perfekte Hexe. Und fressen Hexen nicht kleine Kinder?

Chloe und Danny beginnen, Mary zu terrorisieren. Sie verdächtigen sie offen, klopfen immer wieder an ihre Tür. Hätte das Haus eine Klingel, die beiden Kinder würden so lange Klingelalarm mit Mary spielen, bis die alte Frau alles zugibt. Aber Mary denkt nicht dran. Mit dem ständigen Geklopfe kommt sie auf ihre alten Tage aber auch nicht klar. Sie schlitzt sich selbst die Kehle auf. Der vermisste Michael wird nie gefunden.

Im Schoß der Familie

Die Zeit vergeht. Chloe wird älter und ihre Mutter, mittlerweile eine erfolgreiche Künstlerin, absolut clean und mit einem Banker zusammen, möchte ihre Tochter wieder bei sich haben. Doch die lehnt strikt ab. Erst als Chloes Freund Danny spurlos verschwindet, überdenkt Chloe das Angebot ihrer Mutter. Sie hat auch allen Grund dazu.

Chloe und Danny waren mal wieder an Marys Haus. Es ist verfallen und das einzige in der Straße, das noch nicht abgerissen worden ist. Man erzählt sich, dass, wenn man zweimal an die alte Holztür klopft, Mary erwacht und einen dann holen kommt: "Einmal klopfen, Schlaf besiegen. Zweimal klopfen, Gruft entstiegen." Danny lacht noch, als er den Spruch aufsagt und dann zweimal an Marys Tür klopft. Nichts passiert. Chloe folgt Dannys Beispiel.

Eine Nacht später ist Danny verschwunden. Chloe weiß wieso, aber wer soll ihr das glauben? Bei ihrer Mutter erhofft sie sich Schutz. Jess aber erfährt kurz darauf die wahre Geschichte über Mary und ihren Selbstmord und dass Chloe daran offenbar nicht ganz unschuldig gewesen ist, als Detective Bardman (Nick Moran) bei ihnen auftaucht und sich wegen Dannys Verschwinden erkundet.

Mit dieser Macht legt man sich nicht an

Jess glaubt nicht, dass Chloe etwas mit Marys Tod zu tun hat. Sie glaubt aber genausowenig an Geister oder Heimsuchungen. Aber sie will endlich für ihre Tochter da sein. Und so beginnen die beiden nachzuforschen: Wer steckt wirklich hinter Michaels Verschwinden? Gibt es einen Zusammenhang zu Dannys Fall? Welche Rolle spielt dabei der Tod der alten rothaarigen Frau?

Jess und Chloe verdächtigen Detective Bardman, da er auch Michaels Fall einst bearbeitet hat und ihn nicht lösen konnte. Für ihn wäre es ein Leichtes gewesen, Mary bei den Verhören so lange zu bedrängen, bis die alte Frau keinen Ausweg mehr gesehen hätte als den, sich umzubringen. Ein ständiges Klopfen an der Haustür kann unmöglich der Grund dafür gewesen sein. Aber Bardman bleibt nicht der einzige Verdächtige und die Zeit läuft Mutter und Tochter davon, denn das Böse wird stärker und kommt ihnen immer näher.

Gruselthriller mit Twist-Spektakel

Um das Böse dreht sich alles in "Don't knock twice" von Regisseur Caradog James. Kinderaugen sehen das Böse anders als Erwachsene. So wundert es nicht, dass Chloe die alte Mary verdächtigt. Diese geheimnisvolle Frau, die nie ihr Haus zu verlassen scheint und die man nur ab und an am Fenster stehen sieht. Für die Fantasie eines kleines Kindes ist sie die perfekte Schuldige. Und wir alle wissen, wie gemein Kinder sein können.

"Don't knock twice" beginnt daher als klassischer Gruselfilm. Als Zuschauer denkt man schnell, man hat den Bogen raus und weiß, wo der Hase läuft. Aber das ändert sich im Filmverlauf - und zwar gleich mehrfach. Mehrere überraschende Twists machen aus dem klassischen Gruselfilm "Don't knock twice" am Ende einen waschechten Thriller, dessen Spannung für den Zuschauer fast greifbar ist.

Das liegt zum einen am Plot, der eben keinen 0815-Grusel beinhaltet. Das liegt aber auch an den überdurchschnittlichen Schauspielerleistungen. Vor allem Lucy Boynton als Chloe bleibt im Gedächtnis; ebenso aber auch die dann doch sehr klassischen Gruseleffekte: Viel Dunkelheit und düstere Ecken, gepaart mit kleinen, aber wohl gesetzten Schockelementen, laden geradezu dazu ein, den Film bei Nacht und Gewitter allein hinter verschlossenen Türen zu schauen.

Und wie bei "Boogeyman" oder "Der Fluch der Hexe" besteht der eigentliche Reiz von "Don't knock twice" darin, dass man ja eigentlich nur zweimal an die Tür eines gruseligen Hauses klopfen muss, damit der Horror sich Bahn bricht. Und mal ehrlich, als Kind gab es doch auch in Ihrer näheren Umgebung eine ältere, verschrobene, seltsam-geheimnisvolle Frau - und die Mutprobe, an ihre Haustür zu klopfen und danach nicht gleich wegzurennen. Draufgänger klopften dann in der Nacht, wenn die Kirchturmuhr gerade 12 schlägt. Erinnern Sie sich? Wenn nicht, ist "Don't knock twice" das perfekte Auffrischungsmittel, um eine kleine Reise in die Kindheit anzutreten - Grusel und Gänsehaut inklusive. Wunderbar!

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