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Columbia-AbsturzBoeing & Co leiden mit

04.02.2003, 11:45 Uhr

Noch bevor der Schock über den Absturz der US-Raumfähre Columbia abgeklungen ist, werden bereits Sorgen über die Folgen der Katastrophe für die Luft- und Raumfahrtkonzerne Boeing, Lockheed Martin und Alliant Techsystems laut.

Noch bevor der Schock über den Absturz der US-Raumfähre Columbia abgeklungen ist, werden bereits Sorgen über die Folgen der Katastrophe für die Luft- und Raumfahrtkonzerne laut. Branchenexperten zufolge wird das Unglück besonders für Boeing, Lockheed Martin sowie Alliant Techsystems Folgen haben. Boeing ist seit der Übernahme des Raketenbauers Rockwell Collins 1996 der größte Ausrüster der Nasa. In der United Space Alliance, dem Joint Venture mit Lockheed-Martin ist Boeing zudem für die Wartung der Shuttle zuständig.

Auch wenn die US-Raumfahrtbehörde Nasa die Hauptverantwortung für die Sicherheit und das Management der Shuttle-Flüge trägt, könnte die United Space Alliance unter Druck geraten, wenn das Unglück, wie vermutet, durch einen technischen Defekt ausgelöst wurde, befürchten einige Branchenbeobachter.

Doch nicht nur die Hauptausrüster, auch die mehr als 120 Zulieferer könnten die Folgen des Absturzes zu spüren bekommen. Solange nicht klar sei, was wirklich passiert sei, werde es nicht viele Investitionen in Raumfahrtprogramme geben, heißt es. Sollte die Raumfahrtflotte jedoch gegen modernere Modelle ausgetauscht werden, könnten Boeing und Lockheed-Martin sogar profitieren, meinen einige Branchenexperten.

Im abgelaufenen Quartal verbuchte Boeing in der Raumfahrtsparte einen Umsatz von 3,22 Mrd. Dollar, im Gesamtjahr 2002 waren es etwa 11 Mrd. Dollar. Rund drei Prozent des Umsatzes, nämlich 1,55 Mrd. US-Dollar bekommt Boeing jährlich von der US-Raumfahrtbehörde.

Lockheed Martin erhält für die Entwicklung von Tanks jährlich 350 Mio. US-Dollar von der Nasa, das sind etwa zwei bis drei Prozent des Umsatzes. Im letzten Jahr erwirtschaftete der Konzern insgesamt 26,6 Mrd. US-Dollar.

Ein möglicher Ausfall der Investitionen würde Alliant Techsystems empfindlich treffen. Das Unternehmen stellt die Antriebsraketen der Nasa-Flotte her und erwirtschaftet damit 17 Prozent des Umsatzes.

Die US-Raumfähre Columbia war am Samstag kurz vor der Landung über Texas auseinander gebrochen und abgestürzt. Die sieben Besatzungsmitglieder hatten keine Überlebungschance. Am Dienstag will die Nasa auf einer Trauerfeier im Johnson Space Center in Houston der toten Astronauten gedenken.

Absturz der Raumfähre Columbia