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Verhaltensforscher sind erstauntBulle und Esel entscheiden sich immer wieder füreinander

03.11.2026, 11:18 Uhr
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Der Bulle Achille steht mit Esel Patroclo auf der Weide zwischen zwei Bäumen. (Foto: picture alliance/dpa/Universität Pisa | André B. da Cruz)

Gleichgeschlechtliches Verhalten im Tierreich wird häufig beobachtet, artübergreifende Beziehungen sind dabei jedoch selten. Auf einer äthiopischen Weide sehen Forschende aus Italien einem Rind und einem Esel über zwei Wochen hinweg zu, wie die Tiere erstaunlich viel Zuneigungen austauschen.

Pinguine, Giraffen oder Löwen tun es - gleichgeschlechtliches Sexualverhalten ist im Tierreich weitverbreitet. Die Beziehung zwischen dem Bullen Achille und dem männlichen Esel Patroclo jedoch bezeichnet ein Forschungsteam von der Universität Pisa als ungewöhnlich. Die beiden Tiere hätten problemlos Partner der eigenen Art sowie des anderen Geschlechts wählen können, entschieden sich aber immer wieder füreinander, schreiben die italienischen Wissenschaftler in der Fachzeitschrift "Current Biology".

Das Team war bei einer anderen Feldstudie auf die beiden Tiere aufmerksam geworden und wunderte sich, dass der Esel keine Abwehrreaktionen zeigte, als der Bulle ihn besprang. Es beobachtete schließlich 51 solcher Interaktionen innerhalb von 14 Tagen.

"Was uns wirklich aufhorchen ließ, war, dass diese Interaktionen in eine sehr selektive und beständige soziale Beziehung zwischen den beiden eingebettet waren", sagte Co-Autorin Elisabetta Palagi.

Lecken, Reiben und Anstupsen

"Sie suchten wiederholt Nähe zueinander und zeigten viele verschiedene freundschaftliche Verhaltensweisen wie Lecken, Reiben und Anstupsen neben dem wiederholten Aufsteigen", ergänzte Erstautor André da Cruz. Der Esel und der Bulle lebten im Beobachtungszeitraum im März 2026 auf einem Hochplateau in Äthiopien, gehörten unterschiedlichen Besitzern und sahen sich nur während der Zeit auf der Weide.

Nach Bewertung des Forschungsteams war das ungewöhnliche Sexualverhalten Teil einer sozialen Beziehung zwischen Achille und Patroclo. Die Beobachtungen könnten Hinweise für das Verständnis von Sexualverhalten als soziales Merkmal geben, jenseits der Rolle bei der Fortpflanzung, hieß es. Um die Frage nach der genauen Funktion zu beantworten, sei weitere Forschung notwendig. Möglicherweise gehe es darum, soziale Bindungen aufrechtzuerhalten und/oder Spannungen abzubauen.

Quelle: ntv.de, jaz/dpa

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