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Geld stinkt nichtArafats Geschäfte mit Scharon

18.11.2004, 21:56 Uhr

Arafat und Scharon waren Todfeinde - was sie offenbar nicht hinderte, gut gehende Geschäftsverbindungen zu pflegen. Miteinander, versteht sich.

Von Ullrich W. Sahm

Der israelische Fernsehkanal 10 hat in seinen Abendnachrichten am Donnerstag die mutmaßlichen Entdeckungen des CIA über das Vermögen des vor einer Woche gestorbenen Palästinenserpräsidenten Jassir Arafat und weltweite Geschäftsverbindungen thematisiert, wie sie vom österreichischen Nachrichtenmagazin "Format" veröffentlicht worden sind.

Doch nicht der Reichtum Arafats in Milliardenhöhe interessierte den Sender, sondern vielmehr die Geschäftsverbindungen zwischen Arafat und dem israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon. "Trotz des Kriegs haben die Führer beider Völker auch ganz andere persönliche Interessen", meinte der Reporter. Die Bawag-Bank habe für Arafat und seinen Finanzberater Muhammad Raschid Transaktionen in Höhe von dutzenden Millionen Dollar vorgenommen.

Die gleiche Bank habe aber auch drei Millionen Dollar auf das Konto der Familie Scharon überwiesen, angeblich gespendet von dem australischen Geschäftsmann Cyril Kerrin. Der Verbindungsmann für Arafat wie für Scharon ist der österreichische Geschäftsmann Martin Schlaf, der nicht nur Anteile an der Bawag-Bank besitze, sondern auch das berühmte Kasino in Jericho errichtet hat.

An diesem Kasino, das sich bis zum Ausbruch der Intifada dank der israelischen Kunden als eine wahre Goldgrube erwies, sind der politische Berater Scharons, Dov Weisglas, und der schon erwähnte Finanzberater Arafats, Muhammad Raschid, beteiligt gewesen.

Jassir Arafat