"Attack of the Undead" geht weiterDiese "Infizierten" sind rasend vor Wut

Die Apokalypse ist da. Sie kommt aus dem Nichts. Vier Überlebende finden sich, um gegen immer wieder attackierende "Infizierte" zu kämpfen - und nach dem Grund für die Katastrophe zu suchen. Ein weiterer Überlebender bringt Licht ins Dunkel.
Zwei Männer, zwei Frauen: Die ideale Voraussetzung für eine post-apokalyptische Zeit. Regisseur Eita Reuven hat sich bei seinem Katastrophen-Horror "Attack of the Undead - Lost Town" etwas dabei gedacht, seine vier Hauptdarsteller so zusammenzusetzen. Ein weiterer Kniff: Es gibt einen mordlustigen Colonel und eine pazifistische Ärztin. Dazu eine Verschwörungstheoretiker mit Erfindergeist sowie eine junge zickige Frau.
Und damit ist man auch schon voll im Szenario von "Lost Town" drin, der so anders daherkommt als sein Vorgänger "Attack of the Undead" - und doch verbindende Gemeinsamkeiten aufweist. Da wäre der gleiche B-Movie-Charakter, die gleichen Infizierten, der gleiche Grund für die Apokalypse. Und: Es ist wieder eine Gruppe, die ums nackte Überleben kämpft.
Verwirrende Titelfindung
Nur dass in "Attack of the Undead", dem Erstling, der im Original "State of Emergency" heißt und als DVD-Titel unter "The Walking Death" erschienen sollte, irgendwie runder daherkommt. Regisseur Turner Clay hat zudem ein Händchen für Schauspieler: Hauptdarsteller Jay Hayden ("Monolith") ist sympathisch, seine schauspielerische Leistung überzeugend, man fiebert als Zuschauer mit ihm mit.
Er wird vom Ausbruch einer Seuche überrascht, verliert seine Freundin, muss sich allein in einem leer stehenden Lager gegen das durchschlagen, was die Welt in den Abgrund zu reißen droht: Eine Art von Mutanten, Kannibalen, Untoten. Die kommen plötzlich, schnell, weisen noch Anzeichen von menschlicher Intelligenz auf, können rennen, aber sind meist allein oder nur in kleinen Gruppen unterwegs.
Es braucht nicht viel
So greifen die Infizierten, die sich wirklich sehen lassen können, auch in "Lost Town" an, der im Original "Another World" heißt. Dessen Handlung scheint parallel zu "Attack of the Undead" zu spielen. Nicht vorher, und auch nicht nachher. Nur irgendwo anders.
Zunächst schlagen sich der Colonel (Carl McCrystal) und "Wizard" (Zack Cohen) in einer unwirtlich gewordenen nahen Zukunft allein durch. Dann retten sie die beiden Frauen (Susanne Gschwendtner als "Doc" und Davina Kevelson als "Tochter") - und fortan hat der Überlebenskampf einen Sinn mehr: Klar, knistert es irgendwann und aus den vier Solisten kristallisieren sich zwei Pärchen heraus.
Der Rest des Films bleibt lange im Dunkeln. Der Zuschauer weiß nicht, wie es zu der Beinahe-Auslöschung der Menschheit gekommen ist. Eine Erzählerstimme, die immer wieder aus der Bibel zitiert, ist dabei nicht sehr hilfreich. Ein auftauchender Fremder, der den Colonel zu kennen scheint, schon eher. Aber so richtig lässt Eita Reuven erst am Ende die Katze aus dem Sack.
Nicht totzukriegen
Und die Lösung des Ganzen liegt so nah an der amoklaufenden Gegenwart, dass ein ungutes Gefühl beim Zuschauer zurückbliebt: Es reicht eine Person aus, die Menschheit an den Abgrund zu bringen. Irgendwie erschreckend. Aber vielmehr als der Twist zum Filmende und die sehenswerten Infizierten, hat der israelische Film nicht zu bieten.
Und dennoch dürfte sicher sein, dass es wohl einen weiteren "Attack of the Undead"-Film geben wird. Dafür ist der Titel der Reihe einfach zu genial. Zudem kann der Verleiher Tiberius, eine feste Größe im Horrorgenre, darunter auch weitere kleine Filme aus dem Ausland zusammenfassen. "State of Emergency"? "Another World"? Dann doch lieber "Attack of the Undead" und "Attack of the Undead - Lost Town". Fans solcher Katastrophen-Horror-Zombie-Ableger gibt es genug. Sie sind einfach nicht tot zu kriegen.