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Wenn Redneck-Psychos dich jagen"Blood Hunt": Blutrache made Down Under

31.07.2018, 21:16 Uhr
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Kahli Williams alias Claire verleiht "Blood Hunt - Blutrache" Klasse. (Foto: Indeed)

Wenn ein kurzgeschorener, breitschultriger, aggressiver Typ nach Feuer fragt, sollte man es ihm geben - erst recht, wenn man im australischen Outback ist, denn sonst ist Ärger programmiert. "Blood Hunt" zeigt das eindrucksvoll und blutig.

Manchmal ist das Leben ganz einfach gestrickt. Im Sport beispielsweise: Der Fußball-Weltmeister Deutschland scheidet zum ersten Mal in einer WM-Vorrunde aus und als Konsequenz treten Bundestrainer Joachim Löw, Teammanager Oliver Bierhoff und der eine oder andere gestandene Star ab. Oder in der Politik: Bundesinnenminister Horst Seehofer fährt der Bundeskanzlerin Angela Merkel an den Karren, beleidigt sie und muss von allen Ämtern zurücktreten. Oder in der Wirtschaft: Volkswagen betrügt seine Kunden mit Abgasmanipulationen und muss dafür Schadenersatz und andere Entschädigungen zahlen. So einfach scheint es dann wohl doch nicht zu sein - mit einer Ausnahme: Wenn ein Film "Blood Hunt" heißt, ist auch eine blutige Jagd drin!

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"Blood Hunt - Blutrache" ist bei Indeed erschienen. (Foto: Indeed)

"Blood Hunt" ist ein australisches Horror-Machwerk der allerersten Güte. Der Film des Regisseurs Sam Curtain, bekannt etwa für "Man vs. Car" oder "Minotaur", spiegelt das australische Outback perfekt wider: dreckig, roh, lebensfeindlich. Das junge Pärchen Dean (Dean Kirkright; "Worth") und Claire (Kahli Williams; "Nachbarn") wollen dennoch dahin, um ihre Beziehung aufzufrischen. Claire zieht es nach Queensland, Dean kann das nicht nachvollziehen, Streits inklusive. Ein Kurzurlaub mit viel Zeit im Bett und auf gemeinsamen Wanderungen soll für Entspannung sorgen.

"Haste ma' Feuer?"

Hallo: Entspannung? In einem australischen Horrorfilm? Schon mal etwas von "Wolfs Creek" gehört? Der Zuschauer ahnt schnell, was auf das Liebespärchen zukommt: An einer Tankstelle steht ein kurz geschorener, breitschultriger Redneck (Thomas Roach; "Man vs. Car") im Holzfällerhemd, der erst auf Suche nach Feuer für seine Zigarette und dann nach Ärger ist. Er klopft an die Autoscheibe, um Claires Aufmerksamkeit zu erregen. Dean ist nicht da, er bezahlt den Sprit.

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Thomas Roach als durchgeknallter Redneck-Psycho: Das sitzt! (Foto: Indeed)

Claire ist der Redneck sofort unsympathisch, er hat so eine aufdringliche, aggressive Art. Als sie sagt, dass sie Nichtraucherin sei und deshalb kein Feuer habe, rastet der Redneck aus und beschimpft Claire. Er droht ihr sogar. Doch da spaziert Dean heran, nach einem kurzen Wortwechsel überlässt er dem Redneck sein Feuerzeug und die Liebesreise kann weitergehen.

Doch Claire geht der Psychopath von der Tankstelle nicht aus dem Kopf. Erst als das Paar wenig später im Hotel angekommen ist und Dean an ihr rumbaggert, entspannt sie etwas. Der Sex tut sein Übriges.

Auf zum fröhlichen Jagen!

Am nächsten Tag wollen die beiden wandern. Auf dem Weg entdecken sie ein an der Straße liegen gebliebenes Auto. Dean will helfen, doch als Claire sieht, wessen Wagen da eine Panne hat, bedrängt sie ihren Freund, aufs Gas zu treten: der Tankstellen-Psychopath blickt ihnen hinterher.

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Claire überlebt nicht, was aus "Blood Hunt" keinen klassischen Rape-and-Revenge-Horror macht. (Foto: Indeed)

Auf dem Rückweg von der Wanderung ist es dann Deans Wagen, der den Geist aufgibt. Als er gerade am Motor herumschraubt, taucht der Redneck mit seinen Kumpels auf. Ein Wort ergibt das nächste. Die Fäuste fliegen - und am Ende fließt das erste Blut. Als die Psychos Claire an die Wäsche wollen, mobilisiert Dean die letzten Kräfte, rettet sie und flieht mit ihr im wieder funktionierenden Auto. Doch die Tankstellen-Aggros haben die Verfolgung aufgenommen. Erst wird gerast, dann gerempelt, dann folgt ein Überschlag und zu guter Letzt liegen Dean und Claire im Kofferraum des Wagens des Rednecks und kurz darauf in einer werkstattähnlichen Bruchbude auf einem abgelegenen, heruntergekommenen Gelände. Nun beginnt für die Psycho-Truppe der Spaß erst richtig - und der wahre Horror für das Pärchen.

Geschlagen, gefoltert, verletzt, misshandelt - aber nicht totzukriegen. Zwischenzeitlich gelingt Claire die Flucht, doch die Rednecks drohen, Dean zu köpfen und so lässt sich Claire wieder einfangen. Dann ist es Dean, der erst sich und dann seine große Liebe befreien kann. Bei einem Hollywood-Streifen folgte jetzt das Happy End: Hochzeit, Kinder, Wanderjacken im Partnerlook.

Der Titel ist Programm

Doch "Blood Hunt" ist wie gesagt ein australischer Horrorfilm und der deutsche Titel "Blutrache" kommt nun ebenfalls zum Tragen: Dean trauert nicht lange um Claire, vielmehr knöpft er sich nun einen nach dem anderen die Psychos vor - wobei er sich den Redneck als besonderes Schmankerl bis zum Schluss aufhebt. Blutiges Halali!

Dabei kann der Film nicht nur mit der Umgebung, sprich unwirtlichen Landschaft, punkten. Auch die Darstellerleistungen können sich sehen lassen, egal ob nun Dean, Claire oder eben der Redneck-Psycho. Auf Erklärungen und Einblicken in die Beweggründe der einzelnen Charaktere wird dabei kein allzu großer Wert gelegt - und das ist auch gut so, denn so bleibt "Blood Hunt" am Ende das, was er ist: eine blutige Jagd. Manchmal ist das Leben eben einfach gestrickt - aber gut.

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