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Von der Fast-Pleite zum VerkaufDie Geschichte der LBB

15.06.2007, 12:33 Uhr

Sechs Jahre nach der Rettung der früheren Bankgesellschaft Berlin durch das Land wird das Institut vom Sparkassenverband DSGV für gut 5,3 Milliarden Euro übernommen. Vor sechs Jahren stand die heute unter dem Namen "Landesbank Berlin" firmierende Bankgesellschaft noch kurz vor der Pleite und sorgte für ein politisches Beben in Berlin.

Sechs Jahre nach der Rettung der früheren Bankgesellschaft Berlin durch das Land wird das Institut vom Sparkassenverband DSGV für gut 5,3 Milliarden Euro übernommen. Es ist die größte Transaktion im heimischen Finanzsektor seit dem Kauf der Dresdner Bank durch die Allianz im Jahr 2001. Vor sechs Jahren stand die heute unter dem Namen "Landesbank Berlin" (LBB) firmierende Bankgesellschaft noch kurz vor der Pleite und sorgte für ein politisches Beben in Berlin.

Eine Chronik der wichtigsten Ereignisse:

Januar 1994 -Gründung der Bankgesellschaft Berlin durch Zusammenschluss der Berliner Bank AG, der Berlin-Hannoverschen Hypothekenbank AG und der Landesbank Berlin samt deren Sparkasse mit dem Ziel, in Berlin eine schlagkräftige Großbank zu schaffen.

Anfang 2001 -Die Bank weist für das Geschäftsjahr 2000 einen Verlust von 1,7 Milliarden Euro aus. Grund sind Risiken aus Krediten an die Immobilienfirma Aubis, die in den 1990er Jahren zum Ankauf und zur Sanierung von Plattenbauwohnungen gewährt wurden.

Februar 2001 -Berliner-Hyp-Chef und CDU-Fraktionschef Klaus Landowsky räumt ein, Spendengelder von Aubis erhalten und diese nicht ordentlich weitergeleitet zu haben. Er tritt zurück.

September 2001 -Die Bankgesellschaft steht vor dem Aus. Im Zuge der Rettung beteiligt sich Berlin mit 1,75 Milliarden Euro an einer Kapitalerhöhung. Der Anteil des Landes steigt so auf rund 81 Prozent.

November 2001 -Hans-Jörg Vetter löst Wolfgang Rupf als Chef der Bankgesellschaft ab. Vetter startet eine harte Sanierung und streicht Stellen. Heute beschäftigt die LBB gerade noch knapp 8000 Mitarbeiter -etwa die Hälfte der Beschäftigten musste seit dem Jahr 2000 das Haus verlassen.

April 2002 -Berlin übernimmt im Zuge der so genannten Risikoabschirmung die Haftung für Immobilienrisiken von bis zu 21,6 Milliarden Euro für die nächsten 30 Jahre.

April 2002 -Das Land Berlin startet ein Bieterverfahren zum Verkauf der Bankgesellschaft. Die Finanzinvestoren Christopher Flowers und Texas Pacific Group bieten am Ende zehn Millionen Euro -doch der Verkauf scheitert.

Februar 2004 -Die EU-Kommission genehmigt die Sanierung für das Institut unter harten Auflagen. Berlin muss sich im Gegenzug bis Ende 2007 von der Bankgesellschaft trennen.

Oktober 2006 -Noch vor Beginn des Bieterverfahrens kauft die DekaBank stellvertretend für den Sparkassenverband DSGV den zehnprozentigen LBB-Anteil von der NordLB.

Februar 2007 -Das Bieterverfahren beginnt. 19 Banken und Finanzinvestoren geben eine Interessenbekundung ab. Parallel zum Verkaufsprozess bereitet das Berlin eine mögliche Börsenplatzierung ihres 81-prozentigen Anteils vor.

Juni 2007 -Der DSGV, die Landesbank LBBW und die Commerzbank bleiben als letzte Bieter im Rennen.

15. Juni 2007 -Der Sparkassenverband DSGV erhält den Zuschlag für den LBB-Anteil und zahlt hierfür mehr als 5,3 Milliarden Euro.

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