Wirtschaft

Aktie schwer getroffenRheinmetall erschreckt mit erneuter Prognosesenkung

05.11.2026, 16:55 Uhr
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Erst löst sich ein Fregatten-Auftrag in Luft auf, dann werden Milliarden-Deals wohl erst später unterzeichnet. Trotz starken Wachstums bekommt die Rheinmetall-Story schrammen. Der Konzern muss die bereits gestutzten Jahresziele weiter zusammenstreichen.

Nach der zweiten Prognosesenkung im laufenden Jahr werfen viele Anleger ihre Rheinmetall-Papiere auf den Markt. Verzögerungen bei Großaufträgen belasten die über Jahre erfolgsverwöhnte Rüstungsschmiede. Die Düsseldorfer mussten deshalb ihre Gewinnprognose senken und ihr Umsatzziel für 2026 erneut zusammenstreichen. Die Aktie des Rüstungskonzerns stürzte in der Folge schwer getroffen regelrecht ab und notierte mit bis zu 18 Prozent im Minus unter 850 Euro. Vor einem Jahr war es mir fast 2000 Euro mehr als doppelt so teuer. Seit Jahresbeginn ging es bereits um 35 Prozent hinab.

Rheinmetall hatte bereits im August seine Umsatzprognose gesenkt, damals wegen des gestoppten Fregattenprogramms. Nun teilte der Rüstungshersteller dann mit, dass das Unternehmen nicht mehr in diesem Jahr mit dem Zehn-Milliarden-Euro-Auftrag der Bundeswehr für das Projekt Arminius mit Boxer-Radpanzern rechne. Auch im Bereich Waffe und Munition würden sich nicht alle Umsatzchancen realisieren lassen. Auch beim Geschäft mit Artilleriemunition werde es zu Verzögerungen kommen, teilte Rheinmetall mit.

Daher müsse die Jahresprognose angepasst werden, hieß es weiter. Rheinmetall rechnet nur noch mit einem Umsatz von 13,2 Milliarden Euro. Bislang waren 13,7 Milliarden Euro als Untergrenze einer Prognosespanne genannt worden. Im vergangenen Jahr waren die Erlöse knapp unter der Zehn-Milliarden-Marke geblieben. Die operative Rendite werde voraussichtlich auf rund 18,5 von zuvor anvisierten rund 19 Prozent sinken. Jefferies-Analysten sprachen von einer überraschenden Senkung so spät im Jahr, die auch Fragen mit Blick auf die Mittelfristprognose Rheinmetalls aufwerfe. Der Konzern will danach seinen Umsatz bis 2030 im Vergleich zu 2024 auf rund 50 Milliarden Euro verfünffachen.

Unternehmenschef Armin Papperger verwies auf das "sehr gute Wachstum bei hoher Profitabilität". Der Kurs sei solide und habe Bestand. Außerdem sichere und schaffe Rheinmetall tausende Arbeitsplätze in Deutschland und auch in den Partnerländern. In den neun Monaten bis Ende September legte der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nach Unternehmensangaben um mehr als ein Drittel auf knapp 8,4 Milliarden zu. Der Betriebsgewinn erhöhte sich um zwei Drittel auf mehr als 1,3 Milliarden Euro.

Rheinmetall verkauft Artilleriemunition, Panzer, Flugabwehr-Geschütze, Militär-Lastwagen, Schiffe, Drohnen und Satelliten-Aufnahmen. Personell geht es aufwärts: Der Rüstungskonzern hat mittlerweile rund 31.000 Vollzeitstellen und damit 6000 mehr als vor einem Jahr. Die Firmenzentrale ist in Düsseldorf und das größte Rheinmetall-Werk im niedersächsischen Unterlüß. In Neuss wird ein Werk, das Rheinmetall früher für Autoteile genutzt hat, für die Produktion von Militärgütern umgebaut, etwa für Flugabwehr-Türme und Satelliten.

Quelle: ntv.de, jwu/AFP/rts/dpa

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