Heiße Action im Kalten KriegDie Sowjets und ihr geheimes "Project 12"

Im Kalten Krieg suchen die USA und die Sowjetunion gleichermaßen nach der ultimativen Waffe. Die Sowjets forschen dazu in den 1960er-Jahren tief unter der Erde in einer streng geheimen Bunkeranlage. Doch etwas geht schief.
1960 startet die Sowjetunion ein geheimes Forschungsprojekt. 1964 beschließt Moskau die Ausrichtung von "Project 12" auf militärische Zwecke. 1973, nach mehreren Fehlschlägen, wird es abgebrochen. Die Tötung aller Wissenschaftler wird angeordnet. Dennoch schaffen es drei, zu fliehen. Seitdem fehlt von ihnen jede Spur. Bis jetzt.
Denn plötzlich erregt "Project 12" die Aufmerksamkeit des US-Unternehmens Henderson (Eric Roberts; "The Dark Knight", "The Expendables"). Er lässt nach den wie vom Erdboden verschwundenen Wissenschaftlern suchen, denn sie allein wissen, wo sich die riesige unterirdische Bunkeranlage befindet, in denen einst an "Project 12" geforscht wurde - und wo der Eingang liegt. Eine kleine Söldnergruppe, bezahlt von Henderson und nur mit knappen Informationen versorgt, macht sich weltweit auf die Suche nach den drei Überlebenden.
Sie finden sie. Einer wird mit dem Leben seiner Tochter erpresst, Hendersons Trupp zu helfen, den Bunker zu finden. Er besitzt den Schlüssel, Henderson mittlerweile die Koordinaten. Im Flugzeug geht es in Richtung der Anlage. Irgendwo im mittlerweile russischen Nirgendwo befindet sich der Eingang zu dem riesigen unterirdisch gelegenen Komplex.
Ein Projekt mit Nebenwirkungen
Die dunklen kilometerlang erscheinenden Gänge flößen dem Trupp Respekt ein. Angst dagegen kennen die Söldner nicht. Das ändert sich allerdings, als sie es plötzlich nicht nur mit einem Verräter in ihren Reihen zu tun bekommen, sondern der Bunker zum Leben erwacht.
Wie aus dem Nichts hallen erst unmenschlich klingende Geräusche durch die Gänge, denen dann mit übermenschlichen Kräften ausgestattete sowjetische Soldaten folgen. Die Söldner feuern ganze Magazine auf sie ab - ohne Wirkung. Als dann auch noch Hendersons Stimme über die Funkanlage des Bunkers ertönt und er den Soldaten befiehlt, alle imperialistischen Eindringlinge zu töten, weiß der Trupp, dass die Kacke mächtig am Dampfen ist. Dass hier nicht nur ihr Leben auf dem Spiel steht, sondern das Überleben der gesamten Menschheit.
"Project 12" wurde nicht wegen Erfolglosigkeit einst von den Sowjets eingestampft, sondern weil es erfolgreich war, zu erfolgreich: Eine Armee von Killersoldaten wurde erschaffen und Henderson hat sie nun zum Leben erweckt. Er ist bereit, sie auf die Menschheit loszulassen.
Der perfekte Soldat
Klingt nach trashigem B-Movie? Mag sein. Aber was der Zuschauer mit "Project 12: The Bunker" zu sehen bekommt, ist ein wilder Genremix, bestehend aus Spionage-Thriller, Indiana-Jones-Abenteuerklamotte und wildem Actionreißer samt Frankenstein-Attitüde. Beginnt der Streifen des Regisseurs Jaime Falero ("El Clan") noch recht gemächlich und auch mit einigen offenen Fragen für den Zuschauer, ändert sich das nach rund einer Dreiviertelstunde - mit dem Betreten der Bunkeranlage.
Hier spielt der Film mit den menschlichen Ängsten: Eine riesige, verzweigte, unterirdisch gelegene düstere Anlage, jahrzehntelang verschlossen, in der die Sowjets an einem Geheimprojekt gearbeitet haben und bei dem am Ende alle Wissenschaftler gewaltsam ins Jenseits befördert wurden. Das schreit nach Gänsehaut, wohligem Gruselfaktor und birgt jede Menge Stoff für Verschwörungstheorien.
Dabei bleibt lange offen, was das "Project 12" wirklich gewesen ist, woran eigentlich geforscht wurde. Das hält die im Filmverlauf immer spürbar werdende Spannung zusätzlich hoch. Dass es am Ende Supersoldaten sind, naja. Mal ehrlich, als Zuschauer hat man sich das dann doch irgendwie schon zusammengereimt. Auch weil Henderson der forschende Kopf eines riesigen US-Rüstungskonzerns gewesen ist.
Actionreißer mit hohem Spaßfaktor
Als dann der Kugelhagel und das Katz-und-Maus-Spiel im in rotem Licht gehaltenen Bunkerlabyrinth einsetzen, lehnt man sich als Zuschauer genüsslich im Sessel zurück, macht es sich bequem und lässt das Ganze auf sich wirken. Wenn es laut wird und die Kugeln zischen, bemerkt man am ehesten, dass das Budget das Films nicht an das einer Blockbuster-Produktion heranreicht.
Das macht aber nichts. Neben CGI-Action gibt es auch handgemachte, die Fäuste fliegen sehr sehenswert. Old school eben. Auch das hat etwas. Die Schauspielerleistungen sind dabei nicht herausragend, wirken etwas hölzern (auch bei Roberts), reichen aber völlig aus, um aus "Project 12" einen Actionspaßhit zu zaubern. Genau das gelingt hervorragend.
Das Ende sorgt dann noch einmal für zusätzliches Wohlbefinden: Es gibt Überlebende. Nur sind sie wie einst 1973 nicht menschlich. Stoff für ein weiteres "Project"?