Fast 100 Jobs betroffenThüringer Traditionsproduzent Kahla-Porzellan stellt Betrieb ein

Aus für ein Traditionsunternehmen: Die Porzellanmanufaktur Kahla stellt zum Jahresende die Produktion ein. Eine monatelange Suche nach einem Investor bringt keine Ergebnisse. Fast 100 Menschen verlieren nun ihren Arbeitsplatz.
Die Porzellanmanufaktur Kahla in Thüringen stellt zum Jahresende den Betrieb ein. Trotz monatelanger Gespräche mit möglichen Investoren habe man keine tragfähige Lösung gefunden, teilte der Insolvenzverwalter Rolf Rombach laut MDR mit.
Zuletzt gab es demnach Gespräche mit einem potenziellen Investor aus der Türkei. Doch auch diese Verhandlungen führten zu keinen konkreten Ergebnissen. Der Insolvenzverwalter erklärte, keine Möglichkeit mehr zu sehen, den Geschäftsbetrieb noch weiter fortzuführen. Die Produktion bei der Manufaktur soll in mehreren Etappen heruntergefahren werden, nicht alle Mitarbeiter sollen sofort gekündigt werden. Es sei das Ziel, noch bestehende Aufträge abzuarbeiten und das Unternehmen "würdevoll" zu verabschieden, erklärte der Insolvenzverwalter mit Blick auf das Ende der Porzellanmanufaktur Kahla.
Auch der Freistaat Thüringen wurde in die Investorensuche involviert, konnte aber ebenfalls nicht zu einer Lösung beitragen. "Alle Beteiligten waren sich der Bedeutung dieses Unternehmens bewusst. Umso bitterer ist es, dass trotz intensiver Bemühungen keine tragfähige Lösung erreicht werden konnte", sagte Rombach.
Als entscheidenden Grund für das Ende des Traditionsherstellers nannte er die hohen Energiekosten in Deutschland. Bislang waren noch 96 Personen bei dem Unternehmen angestellt.
Kahla hatte erstmals bereits im März 2020 Insolvenz angemeldet. Einen zweiten Antrag stellte das Unternehmen im Februar. Die Manufaktur führte neben den hohen Energiekosten noch weitere Gründe an. Kahla nannte eine schlechte Auftragslage und eine deutliche Zurückhaltung bei Käufen im Gastronomiebereich.