Heineken warnt Pubs vor Umsatzrückgang durch Abnehmspritzen
Der niederländische Brauereikonzern Heineken hat britische Pubs und Bars vor den wirtschaftlichen Folgen des Booms von Abnehmspritzen gewarnt. Diese sogenannten GLP-1-Präparate erhöhten das Sättigungsgefühl und verringerten das Verlangen nach Alkohol, hieß es in einer Präsentation, die das Unternehmen im Oktober an Kunden aus der britischen Gastronomie verschickte. Die Warnung ist ein seltenes Eingeständnis eines großen Alkoholherstellers, dass Mittel wie Ozempic oder Wegovy von Novo Nordisk den Absatz belasten können.
Dax startet mit leichten Verlusten
Sorgen über die steigenden Ölpreise und die hohen Bewertungen im Technologiesektor haben den Dax auch zu Beginn des letzten Handelstags der Woche belastet. Eine Stabilisierung am deutschen Anleihemarkt begrenzte jedoch die Kursverluste. Der Frankfurter Leitindex notierte zur Eröffnung am Freitag 0,2 Prozent tiefer bei 25.326 Punkten.
Audi plant eigenes Werk in den USA
Die Volkswagen-Tochter Audi ist dem "Handelsblatt" zufolge in fortgeschrittenen Planungen für das erste eigene Werk in den USA. Die Zeitung berichtet unter Berufung auf Konzern- und Managementkreise, Audi könnte eine Fahrzeugfertigung im Bundesstaat Georgia aufbauen. Wie die Zeitung schreibt, reisten Audi-Chef Gernot Döllner und Aufsichtsratschef Manfred Döss am Dienstag nach Washington.
Rekordplus bei neuen Aufträgen für Bauindustrie
Die deutsche Bauwirtschaft hat im August ein Rekordplus im Neugeschäft erzielt. Der Auftragseingang im Bauhauptgewerbe wuchs um 23,0 Prozent im Vergleich zum Vormonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. "Bedingt durch mehrere Großaufträge war dies der höchste saisonbereinigte Anstieg zum Vormonat im Bauhauptgewerbe seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 1991", heißt es dazu. Im weniger schwankungsanfälligen Dreimonatsvergleich zeigt sich ebenfalls ein deutlicher Anstieg: Von Juni bis August lag der Auftragseingang um 7,6 Prozent über dem Niveau der drei Monate zuvor.
Volvo streicht Tausende Jobs
Der schwedische Autobauer Volvo Cars ist im dritten Quartal in die roten Zahlen gerutscht und streicht rund 2500 Arbeitsplätze. Das mehrheitlich zum chinesischen Konzern Geely gehörende Unternehmen verzeichnete einen bereinigten operativen Verlust von 3,7 Milliarden schwedischen Kronen, umgerechnet rund 333 Millionen Euro, wie Volvo mitteilt. Im Vorjahreszeitraum hatte noch ein Gewinn von 5,8 Milliarden Kronen in den Büchern gestanden. Als Grund für den Einbruch nennt der Konzern den schleppenden Produktionsanlauf des neuen Elektro-SUV EX60 sowie eine schwache Nachfrage in China und den USA.
Trump lässt Zollkeule bei Windkraft vorerst im Köcher
US-Präsident Donald Trump hat den Import von Windkraftanlagen und deren Bauteilen als Bedrohung für die nationale Sicherheit eingestuft. Er verzichtete jedoch vorerst auf neue Handelsbeschränkungen wie Zölle. Stattdessen wies er Handelsvertreter an, Verhandlungen mit den Partnerländern aufzunehmen und innerhalb von 180 Tagen Bericht zu erstatten. Weitere Maßnahmen könnten später folgen, teilte das Weiße Haus mit. Zu den wichtigsten Lieferanten von Windkraftanlagen und Komponenten für die USA gehören neben Mexiko und Indien auch europäische Länder wie Deutschland, Dänemark und Frankreich.
Moderna/Merck-Impfstoff senkt Hautkrebs-Sterberisiko - Aktie bricht dennoch ein
Der von den beiden US-Firmen Moderna und Merck entwickelte mRNA-Krebsimpfstoff senkt einer Studie zufolge in Kombination mit einer bewährten Immuntherapie das Sterbe- und Rückfallrisiko bei schwarzem Hautkrebs (Melanom) deutlich. Die Behandlung verringere dieses Risiko um 42 Prozent, teilten beide Firmen mit. Die Untersuchung ist die erste, die die Wirksamkeit eines personalisierten Ansatzes belegt.
Moderna-Aktien hatten im August vor Bekanntwerden der Studie bei rund 63 Dollar notiert und dann binnen eines Tages 177 Prozent zugelegt. In den Wochen danach kletterte der Kurs weiter und lag zuletzt bei rund 245 Dollar. Nach Bekanntwerden der Details zu dem verringerten Risiko sackten die Papiere gleichwohl um bis zu 25 Prozent auf 181 Dollar ab.
Dax dürfte im Minus starten
Der Dax wird der Kursentwicklung an den Terminmärkten zufolge mit Verlusten in den Handel starten. Sorgen über den Technologiesektor, negativ aufgenommene Konzernbilanzen und steigende Ölpreise hatten die Anleger am Donnerstag verunsichert und den Index 1,1 Prozent niedriger bei 25.371 Punkten schließen lassen. An den US-Börsen setzte sich der Ausverkauf bei Tech-Aktien fort. Die Erleichterung nach starken Quartalszahlen von US-Technologiefirmen wie Meta und SpaceX verpuffte schnell, da die hohen Kosten für KI wieder in den Fokus der Anleger rückten. Auf die Stimmung drückten zudem erneute Turbulenzen am französischen Anleihemarkt.
VW will Pick-ups zu Not allein produzieren
Volkswagen hat sich einem Bericht zufolge auf einen möglichen Alleingang beim Bau einer neuen US-Pick-up-Plattform vorbereitet. Das Unternehmen werde diesen Weg bei einem Scheitern der Gespräche mit Ford oder anderen Autobauern einschlagen, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Aussagen von Führungskräften. Eine endgültige Entscheidung falle bis Ende des Jahres. Konzernchef Oliver Blume sieht in Nordamerika eine der größten verbleibenden Wachstumschancen für VW. Dies gilt insbesondere für robuste SUVs und Pick-ups. Das Unternehmen ist in diesen Segmenten bislang kaum vertreten.
Mercedes entwickelt neues Produktions-Prinzip
Mercedes-Benz will die nächste Fahrzeug-Generation nach einem neuen Prinzip fertigen. Mercedes arbeitet, so erfuhr das "Handelsblatt" aus dem Umfeld des Aufsichtsrats, gerade an der Produktarchitektur der nächsten Modellgeneration, die in den 2030er-Jahren auf den Markt kommen wird. Statt die Fahrzeuge wie bislang auf verschiedenen Produktionsplattformen zu bauen, will Mercedes künftig modularer fertigen. Der Konzern wolle auf ein Baukastenprinzip setzen, bei dem Front-, Heck-, Seiten- und Bodenteile in separate Module zerlegt und je nach Fahrzeuggröße entsprechend gefertigt werden können.
Tech-Ausverkauf und Zinssorgen belasten Börsen in Asien
Ein massiver Ausverkauf bei US-Technologiewerten und geopolitische Spannungen haben die asiatischen Aktienmärkte ins Minus gedrückt. In Tokio gab der Nikkei-Index 1,7 Prozent auf 61.825 Punkte nach, und der breiter gefasste Topix notierte 1,8 Prozent niedriger bei 3.925 Zählern. Die Börse Shanghai verlor 1,5 Prozent auf 3.605 Stellen.
Lippenstift-Effekt beflügelt L'Oreal-Umsatz
Die starke Nachfrage nach Luxusparfüms sowie Haut- und Haarpflegeprodukten hat das Geschäft des französischen Kosmetikkonzerns L'Oreal angekurbelt. Der um Währungseffekte bereinigte Umsatz sei im dritten Quartal um 7,7 Prozent auf 11,56 Milliarden Euro gestiegen, teilte das Unternehmen mit. Besonders in China und den Schwellenländern verzeichnete der Hersteller von CeraVe-Cremes und Prada-Parfüms Zuwächse.
Analysten und Manager verweisen auf den sogenannten Lippenstift-Effekt, bei dem sich Verbraucher in wirtschaftlich unsicheren Zeiten erschwinglichen Luxus gönnen. L'Oreal profitierte zudem von neuen Produkten wie Premium-Shampoos der Marke Kerastase und Sonnenschutzmitteln von La Roche-Posay. Darüber hinaus nimmt der Konzern gezielt Kunden ins Visier, die Abnehmspritzen nutzen, und bewirbt Produkte gegen Begleiterscheinungen wie erschlaffende Gesichtshaut.
PMI, VW und Krisengipfel: Kriegt der Dax die Kurve?
Der deutsche Aktienmarkt hat den Handel am Vortag mit deutlichen Verlusten beendet. Der Dax schloss bei 25.371 Punkten und damit rund 1,0 Prozent im Minus. Das Motto des Tages lautete "Sell on Good News". Selbst gute Zahlen konnten den Dax nicht retten. Im Fokus standen Tech-Sorgen wegen durchwachsen ausgefallener Quartalszahlen von US-Technologieunternehmen und die Geopolitik mit einem Ölpreis von wieder mehr als 111 Dollar.
Und worauf schauen Börsianer am letzten Handelstag der Woche?
Nach den Verlusten am Vortag entscheiden vor allem drei Termine über die Kurve beim Dax. Bereits am frühen Morgen wird der wichtigste Konjunkturtermin des Tages erwartet: der Einkaufsmanagerindex. Aufgrund der hohen Ölpreise dürfte sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft im Oktober eingetrübt haben. Der Index für die Privatwirtschaft – Industrie und Dienstleister zusammen – dürfte um 0,5 Zähler auf 53,3 Punkte sinken. Damit läge das Barometer aber weiterhin deutlich über der Marke von 50 Punkten, ab der es Wachstum signalisiert. Für die Eurozone wird ein ähnlicher Rückgang erwartet.
In Hannover kommen außerdem die IG Metall und die VW-Arbeitgeberseite zum zweiten Überprüfungsgespräch zum Zukunftstarifvertrag von 2024 zusammen. Vor Beginn wollen der Verhandlungsführer Thorsten Gröger und die Betriebsratschefin Daniela Cavallo Stellung nehmen. VW will das Tarifniveau und damit die Produktionskosten senken. Die Gewerkschaft erwartet Aussagen zu Investitionen und zur Zukunft der deutschen Standorte. Im Zuge der Sanierung stehen bis zu 60.000 Arbeitsplätze und vier Werke auf dem Spiel.
Ebenfalls im Fokus steht ein Krisengipfel in Istanbul. Der türkische Außenminister Hakan Fidan empfängt seine Amtskollegen aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Ägypten, Pakistan und Saudi-Arabien. Es ist das erste Treffen in diesem Format, das auf Initiative der Türkei organisiert wurde. Themen sind die Kriege im Jemen und in der Ukraine, an denen der Iran beteiligt ist, sowie die dadurch gefährdeten Schifffahrtswege und regionale Sicherheit. Für den Ölpreis ist dies ein entscheidender Termin.