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5 Schwestern, 2 Brüder, 1 LeicheDer "Clan" und der fast perfekte Mord

06.07.2015, 21:58 Uhr
imageVon Thomas Badtke
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Er ruhe in Frieden ... Jean-Claude ist endlich tot. (Foto: Edel Germany)

Gibt es den perfekten Mord? So sicher wie das Amen in der Kirche! Nur, die Goethals-Schwestern haben ihn nicht drauf. Deshalb sitzen ihnen zwei dubiose Versicherungsvertreter im Nacken. Zehn Folgen mordlüsterner schwarzer Humor im Krimiformat. Aus Belgien. Ein Muss.

Jean-Claude Delcorps (Dirk Roofthooft) ist tot. Seine Frau Goedele (Inge Paulussen) ist auf der Beerdigung in Tränen aufgelöst. Ihre vier Schwestern Eva (Barbara Sarafian), Veerle (Kristine Van Pellicom), Birgit (Ruth Becquart) und Nesthäkchen Rebekka (Maaike Neuville) sind es nicht. Sie trauern anders. Nur mühsam können sie ihre Freude verbergen. Endlich ist ihr verhasster Schwager tot. Es war ein Unfall.

Genau das ist den beiden Brüdern Thomas (Robbie Cleirem) und Mathias DeWitt (Geert Van Rampelberg) aber ein Dorn im Auge. Sie haben nach dem Selbstmord ihres Vaters die Versicherungsfirma übernommen und stehen nun vor dem Ruin, sollten sie die Versicherungssumme für Delcorps aufbringen müssen. Ein Mord statt eines Unfalls wäre da die perfekte Lösung all ihrer Probleme. Also beginnen sie auf eigene Faust zu ermitteln.

Direkt auf der Trauerfeier geht’s los. Das ist nicht die feine englische Art, aber sie sind ja auch in einem verschlafenen Kaff in Belgien. Nach und nach fühlen sie den Schwestern und der Witwe auf den Zahn. Irgendetwas ist faul, das ahnen sie. Allerdings läuft ihnen die Zeit davon, die Versicherungskammer sitzt ihnen im Nacken. In zwei Wochen muss das Rätsel gelöst und des Pudels Kern gefunden sein.

Katz-und-Maus-Spiel in Eiche-rustikal-Optik

Die Goethals-Schwestern versuchen alles, damit das aber eben nicht passiert. Und so entspinnt sich in der belgischen zehnteiligen Krimiserie "Clan" ein Katz-und-Maus-Spiel in Eiche-rustikal-Optik und voll bitterbösen schwarzen Humors. Das fesselt den Zuschauer von der ersten bis zur letzten der mehr als 500 Minuten. Wie ist Jean-Claude denn nun ums Leben gekommen? War es ein Unfall oder doch der perfekte Mord?

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Vier Schwestern, eine gemeinsame Aufgabe: Tod dem Tyrannen Jean-Claude. (Foto: Edel Germany)

Zu Beginn der Serie kann man als Zuschauer nichts Verwerfliches an dem bärtigen, immer für einen flotten Spruch auf den Lippen habenden Ehemann und Familienvater finden. Doch da täuscht man sich und zwar mehr als gewaltig. Seine Sprüche, denen er bei Familienessen und -festen den vier Schwestern seiner Frau Goedele reindrückt, gehen weit unter die Gürtellinie.

Nach und nach wird die dunkle Seele Jean-Claudes offenbart. Jede Schwester hat ein Hühnchen mit ihm zu rupfen. Jeder Schwester hat er körperlich und oder seelisch wehgetan. Dass die vier dann versuchen, sich Jean-Claude durch einen Mord zu entledigen - man kann es ihnen nicht verdenken.

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Jean-Claudes Frau: Er nennt sie "Mutti", sie ihn "Hase". (Foto: Edel Germany)

Allein - der Mordplan geht nicht auf. Als das Ferienhaus in den Ardennen in die Luft fliegt, telefoniert Jean-Claude vor der Hütte. Ein Giftanschlag mit Hilfe der gebratenen Leber, die er pflegt jeden Donnerstagabend zu sich zu nehmen, misslingt ebenso. Der Familienhund Oskar beißt stattdessen erst in die saftige Leber und dann ins Gras. Ein auf Jean-Claude angesetzter "Profi"-Mörder bringt ihn auch nicht zur Strecke, sondern einen ebenfalls von den Schwestern auf ihren verhassten Schwager angesetzten Privatdetektiv.

Mordmotive satt, aber keiner will's gewesen sein

Shit happens. Immer wieder. Und die DeWitts fügen ein Puzzleteil zum nächsten. In Rückblenden erfährt der Zuschauer zudem, warum die Schwestern Jean-Claude so abgrundtief hassen, dass sie ihm ans Leder wollen - obwohl er der geliebte Mann einer der Ihren ist. Rebekka wurde kurzerhand ein zugesagter Kredit gestrichen. Birgit hat bei einem Autounfall, verursacht von Jean-Claude, ein Auge verloren. Veerle hat eine Affäre und ihr Schwager hat sie damit in der Hand. Und Eva? Ihr hat Jean-Claude gleich mehrfach auf übelste Weise mitgespielt.

Also, wenn es kein Unfall war, hat jede der Schwestern ein Motiv - so der Gedankengang der DeWitts. Aber wer hat Jean-Claude wirklich auf dem Gewissen? Denn auch andere haben offene Rechnungen mit ihm: Da wären die Besitzer eines kleinen China-Restaurants, denen die Berufserlaubnis entzogen wird, nachdem Jean-Claude sie bei den entsprechenden Behörden anonym anschwärzt. Da wären aber auch die Nachbarn. Oder besser noch: Jean-Claudes "Freund" aus Jugendtagen, denn den verpfeift er ebenso anonym bei der Polizei als Kinderschänder.

Zehn Folgen Krimi-Spannung pur. Hervorragende Schauspielerleistungen. Ein unglamouröses Setting mit dem Charme unaufgeregter vergangener Zeiten. Ein Plot, dessen Erzählweise ebenso überzeugt wie die Geschichte an sich. Alles perfekt beim "Clan". Nicht ganz, denn ein perfekter Mord war es nicht. Am Ende erfährt man, wer dem Taugenichts Jean-Claude ins Jenseits befördert hat - Überraschung garantiert!

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Quelle: ntv.de

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