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"Pik-Dame, zeig dich!""Der Fluch der Hexe": nur urbane Legende?

20.12.2016, 19:52 Uhr
imageVon Thomas Badtke
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Einmal heraufbeschworen, lässt sich die Pik Dame nur sehr schwer aufhalten ... und man sollte immer auf der Hut sein. (Foto: Tiberius)

Von Boogeyman bis Zahnfee: Die Hochzeit des heraufbeschworenen Grusels liegt geraume Zeit zurück. Nun bringt ein russischer Genrebeitrag die Pik-Dame ins Spiel. Es braucht nur einen Spiegel und die richtigen Worte. Aber sticht sie auch?

Es heißt, wenn man sich vor einen Spiegel stellt und drei Mal "Boogeyman" sagt, dann erscheint er. Man sagt auch, wenn man sich in einem dunklen Raum vor einen Spiegel stellt und darauf eine offene Tür samt Treppe heraus malt, dazu passenderweise die Worte sagt: "Pik-Dame, zeig dich" - und zwar dreimal -, wird sie hinter einem erscheinen.

Wenn man schläft, schneidet sie einem die Haare. Erwachen sollte man dabei möglichst nicht, erblickt man sie nämlich, stirbt man kurz darauf. Es sieht aus wie ein Herzinfarkt oder ein Schlaganfall. Aber es ist der Schock, der einem durch die Glieder fährt und alles Leben aus ihnen heraussaugt.

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Kerzen, Dunkelheit, ein Ritual: "Der Fluch der Hexe" ist wunderbares klassisches Grusel-Heimkino. (Foto: Tiberius)

Klar, dass es auch in Russland eine Mutprobe ist, dieses uralte Ritual durchzuführen und die Pik-Dame in unsere Welt zu rufen. Wer glaubt denn heutzutage noch an "Urbane Legenden"? Anna (Alina Babak) jedenfalls nicht. Ihre Freunde, die sie dazu überreden, auch nicht. Und so dauert es nicht lange, bis einer nach dem anderen das Zeitliche segnet. Von außen betrachtet, sieht es immer wie ein Herzinfarkt aus. Aber wenn gleich mehrere befreundete Jugendliche des gleichen Todes sterben und sie eigentlich dafür noch zu jung sind, kommt dann auch der eine oder andere Erwachsene ins Grübeln. Annas Vater beispielsweise.

Back to the roots

Über einen Internetchat finden sie einen Mann, der ihre Situation zu kennen scheint. Er gibt Tipps, und so macht sich Annas Vater auf die Suche nach ihm. In einer abgelegenen Waldhütte, abseits des Plattenbau-Großstadtdschungels, wird er seiner habhaft. Er hat Antworten.

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"Der Fluch der Hexe: Queen of Spades" erscheint auf DVD und BD bei Tiberius. (Foto: Tiberius)

"Am Ende des 19. Jahrhundert eröffnete eine alte adlige Jungfer ein Waisenhaus, obwohl sie völlig pleite war. Es ging ihr nicht um Barmherzigkeit, sondern um die finanzielle Unterstützung für die Kinder. Das war alles. Sie ertränkte die Kinder in der Badewanne. Sie hat 19 Kinder umgebracht. Als man das herausfand, hat man sie gefangen und verprügelt. Ihr die Zunge abgeschnitten und sie kahl geschoren. Und dann hat man sie noch lebendig begraben. So hat alles angefangen. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde dann das erste Mal eine kahle Frau in einem zerfetzten schwarzen Kleid erwähnt. Wegen der schwarzen Lumpen nannte man sie Pik-Dame. 1963 starben zwei Teenager auf unerklärliche Weise ... ermordet von einem Geist aus dem Spiegel. 1985 begingen zwei 19-jährige Mädchen Selbstmord. Eine davon soll eine Frau in einem schwarzen Kleid gesehen haben. 1990 sprang ein Junge von einem Baukran. Ein Augenzeuge behauptet, er habe eine Frau in Schwarz gesehen ..."

Annas Vater ist baff. Es gibt die Pik-Dame also wirklich. "Wie wird man sie los?" Der Fremde hat darauf keine Antwort. Aber er willigt ein, mitzukommen, um Anna zu helfen. Denn die Pik-Dame war früher bereits einmal in sein Leben getreten ...

Auch Russen können Horror

Urbane Legenden: In den 1990ern waren Horrorfilme darüber hip und Kassenschlager. Seitdem ist es ruhig geworden. Da kommt der russische Film, "Der Fluch der Hexe", gerade recht. Eine in schwarze Lumpen gekleidete Frau aus dem Spiegel. Warum nicht? Ein Horrorfilm aus Russland? Auch da: Warum nicht?! "Der Fluch der Hexe" gruselt klassisch: düstere Räume, Quietschen, Knarzen, ab und an ein kleiner Fetzen der Pik-Dame. Und das Ganze noch in eine nette Familien-Zusammenführungsgeschichte gebettet, das lässt Genreherzen am Ende höher schlagen.

Das und die durchweg guten Darstellerleistungen. Annas Wohnung in der Platte ist schon für viele Horror pur. Aber wie immer bei so urbanen Legenden schaut man gebannt zu, ob da wirklich etwas passiert, wenn man drei Mal die beschwörenden Worte sagt. Und wie beim "Boogeyman" dereinst hätten es die Filmfiguren besser lassen sollen. Warum? Schauen Sie selbst. "Der Fluch der Hexe" lohnt sich. Und für ganz Mutige: Probiert es einfach mal aus, es braucht nicht viel ...

"Der Fluch der Hexe" erscheint am 2. Februar.

Quelle: ntv.de

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