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115 Millionen Jahre überdauertForscher entdecken versteinertes Blut in Dino-Fossil

03.11.2026, 10:55 Uhr
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Rote Blutkörperchen über 115 Millionen Jahre konserviert_bearb
Im Hinterbeinknochen eines fleischfressenden Dinosauriers der Gattung Aratasaurus fanden Forscher Spuren von mineralisierten Blutkörperchen. (Foto: Victor O. Leshyk)

In einem Dinosaurier-Fossil finden Forscher Hinweise auf konservierte rote Blutkörperchen. Sie sprechen bereits von einer "bahnbrechende Entdeckung". Der Fund könnte völlig neue Erkenntnisse über seit langer Zeit ausgestorbene Tiere liefern.

In einem 115 Millionen Jahre alten Dinosaurier-Fossil hat ein internationales Forschungsteam Hinweise auf mineralisierte rote Blutkörperchen entdeckt. In Knochen eines Individuums der Art Aratasaurus museunacionali, das im Nordosten von Brasilien entdeckt wurden, fand das Team Biomoleküle, die von Häm stammen. Das ist ein Bestandteil des Proteins Hämoglobin, das im Blut für den Sauerstofftransport zuständig ist.

"Intakte Moleküle, die von Häm stammen, in 115 Millionen Jahre alten roten Blutkörperchen nachzuweisen, ist erstaunlich", sagte Erstautorin Kliti Grice von der Curtin University im australischen Perth. "Das ist wirklich eine bahnbrechende Entdeckung." Solche Analysen ermöglichten eine neue Form der molekularen Paläontologie. So lasse sich bei längst ausgestorbenen Tieren etwa die Evolution von Blut, Stoffwechsel und Aktivität untersuchen.

Das Team hatte einen Hinterbeinknochen des Dinosauriers untersucht und darin Gefäßkanäle entdeckt. Diese enthielten ellipsoide Mikrostrukturen mit einem Durchmesser von etwa 20 Mikrometern (tausendstel Millimeter), deren Aussehen dem von roten Blutkörperchen - im Fachjargon Erythrozyten genannt - ähnelte.

Weitere Analysen per Massenspektrometrie identifizierten dann die eisenhaltige Verbindung Häm b. Zudem stieß das Team auf die Aminosäure Hydroxyprolin (Hyp), die wichtig für das Strukturprotein Kollagen ist. Ein Abgleich mit den Mikroorganismen in der Fundumgebung stützte die Interpretation, dass es sich bei den Funden im Knocheninneren tatsächlich um rote Blutkörperchen handelte - und nicht um Kontaminationen aus der Fundschicht.

In sauerstoffarmer Schicht begraben

Offenbar war das Dino-Fossil deshalb so gut erhalten, weil das noch nicht ausgewachsene Tier - das Team schätzt das Gewicht auf 32 Kilogramm - kurz nach seinem Tod rasch unter einer sauerstoffarmen Schicht begraben wurde. Die roten Blutkörperchen wurden demnach durch den Kontakt zum Manganoxid-Mineral Hausmannit mineralisiert und blieben dadurch über den langen Zeitraum geschützt. Dies sei der "Nachweis der ältesten bekannten mineralisierten roten Blutkörperchen von Dinosauriern, die von Häm abgeleitete Moleküle enthalten", schreibt das Forschungsteam in den "Proceedings" der US-nationalen Akademie der Wissenschaften ("PNAS").

"Diese Erkenntnisse stellen langjährige Annahmen infrage, wonach bestimmte Biomoleküle wie Hämoglobin keine großen geologischen Zeiträume überdauern können", so Erstautorin Grice. Ihr Kollege von der Curtin University, der Planetenforscher Martin Van Kranendonk, der nicht an der Studie beteiligt war, geht noch einen Schritt weiter: Die Studie zeige, wie molekulare Strukturen über lange Zeiträume auch gegen widrige Bedingungen geschützt bleiben könnten: Dies sei auch für die Astrobiologie und die Suche nach Leben im Universum wichtig.

Quelle: ntv.de, Walter Willems, dpa

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