Henkel schraubt Umsatzziel hoch
Dank eines überraschend starken dritten Quartals blickt der Konsumgüter- und Klebstoffhersteller Henkel optimistischer auf das Gesamtjahr. Der Vorstand hob seine Umsatzprognose an und peilt 2026 nun ein organisches Umsatzplus von 3,0 bis 4,0 Prozent an, wie der Düsseldorfer Dax-Konzern mitteilte. Zuvor hatte er 1,5 bis 3,5 Prozent in Aussicht gestellt. Die bereinigte Umsatzrendite soll bei rund 15 Prozent liegen, womit die bisherige Spanne von 14,5 bis 16,0 Prozent präzisiert wurde.
Sowohl das Geschäft mit Klebstoffen (Adhesive Technologies) als auch die Konsumgütersparte (Consumer Brands) verzeichneten hohe Zuwachsraten. Nach ersten Berechnungen sei der Umsatz so insgesamt organisch um 6,5 Prozent auf 5,7 Milliarden Euro gestiegen. Getragen worden sei das Wachstum durch alle Regionen. Preiserhöhungen von 5,4 Prozent und ein leichtes Mengenplus von 1,1 Prozent trugen ebenfalls dazu bei. Am 10. November soll der vollständige Quartalsbericht veröffentlicht werden.
Dax setzt seinen Erholungskurs fort
Der deutsche Aktienmarkt hat seinen jüngsten Erholungskurs gebremst fortgesetzt. Der Dax stieg in den ersten Handelsminuten um 0,3 Prozent auf 25.772 Punkte, nachdem er tags zuvor das höchste Niveau seit fünf Wochen erklommen hatte.
Der MDax der mittelgroßen Unternehmen präsentierte sich am Donnerstagmorgen unverändert bei 30.425 Zählern. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 sank um 0,2 Prozent.
Licht und Schatten zeigten nach US-Börsenschluss am Mittwoch die Quartalsbilanzen der Tech-Giganten Microsoft und Alphabet. Microsoft überzeugte, während die Google-Muttergesellschaft enttäuschte. In Asien waren Anleger mit dem Abschneiden von Samsung nicht zufrieden. Auch hierzulande geht die Berichtssaison der Unternehmen mit voller Fahrt weiter.
Die Entscheidung der US-Notenbank Fed am Vorabend, die Leitzinsen unverändert zu lassen, war wie erwartet ausgefallen. Auch die Europäische Zentralbank (EZB) dürfte an diesem Donnerstag Ökonomen zufolge ihre Zinsen nicht verändern.
Milliardengewinn: Shell profitiert von Turbulenzen an Energiemärkten
Der britische Öl- und Gaskonzern Shell hat im dritten Quartal von den Turbulenzen an den Energiemärkten infolge des Iran-Kriegs profitiert und einen Milliardengewinn erzielt. Der bereinigte Gewinn lag bei 10,81 Milliarden Dollar und damit über den Erwartungen von Analysten, teilte Shell mit. Es ist der höchste Gewinn seit 2022. Zudem kündigte der Konzern an, sein Aktienrückkaufprogramm von drei auf fünf Milliarden Dollar aufzustocken. Im Vorjahreszeitraum hatte der Gewinn bei 5,43 Milliarden Dollar gelegen.
Der seit neun Monaten andauernde Krieg verhalf Shell zu Rekordmargen bei der Umwandlung von Rohöl in Kraftstoffe wie Diesel. Die Raffineriemargen lagen bei 42 Dollar pro Barrel, verglichen mit 11,6 Dollar im Vorjahr und 24 Dollar im Vorquartal. Auch die einzelnen Geschäftsbereiche übertrafen die Erwartungen. Die Sparte für integriertes Gas erzielte einen Gewinn von 3,04 Milliarden Dollar, während die Sparte für die Förderung (Upstream) 3,19 Milliarden Dollar zum Ergebnis beitrug. "Der unermüdliche Fokus von Shell auf die operative Leistung hat in einem Quartal mit anhaltenden schweren Störungen des globalen Energiesystems zu sehr starken Ergebnissen geführt", sagte Konzernchef Wael Sawan.
Triebwerksbauer MTU für 2026 optimistischer
Der Triebwerkshersteller MTU Aero Engines blickt nach deutlichem Wachstum in den ersten neun Monaten optimistischer auf den Umsatz im Gesamtjahr. Wegen hoher Nachfrage vor allem bei der Instandhaltung in der Zivilluftfahrt und eines günstigen Dollar-Wechselkurses grenzte der Dax-Konzern seine Umsatzprognose für 2026 nach oben ein. "Wir gehen davon aus, dass wir 2026 einen Umsatz von 9,5 bis 9,7 Milliarden Euro erreichen", erklärte Finanzvorständin Katja Garcia Vila. Bisher hatte MTU einen bereinigten Umsatz zwischen 9,2 und 9,7 Milliarden Euro erwartet.
In den ersten neun Monaten steigerte MTU den bereinigten Umsatz um 13 Prozent auf 7,1 Milliarden Euro. Das bereinigte operative Ergebnis (EBIT) kletterte um fünf Prozent auf gut eine Milliarde Euro. Der bereinigte Gewinn nach Steuern stieg um vier Prozent auf 751 Millionen Euro. Getragen wurde das Wachstum vor allem von der zivilen Instandhaltung und dem Ersatzteilgeschäft. Für beide Bereiche hob MTU den Ausblick an. Die Erwartungen für das zivile Seriengeschäft wurden hingegen gesenkt. Unverändert blieb der Ausblick für das Militärgeschäft. Der Auftragsbestand lag Ende September mit 29,8 Milliarden Euro auf dem Vorjahresniveau.
Wacker Chemie kehrt zurück in schwarze Zahlen
Der Spezialchemiekonzern Wacker Chemie hat im dritten Quartal dank seines Sparprogramms deutlich mehr verdient und seinen Betriebsgewinn nahezu verdoppelt. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg auf 217 Millionen Euro nach 112 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, wie das Unternehmen mitteilte. Unter dem Strich kehrte das Unternehmen in die schwarzen Zahlen zurück und schrieb einen Gewinn von 87 Millionen Euro nach einem Verlust von 82 Millionen Euro vor Jahresfrist.
Der Quartalsumsatz stieg um neun Prozent auf 1,47 Milliarden Euro. Alle Geschäftsbereiche seien gewachsen, erklärte Wacker. Dies sei vor allem auf höhere Preise und teilweise auf gestiegene Absatzmengen zurückzuführen.
Vorstandschef Christian Hartel führte die Entwicklung unter anderem auf das vor einem Jahr eingeleitete Sparprogramm zurück und bestätigte den Ausblick für Umsatz und Ergebnis. "Wir sind hier voll auf Kurs und werden die Ziele, die wir uns für das Jahr 2026 gesteckt haben, auch erreichen", erklärte Hartel. Aufgrund dieser Kosten- und Effizienzmaßnahmen will Wacker ab 2028 jährlich über 300 Millionen Euro einsparen und so die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens stärken. Zudem hatte Wacker im September angekündigt, bei seinen Investitionen wählerischer zu werden und die Umsatzrendite damit nach oben schrauben.
ING kündigt Milliarden-Aktienrückkauf an und will Stellen streichen
Die niederländische Großbank ING hat einen neuen Aktienrückkauf im Volumen von 1,65 Milliarden Euro angekündigt. Zudem solle im Januar 2027 eine zusätzliche Barausschüttung von 250 Millionen Euro an die Aktionäre fließen, teilte das Institut mit. Im abgelaufenen dritten Quartal verfehlte die Bank jedoch die Gewinnerwartungen der Analysten. Der Nettogewinn stieg zwar um 3,5 Prozent auf 1,85 Milliarden Euro, Experten hatten im Schnitt jedoch mit 1,97 Milliarden gerechnet. Im Zuge einer Neuorganisation des Firmenkundengeschäfts kündigte ING zudem den weltweiten Abbau von rund 400 Stellen an.
Belastet wurde das Ergebnis durch eine höher als erwartete Risikovorsorge für ausfallgefährdete Kredite, die bei 403 Millionen Euro lag. Analysten hatten hier 343 Millionen Euro prognostiziert. Auch leicht gestiegene Kosten drückten auf den Gewinn. Der Zinsüberschuss sowie die Gebühreneinnahmen entsprachen hingegen den Erwartungen. Die harte Kernkapitalquote (CET1), eine wichtige Kennziffer für die Kapitalstärke einer Bank, lag mit 13,3 Prozent über den Prognosen der Analysten.
Volkswagen macht im dritten Quartal 5,82 Milliarden Euro Verlust
Volkswagen ist im dritten Quartal tief in die roten Zahlen gerutscht. Das Konzernergebnis nach Steuern lag in den Monaten Juli bis September bei minus 5,82 Milliarden Euro, wie der Autokonzern mitteilte.
Florierendes Geschäft mit E-Rezepten treibt Gewinn von Redcare an
Die niederländische Online-Apotheke Redcare Pharmacy profitiert weiterhin stark von der Einführung des E-Rezepts in Deutschland und hat im dritten Quartal einen Gewinnsprung verzeichnet. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) stieg um 68 Prozent auf rund 29 Millionen Euro, wie die Muttergesellschaft der "Shop Apotheke" mitteilte. Unter dem Strich stand mit einer Million Euro das zweite Mal in Folge ein Nettogewinn. Die erst im September angehobene Jahresprognose bestätigte das Unternehmen.
Der Konzernumsatz kletterte im abgelaufenen Jahresviertel um 18 Prozent auf 847 Millionen Euro. Maßgeblicher Treiber war das Geschäft mit rezeptpflichtigen Medikamenten in Deutschland, das um 56 Prozent auf 197 Millionen Euro zulegte. Die bereinigte Ebitda-Marge verbesserte sich auf 3,4 (Vorjahr: 2,4) Prozent. Konzernchef Peter Schmid von Linstow verwies zudem auf einen starken Kundenzuwachs auf nun 15,2 Millionen aktive Nutzer.
Wegen des florierenden Geschäfts mit eingelösten Rezepten hatte Redcare Ende September die Umsatzprognose für das laufende Jahr nach oben geschraubt. Der Konzern erwartet für 2026 ein Umsatzwachstum von 16 bis 18 Prozent. Die bereinigte Ebitda-Marge soll im Gesamtjahr zwischen 2,5 und 3,0 Prozent liegen.
Börsen dürften mit Aufschlägen starten
Europas Börsen dürften mit Aufschlägen in den Handel starten. Die US-Notenbank hat wie erwartet das aktuelle Leitzinsniveau bestätigt. Zum weiteren geldpolitischen Vorgehen hielt sich Fed-Präsident Kevin Warsh wie erwartet bedeckt, Analysten gehen davon aus, dass die Fed im Dezember die Leitzinsen erhöhen wird. Leicht positiv für die Börsen ist, dass Warsh das Wachstumstempo der US-Wirtschaft auf "stark" von "solide" hochgestuft hat. Möglicherweise ist das ein positives Signal für die am Nachmittag anstehenden BIP-Zahlen für das dritte Quartal.
Die Blicke richten sich nun auf die geldpolitische Entscheidung der EZB am Nachmittag. Auch hier wird eine Bestätigung der Leitzinsen erwartet. Im Blick steht daher der geldpolitische Ausblick. EZB-Präsidentin Christine Lagarde dürfte sich auch Fragen zu den Verwerfungen an den französischen Anleihemärkten ausgesetzt sehen. Die Zinsdifferenz zwischen deutschen und französischen Benchmarkanleihen war jüngst auf Niveaus wie zu Zeiten der Schuldenkrise gestiegen. "Lagarde wird Vertrauen in das Instrumentarium der Zentralbank zur Bewältigung von Risiken zeigen müssen", so die Unicredit.
Geely Auto steigert Gewinn dank exportgetriebenem Umsatzwachstum
Geely Automobile, Chinas zweitgrößter Hersteller von Elektrofahrzeugen, hat für das dritte Quartal einen Gewinnanstieg ausgewiesen, da starke Exporte das Umsatzwachstum ankurbelten.
Die soliden Ergebnisse fallen in eine Zeit, in der der in Hangzhou ansässige Automobilhersteller eine robuste Nachfrage auf den Überseemärkten verzeichnet. Dort hat das Unternehmen seine Präsenz ausgebaut, um die Einnahmequellen zu diversifizieren und die sich verlangsamenden Inlandsverkäufe auszugleichen.
Geely hat zudem seine Bemühungen verstärkt, seine Position im Sektor der Fahrzeuge mit neuen Antriebstechnologien (NEV) zu festigen. Dieser Bereich umfasst Plug-in-Hybride und reine Elektrofahrzeuge. Mit seinen Marken Galaxy, Zeekr und Lynk & Co zielt das Unternehmen auf verschiedene Kundensegmente ab.
In den drei Monaten bis September stieg der Nettogewinn um 28 Prozent auf 4,84 Milliarden Yuan, was 726 Millionen US-Dollar entspricht, wie Geely am Donnerstag mitteilte. Der Umsatz legte um 10 Prozent auf 98,96 Milliarden Yuan zu.
Der chinesische Autobauer verkaufte in diesem Zeitraum 812.523 Fahrzeuge, was einem Anstieg von 6,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Getragen wurde diese Entwicklung von einem robusten Wachstum bei den Auslieferungen im Ausland. Die Exporte haben sich auf 323.442 Einheiten mehr als verdoppelt.
Samsung Electronics trotz Rekordgewinn unter Druck
Keine einheitliche Tendenz zeigen die Aktienmärkte in Ostasien und Australien. Enttäuschende Geschäftszahlen der Google-Mutter Alphabet und deutliche Verluste bei Samsung Electronics belasten den Technologiesektor. Dagegen hat die US-Notenbank wie erwartet das Zinsniveau unverändert gelassen. In seinem Statement äußerte sich der Offenmarktausschuss FOMC jedoch nicht zu den Zinserwartungen an der Wall Street. "Die Sammlung weiterer Informationen wird dem Ausschuss dabei helfen, den geeigneten geldpolitischen Kurs festzulegen, um eine rechtzeitige Rückkehr der Inflation zu seinem Zielwert von 2 Prozent sicherzustellen", hieß es. Zudem erklärte die Fed, dass die Wirtschaft mit einem "starken" Tempo wachse, verglichen mit "solide" im September.
An der technologielastigen Börse in Seoul fällt der Kospi um 0,6 Prozent. Hier belasten die Verluste bei Samsung Electronics (-5,0%), obwohl das Unternehmen Rekordgewinne für das dritte Quartal vermeldet hat. Teilnehmer verweisen aber auf die Verfehlung der Gewinnerwartungen im Halbleiterbereich und die Unsicherheit über zusätzliche Ausschüttungen an die Aktionäre. Erst im Januar will der Konzern darüber entscheiden. Das Mobilfunkgeschäft verzeichnete zudem einen operativen Verlust, da höhere Speicherkosten die Rentabilität drückten. Samsung warnte auch davor, dass die KI-getriebene Speichernachfrage das Branchenangebot im Jahr 2027 übersteigen würde, und prognostizierte für dieses Jahr Investitionsausgaben für Halbleiter in Höhe von 76,8 Billionen Won, was einem Anstieg von 62 Prozent gegenüber 2025 entspricht.
Dagegen hatte SK Hynix am Mittwoch einen über den Erwartungen liegenden Gewinn ausgewiesen und einen Plan zur Ausschüttung von 100 Billionen Won (etwa 67 Milliarden Dollar) an die Aktionäre in Form von Dividenden und Aktienrückkäufen angekündigt. Nach der Vortagesrally um knapp 11 Prozent geht es für SK Hynix um weitere 3,2 Prozent nach oben.
Die mit Spannung erwarteten Quartalszahlen von Microsoft und der Google-Mutter Alphabet fielen dagegen gegensätzlich aus. Das Cloud-Geschäft von Microsoft verzeichnete im ersten Geschäftsquartal weiterhin ein beschleunigtes Wachstum. Dies trug zu einem höheren Gewinn bei und dämpfte die Sorgen über potenzielle Renditen aus dem Ausbau der Infrastruktur für Künstliche Intelligenz (KI). Die Aktie legte im nachbörslichen US-Handel um 4 Prozent zu. Dagegen knickten Alphabet um knapp 10 Prozent ein, nachdem die Ergebnisse für das dritte Quartal unter den Erwartungen ausgefallen waren. Und während Microsoft einen freien Cashflow (FCF) von 18,6 Milliarden Dollar vermeldete, hat sich der negative FCF bei Alphabet nahezu verdoppelt und überstieg mit rund neun Milliarden Dollar die Analystenprognosen.
An der Börse in Tokio geht es für den Nikkei-225 dagegen um 1,2 Prozent aufwärts, der breiter gefasste Topix verbessert sich um 0,2 Prozent. Hier legen vor allem Werte aus dem KI-Sektor zu. Die Aktien von Kioxia Holdings steigen um 5,9 Prozent und für die Titel der SoftBank Group geht es um 1,6 Prozent nach oben. Im Fokus steht auch die Zinsentscheidung der Bank of Japan (BoJ) am Freitag. Es wird dabei allgemein erwartet, dass die BoJ ihren Leitzins nach einer Anhebung im vergangenen Monat beibehalten wird. Teilnehmer werden aber auf Aussagen zum weiteren Zinspfad achten, heißt es.
EZB, US-BIP und VW: Dax vor Super-Donnerstag
Gestützt auf wieder optimistische Aussichten für Künstliche Intelligenz (KI) hat der Dax am Vortag seinen jüngsten Erholungskurs fortgesetzt. Der deutsche Leitindex erreichte zwischenzeitlich den höchsten Stand seit fünf Wochen. Am Ende gewann er 0,4 Prozent auf 25.704 Punkte. Es war auch der klassische Vor-Fed-Modus. Die Anleger waren in Lauerstellung vor dem Fed-Entscheid am Abend.
Der heutige Donnerstag wird zum Super-Donnerstag für den Dax. Mit der EZB-Entscheidung, US-Wachstumszahlen und einer Flut von Quartalszahlen aus den USA und Deutschland stehen gleich mehrere marktbewegende Themen an.
Trotz der hohen Inflation im Euroraum wird die EZB voraussichtlich eine Zinspause einlegen. An den Finanzmärkten wird damit gerechnet, dass der für die Geldpolitik relevante Einlagensatz bei 2,50 Prozent bleiben wird. EZB-Chefin Christine Lagarde hatte signalisiert, dass die Zinsen nicht im Gleichschritt mit der Inflation steigen werden, und damit einen Hinweis auf eine mögliche Pause gegeben. Neben den Zinsen dürfte auf der Pressekonferenz ein weiteres Thema zur Sprache kommen: ihre Zukunftspläne. Seit Längerem wird darüber spekuliert, dass die Französin vorzeitig abtritt und zum World Economic Forum wechseln könnte. Bislang hat sie lediglich klargestellt, dass sie nicht vor 2027 von der Kommandobrücke gehen wird. Regulär ist sie noch bis Oktober 2027 im Amt.
Das US-BIP dürfte Börsianer zudem Aufschluss über den KI-Boom geben. Die US-Wirtschaft dürfte im Sommer deutlich an Schwung gewonnen haben. Experten erwarten, dass das Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal auf das Jahr hochgerechnet um 3,2 Prozent gewachsen ist. Damit würde die BIP-Wachstumsrate vom Frühjahr um einen vollen Prozentpunkt übertroffen werden. Für einen Schub in den Sommermonaten Juli bis September dürften auch die hohen Investitionen in die Infrastruktur für Künstliche Intelligenz gesorgt haben.
Ferner legt Europas größter Autobauer Volkswagen -mitten in der Auseinandersetzung mit den Gewerkschaften über einen Sanierungsplan - Zahlen für das dritte Quartal vor. Die Sportwagentochter Porsche hat bereits am Dienstag über sinkende Verkäufe und Umsätze in den ersten neun Monaten 2026 berichtet. Den Gründen dafür - ein Einbruch des China-Geschäfts, gestiegene US-Importzölle und eine maue Nachfrage nach Elektroautos - dürfte auch der Wolfsburger Mutterkonzern nicht entkommen. VW will Kosten senken, tausende Stellen abbauen und Werke schließen. Die IG Metall droht mit Streik.
Es hagelt weitere Zahlen: Der österreichische Energiekonzern OMV dürfte bei der Vorlage seiner Quartalszahlen wie die gesamte Branche einen kräftigen Gewinnsprung ausweisen. Als Haupttreiber gelten die infolge des Iran-Krieges stark gestiegenen Raffineriemargen und die hohen Ölpreise. Analysten erwarten im Schnitt eine Steigerung des operativen Ergebnisses vor Sondereffekten um rund 72 Prozent auf 2,17 Milliarden Euro. Der Nettogewinn soll sich um 84 Prozent auf 1,09 Milliarden Euro erhöhen. Für die neue Vorstandschefin Emma Delaney, die ihr Amt Anfang September vom Ölriesen BP kommend antrat, ist es die erste Bilanzvorlage.
In den USA legen nach Alphabet und Microsoft am Vorabend auch Amazon und Intel Zahlen vor. Bei Amazon richten Börsianer ihr Augenmerk erneut auf die Entwicklung der Cloud-Tochter AWS. Sie fragen sich, ob und wie stark die knappen Server-Kapazitäten das Wachstum des Geschäfts bremsen. Die Rechenzentren des Unternehmens sind nach eigenen Aussagen für 2027 fast komplett und für 2028 zu großen Teilen ausgebucht. Für das dritte Quartal hat Amazon einen Konzernumsatz zwischen 197 und 202 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt.
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